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Ein vorweihnachtliches Geschenk: Die Starnberger Tafel organisierte gestern ihr alljährliches Weihnachtsfest. Roland Dittmar und Kutlesa Ivanka freuen sich über Schokolade, Herbert Volz und Ramona Schumann arbeiten an der Ausgabe.

Starnberger Tafel

Ein Lächeln zu Weihnachten

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Die letzte Lebensmittelausgabe vor Weihnachten ist bei der Starnberger Tafel Anlass, Dank zu sagen den Helfern und Spendern. Und eine Bilanz zu ziehen.

Starnberg – Pfarrer Dr. Stefan Koch bekommt vor Weihnachten viele Briefe und Karten. Die beste von ihnen, wie er sagt, hat er gestern zur festlichen Weihnachtstafel im Innenhof des Gemeindehauses mitgebracht: „Beginne jeden Tag mit einem Lächeln – dann hast du es hinter dir.“ Während Besucher und Helfer der Tafel lachen, erklärt Koch: „So ist es im Leben. Man wird erst angelächelt, dann kann man zurücklächeln.“

Für viele Besucher der Tafel ist das Lächeln der Helfer ungemein wichtig. „Gerade zu Weihnachten ist das Zusammengehörigkeitsgefühl hier groß“, sagt Helferin Ramona Schumann (37), die seit drei Jahren hilft. Kollege Herbert Volz (68) hilft seit zwei Jahren beim Einsammeln der Lebensmittel und bei der Ausgabe. Er spricht viel mit den Tafelkunden, hört von Krankheiten und anderem schweren Leid. Viele Bedürftige wissen nicht, wie sie ihr Leben ohne die Tafel bestreiten können. Gerade Rentner trifft es vermehrt. Einem Zeitungsbericht zufolge hat sich die Zahl der Rentner, die von den Tafeln versorgt werden, binnen zehn Jahren verdoppelt. „Fast jeder vierte Tafelkunde ist mittlerweile Rentner“, sagte der Verbandsvorsitzende Jochen Brühl der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Münchner loben Starnberger Organisation

Roland Dittmar (66) ist auch zur Weihnachtstafel nach Starnberg gekommen. Bevor die Starnberger Stadtkapelle zu „Alle Jahre wieder“ ansetzt und an der Theke Rinderbraten ausgegeben wird, erzählt er von seinem Schicksal. „Ich hätte zwar eine gute Rente – aber ich bin zweimal geschieden. Da bleibt nicht viel über.“ Genauer gesagt, bleibt Dittmar nur die Grundsicherung, abzüglich seiner Kosten. Mit 290 Euro im Monat müsse er dann auskommen. Urlaub? „Das kenne ich schon seit Jahren nicht mehr.“ Der frühere Buchdrucker sagt: „Ich bin ich auch mal froh, wenn es bei der Tafel Fleisch und Wurst gibt.“ Dittmar wird Weihnachten alleine feiern. „Da schotte ich mich drei Tage lang ab.“ Die Gemeinschaft bei der Tafel zuvor tue ihm aber gut. Neben ihm steht Kutlesa Ivanka (66). Die Rentnerin kommt donnerstags extra aus München angefahren. „Hier ist es einmalig. Die Menschen sind super.“ In Starnberg sei die Tafel sogar besser organisiert als in München.

Zur Weihnachtstafel sprach Vorsitzende Erika Ardelt den Helfern daher ein Lob aus. „Sie arbeiten bei Wind und Wetter, helfen aber auch unsichtbar. Viele wühlen in Akten oder sammeln Lebensmittel ein. Sie helfen unsichtbar, sind aber heftig tätig.“

Lob auch von der Bürgermeisterin

Pfarrer Koch spricht auch in der Weihnachtszeit viel mit Bedürftigen. „Wenn es einem nicht gut geht, braucht man Verlässlichkeit am meisten. Die Menschen wissen, dass die Tafel verlässlich für sie da ist“, sagt er. „Deshalb ist die Tafel eine ganz, ganz große Hilfe. Ich wüsste nicht, was wir ohne sie in Starnberg machen würden.“ Bürgermeisterin Eva John schloss sich den Lobeshymnen an: „Die Helfer leisten einen großen Dienst für die Allgemeinheit.“ John wünschte denn allen Besuchern und Helfern „Gesundheit und Frieden bei uns in der Stadt.“

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