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Hinten grün, vorne rot: Mehre Sekunden liegen zwischen den Grünphasen an der Fußgängerampel nahe des Landratsamtes in Starnberg. Stadtrat Michael Mignoli sieht darin weiter eine massive Gefahr.

Münchner Strasse

Verwirrung durch die Ampel-Männchen?

Stadtrat Michael Mignoli lässt die Ampel an der Münchner Straße auf Höhe des Landratsamtes keine Ruhe. Nach einem Unfall, Anfragen im Rat und einigem mehr forderte er die Stadt und Stadtrat zum Handeln auf. Aus Sicht des Landratsamtes besteht dazu keine Möglichkeit.

Starnberg– Es ist eine Horrorvorstellung für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer: Was nach Grün aussieht, ist in Wirklichkeit Rot und damit lebensgefährlich. Ob eine Verwechselung der beiden Fußgängerampeln an der Münchner Straße Ende Juni Ursache für einen Unfall war, ist offen – die beteiligte Radfahrerin sagt dazu nichts. Dafür BLS-Stadtrat Michael Mignoli, der die Ampelschaltung für hoch gefährlich hält, bei den Behörden jedoch wenig Gehör findet. Die Gründe dafür sind vor allem praktischer Natur.

Polizei, Staatliches Bauamt und Landratsamt winken ab

Die Vorgeschichte: Am 29. Juni war eine 14-Jährige mit dem Fahrrad auf den Überweg an der Münchner Straße zwischen Bushaltestelle und Strandbadstraße geradelt und wurde von einem Auto erfasst. Das Mädchen hatte schwere Verletzungen erlitten. Es war auf die Straße geradelt, was an dieser Stelle nicht erlaubt ist. Viel wichtiger für den BLS-Fraktionschef: Die Ampel auf der Landratsamtsseite zeigt Rot, wenn die andere zwischen Mittelinsel und Gehweg schon Grün zeigt. War das die Ursache? Eine Verwechslung der beiden Ampeln? „Sollte auch nur der kleinste Verdacht bestätigt werden, beantrage ich, dass die Verwaltung unverzüglich Gespräche mit den zuständigen Behörden aufnimmt um diese Ampelschaltung zu korrigieren“, hatte Mignoli seinerzeit gefordert.

Polizei, Staatliches Bauamt und Landratsamt jedoch winken ab. Johannes Bauer, Verkehrsachbearbeiter der Starnberger Polizei, erklärt, es sei der erste Unfall seit langer Zeit gewesen. Seit 2010 gab es an dieser Stelle drei kleinere Unfälle und einen Auffahrunfall mit einem Verletzten. „Wegen der Fußgängerampel, gab es nach Auskunft der Polizei an dieser Stelle allerdings noch keinen Unfall“, hatte die Stadtverwaltung Mignoli mitgeteilt. Das wäre dann ein Punkt der Liste, warum kein akuter Handlungsbedarf besteht, aber das ist nicht die Prioritätenreihenfolge. Denn: Es gibt rein praktische Gründe, warum aus Sicht der Behörden nichts zu machen ist.

Sprecher: Landratsamt kann nichts unternehmen

Das Landratsamt als Verkehrsbehörde beruft sich auf eine Einschätzung des Staatlichen Bauamtes. Demnach wäre eine synchrone Schaltung – die Fußgängerampeln zeigen beide Rot oder beide Grün – technisch möglich, aber das würde dazu führen, dass Fußgänger lediglich 13 Sekunden Zeit hätten, die vier Spuren plus Mittelinsel zu überqueren. Jedoch ist das eine aus Sicht der Behörden völlig irreale Lösung, weil Fußgänger schließlich nicht über die Straße rennen sollen. Oder: Sie kommen nur in zwei Abschnitten über die Straße und müssen auf der Mittelinsel die nächste Grünphase abwarten. Für ältere oder behinderte Menschen keine erstrebenswerte Lösung, und für alle Fußgänger wäre es nicht sehr komfortabel.

Andere Schaltungen würden den Verkehrsfluss beeinträchtigen, da die Ampel ebenso wie jene an der Strandbadstraße in das komplizierte System der Grünen Welle eingebunden ist. Je nach Tageszeit ändern sich deswegen auch für Fußgänger die Grünphasen. Landratsamtssprecher Stefan Diebl erklärte daher, angesichts dieser Umstände könne das Landratsamt nichts tun.

Stadtrat Mignoli bekam schon vor vier Wochen viel Resonanz

Michael Mignoli ist das zu wenig, zumal er nach seinem Vorstoß in der Stadtratssitzung vor vier Wochen viel Resonanz bekommen hat. Eine Kempfenhausenerin etwa schrieb dem Stadtrat, ihr sei das auch schon mal passiert – zum Glück ohne Folgen. „Als der Unfall mit dem Mädchen in der Zeitung stand, wurde mir klar, dass diese Ampelschaltung problematisch ist.“ Derzeit sammelt er weitere Meinungen, um vielleicht doch noch ein Umdenken zu reichen. An seine Ratskollegen schrieb er: „Ob die Stadt sich das gefallen lassen oder am Ende sogar Verantwortung dafür tragen muss, stelle ich hiermit in Frage!“

Johannes Bauer betrachtet das gelassen. Im kommenden Jahr, sagt er, werde die Münchner Straße in diesem Bereich sowieso umgebaut, weil sie die Zulaufstrecke für den B 2-Tunnel ist. Dann wird auch der Fußgängerüberweg versetzt und erneuert, wie das Staatliche Bauamt vor einigen Wochen bekanntgegeben hatte.

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