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So eine große Harfe kann bis zu 60 000 Euro kosten, erklärt Konzertharfenbauer Klaus Horngacher den Kindern vom Osterworkshop „Berufe hautnah“. Dabei lernten sie noch viele andere Handwerksberufe kennen. 

Workshop für Kinder

Bei diesen Berufen werden die Augen groß

In einem viertägigen Osterworkshop lernen Kinder, wie ein Harfenbauer oder Lederschneider arbeitet. Die Schüler haben viele Fragen – so manche Antwort der Experten überrascht sie.

Starnberg – Im hintersten Zimmer des Harfenbaubetriebs Horngacher sitzt eine Gruppe Kinder auf dem Teppichboden. Die Wände um sie herum sind mit Fotos von Harfenspielern geschmückt, in den Regalen stehen Musizierbücher und winzige Harfenfiguren. In einem Eck sitzt der kleine Fabian (9) hinter einer großen, edel aussehenden Harfe und zupft daran. Die anderen Kinder um ihn herum warten aufgeregt darauf, auch mal spielen zu dürfen. Neben ihnen steht Klaus Horngacher.

Anfertigung einer Harfe kann auch mal ein halbes Jahr dauern

Er leitet den Starnberger Betrieb, der Konzertharfen herstellt. Ein Besuch bei ihm ist für die Kinder ein echter Höhepunkt bei ihrem viertägigen Osterworkshop von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Starnberg. Bei „Berufe hautnah“ besuchen sie jeden Tag verschiedene handwerkliche Berufe und schauen etwa Schreinern oder Schneidern über die Schultern. Dann ist Zeit für Fragen. Was muss der Geschäftsführer eines Betriebes machen? Wie wird man Harfenbauer? Wenn ihre Fragen geklärt sind, dürfen die Kinder selbst mitmachen.

Eine so große Harfe wie bei Horngacher hatte noch keines der Kinder in der Hand. „Wie lange braucht es, so eine Harfe zu bauen?“, will Alois (9) wissen. Die Antwort erstaunt alle. Ein halbes Jahr lang kann das schon mal dauern, sagt der Experte.

Seit mehr als 60 Jahren gehört seiner Familie der Betrieb. 1925 wurde er von Josef Obermayer gegründet. Jetzt leitet ihn Klaus Horngacher. Seine Erfahrung gibt er gerne an die Kinder weiter. Der Harfenbauer verteilt kleine Holzteile an sie. Nebenbei erklärt er: „Fünf bis sechs verschiedene Holzarten braucht es für eine Harfe.“ Diese können die Kinder schon im Verlauf des Vortrags aufzählen.

Kinder waren auch in Lederschneiderei, Schreinerei und Porzellanworkshop

Sie hören gespannt zu, die Einzelheiten faszinieren sie. Alois hat noch eine Frage auf Lager. „Wie viel kosten Harfen eigentlich?“ Nach Horngachers Antwort werden die Augen der Kinder groß: um die 60 000 Euro, sagt der Experte.

Nach der Stunde in seiner Werkstatt geht es für die Kinder weiter. Für die 16 Kinder vom Einschulungsalter bis zur sechsten Klasse steht viel auf dem Programm. Es lohnt sich, wie Organisatorin Verena von Guionneau erklärt: „Der Workshop soll den Kindern nicht nur die Berufswelt näherbringen. Er soll ihnen auch die Vielfalt der Berufe zeigen, die Starnberg anzubieten hat.“ Außerdem sollen „die Kinder lernen, ihre Berührungsängste zu verlieren“.

Von Guionneau bietet das Programm schon zum dritten Mal an. Das Thema Berufe ist jedoch zum ersten Mal dran. Dabei haben die Kinder neben dem Harfenbauunternehmen auch die Lederschneiderei von Alexandra Neger besichtigt und im Anschluss dazu Lederarmbändchen gebastelt. Auch die Arbeit der Schreinerei „Klauke“, des Porzellanworkshops „werkXsalon“ oder von Florist Haas lernten sie kennen.

Ihren Sitz haben die Unternehmen alle in Starnberg. Der Workshop zeigt den Kindern auch, welche beruflichen Möglichkeiten sie mal haben werden – ohne den Landkreis verlassen zu müssen. Nach dem Besuch bei Horngacher wollte sich ein Mädchen sogleich eine Harfe anschaffen – zum Start eine kleine. Vielleicht wird auch sie ja mal eine Harfenbauerin mit Arbeitsplatz in Starnberg.

Vn Nadia Litzenburger

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