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Architektonische Vielfalt an der Hauptstraße.

Hauptstrasse

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In weniger als zwei Wochen steht der umstrittene Neubau an der Hauptstraße 12 wieder auf der Tagesordnung. Stadträtin Annette von Czettritz (Grüne) will dann eine Grundsatzdebatte über die Baukultur an der Straße – und sie ist die ganze Strecke mit der Kamera abgelaufen.

Starnberg – Hauptstraßen tragen diesen Namen nicht ohne Grund – sie sind eigentlich die wichtigsten Straßen einer Stadt, mithin das Zentrum, der Mittelpunkt. Ist die Hauptstraße eher eine Tarnbezeichnung für „Bundesstraße“, wie derzeit in Starnberg, verliert sie ihre Bedeutung in der Wahrnehmung, und die Häuser an ihr gleich mit. Stadträtin Annette von Czettritz (Grüne) will das ändern, und der Anlass ist der geplante Neubau Hauptstraße 12. Die Architektin denkt an die Zukunft: Wenn eines Tages der Tunnel fertig und die Hauptstraße entlastet ist, bestehe die Chance, wieder eine Mitte zu bekommen und den Häusern an der Hauptstraße wieder zu Geltung zu verhelfen. Dazu allerdings braucht es eine Vorstellung, wie die Straße aussehen soll, wenn weitere Häuser neu gebaut werden.

Annette von Czettritz hatte bereits in der ersten Debatte im Bauausschuss diesen Vorstoß gemacht. Inzwischen ist sie die Straße abgelaufen und hat alle Häuser abgelichtet, damit man einen Gesamteindruck bekommt. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut sei die Straße, sagt sie. Anfangs habe sie auch nicht genau gewusst, was sie sich für die Hauptstraße vorstellt – inzwischen hat sie eine Meinung. Neubauten, die als solche erkennbar seien, aber die Formensprache von früher aufnehmen – das ist ihr Vorschlag. Die meisten Gebäude an der Hauptstraße hätten eine so genannte Lochfassade, also viele kleinteilige Fenster und eine verputzte Fassade. Es gibt aber auch Ausnahmen, beispielsweise das Centrum.

Positives Beispiel: Frankfurt/Main

Es gebe dazu gute Beispiele, etwa aus Frankfurt/Main. Die hat sie in einem Rundschreiben an Stadträte auch beigefügt. Dort steht ein eher schlicht gehaltener Neubau neben einem rekonstruierten Fachwerkbau – betrachtet man nur die Form, sind sich beide sehr ähnlich. Die Kernfrage sei, sagt die Architektin: „Welche Gestaltung wollen wir und wie viel davon?“ Rückendeckung für ihre Einschätzung bekam die Stadträtin von der dritten Bürgermeisterin Iris Ziebart, selbst Architektin.

Die Grundsatzdebatte wird wohl in der nächsten Bauausschusssitzung am 22. Februar geführt, wenn das Gremium die Hauptstraße besichtigt und sich weiter über die Hauptstraße 12 unterhält. Dazu hat Annette von Czettritz auch eine klare Meinung: „Die Planer haben ziemlich viel richtig gemacht.“ Denn: Die Form des heutigen Hauses wurde in eine moderne Form übertragen, auch die Farben kommen vor. Hauptstreitpunkt war die Dachgestaltung mit goldbronzenen Schindeln – mehrere Ausschussmitglieder fürchteten ein neues „goldenes Dachl“.

Und wie regelt man das? Die Grünen werden den Vorschlag, einen Gestaltungsbeirat einzusetzen, der sich mit diesen Fragen befasst, erneut vorbringen.

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