Alle ans Netzwerk: Die Stadt Starnberg will ihre Schulen fit machen für die Gegenwart.
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Alle ans Netzwerk: Die Stadt Starnberg will ihre Schulen fit machen für die Gegenwart.

Grundschulen und Mittelschulen folgen

Starnbergs Schulen werden digital: 55 Klassenräume am Gymnasium voll ausgestattet

  • Peter Schiebel
    VonPeter Schiebel
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Fünf Starnberger Schulen, sechs Standorte und eine riesige Aufgabe: Digitalisierung. Die Stadt will ihre Bildungseinrichtungen auf den aktuellen Stand bringen, will Lehrern und Schülern modernes Lernen ermöglichen.

Starnberg – Am Montagabend beschäftigte sich der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats mit dem Thema Schulen und mir ihrer Digitalisierung. Während am Gymnasium fast schon ein Haken hinter das Projekt gemacht werden kann, sollen die Grundschulen und die Mittelschule in naher Zukunft folgen.

Gymnasium Starnberg: Projekt in der Endphase

Die Freude ist bereits jetzt spürbar. „Wir sind hochzufrieden“, sagt die stellvertretende Leiterin des Gymnasiums Starnberg, Uta Lechner. Im Juli, also noch kurz vor den Sommerferien, hat die Umsetzung des Medienkonzepts an der Schule begonnen. „Jetzt sind wir kurz vor der vollständigen Umsetzung“, sagt Lechner im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

„Leider sind nicht alle Baumaßnahmen in den Klassenzimmern und Computerräumen fertig geworden“, erklärte Ralf Kimmelmann von der beauftragten Firma id-newmedia in der Ausschusssitzung. „Aber wir sind in der Endphase.“ Zu den Zielen gehörten unter anderen eine zeitgemäße Ausstattung bis 2025, eine zeitgemäße Netzwerk-Infrastruktur sowie zentrale, leistungsfähige Server. Dazu wurden und werden 55 Klassenzimmer komplett neu verkabelt, erklärte Kimmelmann. Die Räume erhalten unter anderem neue Datenleitungen sowie Video- und Audioanschlüsse.

Zu diesen 55 einheitlichen digitalen Klassenzimmern gehören 80 neue Lehrertablets, 112 neue mobile Schülertablets, 55 neue Deckenbeamer, 46 neue Pylonentafeln sowie 46 große Projektionsflächen an den Wänden. Dass jeder Raum WLAN erhält, ist selbstverständlich. Bedenken vor einer zu großen Strahlenbelastung, der Schüler und Lehrer ausgesetzt sein könnten, entkräftete Kimmelmann. Der SAR-Wert, mit dem elektromagnetische Felder angegeben werden, sei in den Klassenräumen um ein vielfaches niedriger als bei einem herkömmlichen Smartphone.

In jedem Klassenraum könne künftig autark gearbeitet werden, erklärte Kimmelmann. Und: „Ab Oktober ist Fernunterricht für alle möglich.“ Aufgrund der Netzstruktur sollte das Gymnasium mit seinen rund 1000 Schülern und 80 Lehrern gerüstet sein, falls es erneut zu einem kompletten Ausfall des Präsenzunterrichts wie im Frühjahr kommen sollte.

Die Kosten für die digitale Aufrüstung, die auch noch zwei eigene Schulserver umfasst, liegen laut Kimmelmann bei rund 602 000 Euro – und damit deutlich unter den Anfang des Jahres kalkulierten 754 000 Euro. Freistaat und Landkreis übernehmen die Ausgaben.

„Das Gymnasium ist ausgesprochen zufrieden mit der Ausstattung und hat einen ausdrücklichen Dank an die Stadt gerichtet“, sagte Bürgermeister Patrick Janik. Und auch von den Stadträten gab es großes Lob. Christiane Falk (SPD) etwa war „komplett begeistert“, wie sie sagte. „Das ist mit Sicherheit der richtige Weg, um sich für die Zukunft zu rüsten.“ Einstimmig beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, ein geeignetes Unternehmen zu finden, dass vom nächsten Jahr an den Support für die IT am Gymnasium übernimmt. Bis Jahresende ist die id-newmedia damit beauftragt. Deren Experte Kimmelmann gab übrigens ein Lob zurück: „Am Gymnasium gibt es ein Spitzenteam“, sagte er über die Lehrkräfte, die in das Projekt eingebunden sind. „Ich habe selten mit so kompetenten Lehrern zusammengearbeitet.“

Grund- und Mittelschulen: Alle oder keine

Nicht ganz so weit wie beim Gymnasium ist die Digitalisierung an den Starnberger Grundschulen (Ferdinand-Maria-Straße, Schlossberg, Percha, Söcking) und an der Mittelschule. Allerdings ist es auch dort nur noch eine Frage der Zeit. Simon Küffer, informationstechnischer Berater der Staatlichen Schulämter in den Landkreisen Starnberg und Landsberg, gab am Montagabend einen Überblick.

Die Grundschulen erhalten ein kleineres Digital-Paket als das Gymnasium. Zentrale Einheit ist der Lehrer-Computer in jedem Klassenraum, der mit dem Schulnetz vernetzt ist und an den eine digitale Leinwand ebenso angeschlossen ist wie eine Dokumentenkamera. An der Ferdinand-Maria-Straße müssen beispielsweise zwölf Klassenzimmer so ausgestattet werden, an der Grundschule Percha sind es sogar nur sieben. Dazu kommt für jede Schule ein Klassensatz Tablets. Am weitesten sei das Projekt in Percha, sagte Küffer, was auch mit „dem sehr jungen Kollegium“ dort zu tun habe, sagte er.

Dass die Umsetzung des digitalen Medienkonzepts dort bereits nächste Woche startet, wollte der Ausschuss am Montag aber noch nicht beschließen. „Wir sollten Gleichheit unter den Schulen herstellen“, sagte Eva Pfister (BMS). Nach dem einstimmigen Votum der Gemeinderäte sollen die Perchaer Überlegungen Vorbild für die anderen Grundschulen in Starnberg und in Söcking sowie für die Mittelschule sein. In der nächsten Sitzung wollen sich die Stadträte dann abschließend damit beschäftigen.

Wie wichtig die Digitalisierung an den Grundschulen ist, verdeutlichte die Leiterin der Grundschule Starnberg, Nicole Bannert. „Wir sind noch mit Overhead-Projektoren ausgestattet“, sagte sie. WLAN gebe es nur im Sekretariat. „Wir brauchen dringend Hilfe“, sagte Bannert. Und sie hoffe, dass die Umsetzung so schnell wie möglich klappe. „Corona haben wir schließlich alle“, sagte sie mit Blick in eine unsichere Zukunft des Schulalltags

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