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Bald mit Tagespflege: Edith Maruska, die Dienststellenleitung Tagespflege im Rummelsberger Stift, rechnet mit 60 bis 70 Kunden. 

Abteilung wird eingerichtet

Tagespflege für 28 Menschen in Starnberger Rummelsberger Stift

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Das Rummelsberger Stift in Starnberg will bis Herbst eine Tagespflege-Abteilung schaffen, in der bis zu 28 Senioren betreut werden können. Große Umbauten sind nicht erforderlich. Das Projekt ist auch eine Folge des Personalmangels im Pflegebereich, auch wenn dies erst einmal widersinnig klingt.

Starnberg – Das ist ein Angebot, das für viele Menschen in Starnberg von großem Interesse sein dürfte: Das Rummelsberger Stift an der Waldschmidtstraße will noch in diesem Jahr eine eigene Tagespflege-Abteilung aufbauen. Maximal 28 pflegebedürftige Menschen sollen dort tageweise betreut werden. Und dabei kommt der Einrichtung der Diakonie eine der großen Herausforderungen der Pflege sogar entgegen: der Personalmangel.

Im ersten Obergeschoss des Gebäudes steht ein Wohnbereich nämlich seit mittlerweile eineinhalb Jahren leer, wie Edith Maruska, die Dienststellenleitung Tagespflege, im Gespräch mit dem Starnberger Merkur erklärt. Die 28 vollstationären Bettenplätze können nicht mehr belegt werden, weil es an ausgebildetem Personal mangelt. „Es ist sehr schwer, Fachkräfte zu finden“, benennt Maruska ein allgemein bekanntes Problem. Ganz anders sieht es offenbar bei der Tagespflege aus: „Die Mitarbeiter stehen zur Verfügung“, betont Maruska. Was sich auf den ersten Blick paradox anhört, ergibt auf den zweiten Sinn: In der Tagespflege fallen keine Nachtschichten an, am Wochenende will das Rummelsberger Stift das Angebot zumindest in der Anfangsphase nur einmal im Monat aufrechterhalten. Arbeitszeiten, mit denen zum Beispiel auch alleinerziehende Mütter eine Chance hätten, ihrem Beruf nachzugehen, sagt Maruska.

Zehn Mitarbeiter sind in der Anfangsphase vorgesehen

Zehn Mitarbeiter sind in der Anfangsphase vorgesehen. „Je nach Bedarf können wir die Zahl aufstocken.“ Den pflegebedürftigen Nutzern soll es an nichts fehlen, zumal es sich bei der Einheit um einen großzügigen Wohnbereich handele, wie Maruska sagt. „Die Tagespflege wird ein eigenständiger Bereich mit einer eigenständigen Leitung und einem separaten Eingang“, erklärt sie. Es gibt eine große Küche, wo gemeinsam gekocht werden soll. Auch ein Musikraum ist vorhanden. Dazu kommen rund ein Dutzend Ruheräume – Einzelzimmer mit Betten, in denen die Menschen zum Beispiel ihren Mittagsschlaf halten können. „Unser Ziel ist es, alles so großzügig zu gestalten, dass die Privatsphäre der Menschen gewährleistet ist“, erklärt Maruska. „Die Räume bieten sehr viele Möglichkeiten.“ Zudem soll es spezielle Angebote für Demenzkranke geben. Auch an einen Fahrdienst denkt die Dienststellenleiterin, um die Menschen von zu Hause abzuholen und wieder zurückzubringen.

Die Umnutzung der Räume erfolgt nach Angaben der Stadtverwaltung „fast vollständig ohne bauliche Umbaumaßnahmen“. Spätestens zum 1. Oktober will das Rummelsberger Stift mit dem Angebot starten. Bereits jetzt bietet es unter z (0 81 51) 26 31 00 Beratungen zu dem neuen Angebot an. Auch wenn zeitgleich maximal 28 Personen betreut werden können, so geht Edith Maruska davon aus, dass das Stift insgesamt „50 bis 70 Kunden“, wie sie die Menschen nennt, aufgenommen werden können, da nicht jeder Pflegebedürftige jeden Tag betreut wird.

Von der Stadt Starnberg gibt es grünes Licht für das Projekt. Der Bauausschuss des Stadtrats hat in der jüngsten Sitzung das gemeindliche Einvernehmen zu der Nutzungsänderung bereits erteilt – einstimmig und ohne Diskussion.

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