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Die Tafel in Starnberg.

Starnberger Tafel

Neuer Verein soll es richten

Starnberg - Die Starnberger Tafel wird ein Verein. Hintergrund sind organisatorische Aspekte, aber auch einige Reibereien innerhalb der Helfer und unter den Kunden.

Die Starnberger Tafel trennt sich offiziell vom Evangelischen Diakonieverein Starnberg. Grund dafür seien die wachsenden Herausforderungen wie die steigende Zahl an Bedürftigen, mit der die Tafel im vergangenen Jahr konfrontiert wurde und welche nicht mehr ohne Weiteres zu bewältigen seien. Das erklärt der Gründerkreis für den Starnberger Tafel e.V. in einer Pressemitteilung.

Im Hintergrund scheint zurzeit jedoch manches nicht zu stimmen. Davon zeugen Berichte von unzufriedenen Tafelgängern, die den unhöflichen Umgang bei der Essensvergabe und Kosten für die Nahrungsmittel beklagen. Darüber sowie über angebliche Spannungen zwischen Ehrenamtlichen wollte sich der Leiter der Tafel, Detlev Wagner, gestern nicht äußern. Im Gegensatz dazu sagt Michael Ramstetter, der im Gründerkreis für den Verein sitzt, dass derzeitige Auseinandersetzungen nicht mit in den neuen Verein genommen werden sollen.

In den vergangenen Monaten ist der Druck auf die Tafel, die jeden Donnerstag am evangelischen Gemeindehaus Lebensmittel an Bedürftige verteilt, gestiegen. 120 Einheimische und Asylsuchende pro Woche konnten bisher versorgt werden, doch die Nachfrage bleibt weiterhin groß. Früher war das System auf weniger als 100 Hilfesuchende ausgelegt. Erst im Herbst hatte die Tafel Bezugsscheine eingeführt, um dem Ansturm Herr zu werden und sicherzustellen, dass nur Starnberger und Berger bei der Ausgabe berücksichtigt werden. Seit diesem Jahr erhebt die Tafel, wie auf deren Internetseite www.starnbergertafel.de nachzulesen ist, einen mehr symbolischen Betrag von 1 Euro pro Abgabe. „Dieses Geld wird bei uns direkt in Lebensmittelzukäufe investiert, d.h. es ist Zweck gebunden und wird ausschließlich für den Zukauf von Lebensmitteln verwendet“, heißt es zur Begründung.

Durch die Flut seien oft schwierige Situationen entstanden, die ein Hinterfragen der organisatorischen Strukturen notwendig gemacht hätten, erklärt Ramstetter. Der Verein ist gerade im Entstehen, Ende Januar soll er gegründet werden. Eine Satzung gibt es bereits. Ziel der Eigenständigkeit sei, ein übersichtlicheres System zu schaffen und die Positionen der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern durch mehr Mitbestimmung zu stärken, um besser und schneller auf Komplikationen reagieren zu können. Außerdem soll es durch eine erweiterte Öffentlichkeitsarbeit erleichtert werden, neue Mitglieder und Sponsoren anzuwerben, die der zukünftige Verein brauche, um finanziell sicher zu stehen und eine eventuelle Ausweitungen zu ermöglichen. An der Gründung sind namhafte Starnberger beteiltigt, die Pfarrer beider Konfessionen und eine Reihe von Stadträten.

Die Tafel wurde vor 18 Jahren von Edith Clemm ins Leben gerufen, die im August 2014 die Leitung an Wagner und Susanna Götz abgegeben hatte, die allerdings nicht mehr dabei ist. Ramstetter zufolge habe die Tafel einen „herausragend guten Ruf“ und sei als soziale Funktion nicht mehr wegzudenken. Edith Clemm ist der Tafel weiter verbunden – sie gehört zum Gründerkreis. Zu dem zählen auch Hans-Rainer Schuchmann (Vorstand des Starnberger Diakonievereins), Detlev Wagner als Leiter der Tafel, Barbara Wanske und eben Michael Ramstetter.

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