Ärger am Starnberger See

Streit um Lärm: Lautsprecher fliegt in den See

Der Sommer hat auch Schattenseiten: Bei einem Streit um Musik flogen erst ein Lautsprecher in den Starnberger See und dann ein Paar Leute. Die Polizei kommt vor lauten Ruhestörungen kaum noch hinterher.

Percha -  Sommer, Schule vorbei, also ab an den See. Das dachten sich auch mehrere junge Leute in Percha Beach, dem Badegelände in Percha. Allerdings hatten sich nicht mit einem Söckinger (52) gerechnet.

„Da es heutzutage nicht mehr möglich ist, sich auch ohne Musikuntermalung an der Natur zu erfreuen, stellten sie einen kleinen Lautsprecher auf, um beim Sonnenbaden Musik zu hören“, steht im Bericht der Starnberger Polizei vom Samstag zu lesen. Ein Söckinger (52) habe die Gruppe zunächst gebeten, die Musik etwas leiser zu stellen, weil er diese als zu laut empfand. Dem kamen die jungen Leute auch nach. 

Da dem Mann die Musik immer noch zu laut gewesen sei, habe er den Lautsprecher in den See geworfen - „was erwartungsgemäß für Unmut sorgt“, wie die Polizei mitteilte. Eine 19-jährige Gilchingerin schubste den Mann laut Polizei vom Steg ins Wasser. Als dieser wieder den Steg erklommen sei, habe er sich revanchierte, indem er der jungen Dame zunächst die gleiche Abkühlung zukommen habe lassen und sie, als sie wieder auf dem Steg stand, an den Haaren gezogen haben soll. 

Das wiederum habe einen ebenfalls 19 Jahre alten Starnberger zum Eingreifen veranlasst, der seinerseits den Söckinger angegriffen habe. Den genauen Hergang müssen die Beamten der Polizeiinspektion Starnberg noch klären. Zeugen des Vorfalls, die zu genüge vorhanden sein müssten, werden gebeten, sich unter (08151) 36 40 zu melden.

Der 19-Jährige musste die eingesetzten Streifen zur Dienststelle begleiten, da er sich weigerte, seine Personalien anzugeben. Diese gab er dort zwar relativ bereitwillig heraus, was ihn aber nicht davor bewahrt, dass er sich nun wegen einer Ordnungswidrigkeit verantworten muss, die in der Regel mit einem Bußgeld im unteren dreistelligen Bereich geahndet wird, teilte die Polizei weiter.

Polizei appelliert: Nachbar, redet miteinander!

Dieser Fall war längst nicht der einzige wegen Ruhestörung. „Leider vergisst man in der Feierlaune aber auch das eine oder andere Mal die Nachbarn, die ab einem gewissen Zeitpunkt doch eher einen ruhigen Abend verbringen wollen. Wenn die schließlich zu Bett gehen möchten und es immer noch laut ist, kann man verstehen, dass sie etwas verärgert sind“, stellt die Polizei fest. Auch am bisherigen Pfingstwochenende gab es viele Beschwerden. In der Regel seien die im Freien Feiernden verständnisvoll und die Sache damit geklärt. Die lärmgeplagten Nachbarn jedoch riefen nicht selten gleich die Polizei und sprächen die lauten Nachbarn nicht selbst an. Ruhe wäre „Oftmals nach einem direkten Gespräch aber wohl wesentlich schneller hergestellt, als wenn man auf das Eintreffen der Streife warten muss. Zudem führt das Erscheinen der Polizei in manchen Fällen nicht unbedingt zu einer Entspannung des nachbarschaftlichen Verhältnisses.“

Rubriklistenbild: © Andrea Jaksch

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