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Das nördliche Tunnelportal auf Höhe McDonald’s (links) aus Sicht der Planer.

Verkehrsentwicklung

B2-Tunnel in Starnberg jetzt im Bundeshaushalt

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Jetzt dürfen Ausschreibungen gestartet und Mittel ausgegeben werden: Der Bau des B2-Tunnels durch Starnberg steht offiziell im Bundeshaushalt.

Starnberg – Der Schritt erfolgte Ende des alten Jahres, ein entsprechendes Schreiben an die Auftragsverwaltung trägt das Datum 28. Dezember 2017. Das bestätigte das Bundesverkehrsministerium in Berlin gestern dem Starnberger Merkur. Die Gesamtkosten werden demnach im Straßenbauplan des Ministeriums mit 194 Millionen Euro angegeben, hinzu kommen sechs Millionen Euro von Dritten, zu denen auch die Stadt Starnberg zählt. „Das ist die verwaltungsrechtliche Umsetzung der Ministerzusage“, sagte Christian Probst, der für Starnberg zuständige Abteilungsleiter des Staatlichen Bauamts Weilheim, auf Anfrage.

Bekanntlich hatte der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am 23. März 2017 die Baufreigabe für das Tunnelprojekt erteilt und die Finanzierung zugesagt. Tunnelgegner hatten jedoch auch in der Folge stets darauf hingewiesen, dass der Tunnel noch nicht im Straßenbauplan enthalten und die Finanzierung deswegen nicht gesichert sei. Daran dürfte es nun keine Zweifel mehr geben.

B2-Tunnel in Starnberg: Alle Fragen und Antworten zum Bauprojekt finden Sie hier.

Erstes großes Teilprojekt wird der Bau der Zulaufstrecke für den Tunnel aus Richtung Autobahn sein. Heuer soll in einem ersten Bauabschnitt die südliche Fahrbahn der Münchner Straße zwischen Perchastraße und Ortseingang umgebaut und verbreitert werden – „unter laufendem Verkehr“, wie Probst betont. Für den sollen nach Möglichkeit auch während der Bauphase zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen, wenn auch verschmälert.

B2-Tunnel durch Starnberg: Wann ist der Spatenstich? 

„Der Spatenstich ist in der zweiten Juli-Hälfte geplant“, bekräftigt Probst. 2019 sollen dann der Rest bis zur Gautinger Straße und die nördliche Fahrbahn (in Richtung Innenstadt) folgen. Der Durchstich der Petersbrunner Straße ist diesem Zeitplan zufolge für Ende 2019 vorgesehen.

Im Januar, spätestens im Februar, wollen die Verantwortlichen des Bauamts dem Starnberger Stadtrat ihre Planungen vorstellen. Dabei wollen sie auch aufzeigen, wie in den einzelnen Bauphasen Fußgänger und Radfahrer entlang der Baustelle geleitet werden. „Es wird immer ein Angebot geben, auch wenn es vielleicht mit einer Umleitung verbunden ist“, sagt Probst.

Bürgermeisterin Eva John bleibt derweil bei ihrer ablehnenden Haltung. Natürlich werde der Beschluss des Stadtrats vom 20. Februar 2017, die Umsetzung des Baus des Tunnels positiv zu begleiten, vollzogen, sagt sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Drei Mitarbeiter des Stadtbauamtes seien an den Abstimmungsgesprächen mit dem Staatlichen Bauamt im Vorfeld der Beratungen im Stadtrat beteiligt. „Dabei versuchen wir zu retten, was zu retten ist“, sagt sie mit Blick etwa auf mögliche Einschränkungen für Fußgänger und Radfahrer und das Ortsbild. Aber: „Ich persönlich finde es besser, den Verkehr aus der Stadt herauszuhalten.“ Die Realisierungschancen für eine Nordost-Umfahrung seien durch das Tunnelprojekt jedoch gesunken, behauptet sie.

B2-Tunnel Starnberg: Hier können Sie die Entscheidung des Stadtrats nachlesen

Während in Berliner Ministerien Nägel mit Köpfen gemacht wurden, hoffen die Gegner des Tunnels auf eine Entscheidung aus München. Beim dortigen Verwaltungsgericht ist nach wie vor die Klage auf Zulassung des Bürgerbegehrens „Kein Tunnel für Starnberg“ anhängig. Eingegangen am 21. August 2017, ist „ein Verhandlungs- und Entscheidungstermin derzeit noch nicht absehbar“, teilte Pressesprecher Martin Friedrich gestern mit. Auch Eva John gehört zu denen, die auf eine Zulassung des Bürgerbegehrens auf juristischem Weg hoffen, nachdem es der Stadtrat mehrheitlich abgelehnt hatte. Die Bürgermeisterin: „Den Mut, die Bürger zu fragen, muss man haben.“

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