Steffen Henssler hat genug - und schmeißt bei „Schlag den Henssler“ hin

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Identifiziert: Marianne Floritz aus Hanfeld mit dem Starnberger Merkur vom Dienstag und mit einem Foto ihres Vaters Romuald Floritz, der 1945 auf dem Tutzinger-Hof-Platz fotografiert wurde. 

Zeitgeschichte

Auf dem Foto war Förster in Mamhofen

Es gibt so Momente, da sieht man etwas und muss sich danach erst mal die Augen reiben, ob man auch wirklich das Richtige gesehen hat. Marianne Floritz (76) aus Hanfeld erging es so, als sie am Dienstag den Starnberger Merkur aufschlug.

Starnberg –  Neben dem Artikel mit der Überschrift „A lausige Zeit war’s: Zeitzeugen gesucht“ war ein Schwarz-Weiß-Foto zu sehen, das am 1. Juni 1945 auf dem Tutzinger-Hof-Platz aufgenommen wurde: zwei Bayern ins Gespräch vertieft, im Hintergrund sitzt eine ganze Reihe von GIs vor der damaligen Konditorei.

Der Mann rechts, mit Knickerbockern, Rucksack und Hut – „das ist doch mein Vater“, entfuhr es Marianne Floritz beim Betrachten des Bildes. Und dann beginnt sie zu erzählen: Romuald Floritz (1907-1976) war Förster in Mamhofen. „Auf dem Gut hatten wir eine Dienstwohnung, da bin ich auch aufgewachsen.“ Fünf Jahre lang musste Romuald Floritz in den Krieg, zweimal verwundet ins Lazarett. Frankreich, Russland, Kaukasus, Polen, schließlich immer weiter nach Westen. „In Ulm kam er in amerikanische Kriegsgefangenschaft“, berichtet Marianne Floritz. Schon kurz drauf war der Förster ein freier Mann und wieder zurück in Mamhofen, im Dienst des Freiherrn Karl von Michel, dem die Wälder damals gehörten.

„Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie morgens um dreiviertel acht die Leute mit dem Leiterwagen gekommen sind, um Leseholz zu sammeln“, erzählt die 76-Jährige und schaut sich noch mal das Foto genau an. „Das da, das war sein Jagdrucksack.“

Als der US-Fotograf Ollie Atkins am 1. Juni 1945 das Bild am Tutzinger-Hof-Platz machte, war Romuald Floritz zum Einkaufen, vermutet seine Tochter. „Er ist immer mit dem Radl in die Stadt gefahren.“ Dann muss er offenbar einen Bekannten getroffen haben. Wer aber der Mann ist, mit dem sich Floritz so angeregt unterhält, ist nach wie vor unbekannt. „Ich weiß nicht, ob es ein Schulkamerad ist“, sagt Marianne Floritz. „Da bin ich mir absolut nicht sicher.“

Wie auch immer: Bis 1957 lebte die Familie auf Gut Mamhofen, dann zog sie nach Hanfeld. Zweiter Bürgermeister, Schützenmeister der Bergschützen Hanfeld, Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr – schnell wurde die damals noch selbstständige Gemeinde für Romuald Floritz und seine Familie zur Heimat.

Übrigens: Vor zwei Jahren hatten wir das Foto schon mal veröffentlicht. Seinerzeit gab’s familienintern noch leichte Zweifel. Die sind mittlerweile aber ausgeräumt. „Auch eine Starnbergerin hat mich angerufen und meinen Vater erkannt.“ Das Rätsel des Schwarz-Weiß-Fotos, es ist zumindest zur Hälfte gelöst. 

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