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Musik, Tanz, Inklusion: Bei der Söckinger Disconacht waren alle gleich – ob auf der Bühne mit Musiker Erik Berthold (rechts) oder davor. 

Gelungene Inklusion

Tanzen ohne Handicap: So war die erste Söckinger Disconacht

Gelungene Inklusion auf der Tanzfläche: Die Premiere der Söckinger Disconacht unter dem Motto „Tanzbar“ war ein Erfolg. Eine Wiederholung scheint wahrscheinlich.

Starnberg – „Wenn das ein Erfolg wird, machen wir’s wieder“, sagt Petra Seidel. Die langjährige Vorsitzende des Arbeitskreises für Behindertenfragen im Landkreis begleitete am Samstag die unter der Überschrift „Tanzbar“ organisierte 1. Söckinger Disconacht in der Franz-Dietrich-Halle – und wenn der Eindruck nicht täuscht, dürfte es im kommenden Jahr eine Fortsetzung dieser integrativen Veranstaltung geben.

Schon kurz nach dem offiziellen Beginn hatten es die beiden aus Pasing kommenden DJ’s Rolf und Thomas jedenfalls geschafft, mit der Neuen Deutschen Welle die Tanzfläche zu füllen: Menschen mit und ohne Handicap tummeln sich dort in buntem Durcheinander, die fürs Catering zuständigen Schülerinnen und Schüler des P-Seminars – überwiegend Mädchen – tanzen zu Udo Jürgens sogar eine Art Can-Can: „Aber bitte mit Sahne!“ Ein Einzeltänzer legt eine Breakdance-Einlage hin, Szenenbeifall, die Stimmung ist gleich zu Anfang besser als bei manchem Party-Abend mit seinen üblichen Anlaufschwierigkeiten, den die Halle ja auch schon erlebt hat.

Die Idee einer solchen integrativen bzw. inklusiven Disconacht wird vom Landratsamt, vom Kreisjugendring, der Arbeitsgemeinschaft für offene Behindertenarbeit (OBA), der „Aktion Mensch“, der „Stiftung Josef & Eva Grenzebach“ und in diesem Fall natürlich vom SV Söcking als Gastgeber getragen und in die Tat umgesetzt. Außer den beiden DJ ´s gibt es diesmal Live-Musik von „Erik Berthold & Friends“ sowie den „Acoustic Corner Allstars“, Musikschülern von Erik aus Oberpfaffenhofen; später am Abend rockte die als „Schi-Wa-Gu“ firmierenden Bürgermeister Christian Schiller (Herrsching), Manfred Walter (Gilching) und Wolfram Gum (Seefeld) die Halle. „Ich fand das super“, sagte Schiller nach dem Auftritt, weil alle mittanzten – auch Rollstuhlfahrer.

Dies alles zu organisieren und die entsprechenden Genehmigungen des Ordnungsamtes einzuholen, sei gar nicht so leicht gewesen: Ursprünglich waren fünf Security-Leute verlangt worden, man habe sich dann aber auf zwei einigen können. Draußen regelte die Freiwillige Feuerwehr den Parksuchverkehr, drinnen galt es, auf einige Besonderheiten Rücksicht zu nehmen: Wie laut darf der Sound sein, um niemanden zu stressen? Was ist mit Alkoholausschank? „Man hat sich auf die Linie verständigt, dass die ab 16 Jahren zugelassenen Disconacht-Besucher damit eigenverantwortlich umgehen sollten“, berichtet der KJR-Vorsitzende Claus Piesch. Ein Gedanke des inklusiven „Tanzbar“-Festes sei es aber eben auch, Handicaps nicht immer zu thematisieren. Und die fröhliche Atmosphäre ist dann auch eine echte Ermunterung für alle Beteiligten: Draußen ist es kalt, aber drinnen im Warmen tobt man sich im Getümmel zum Song „Eisbär“ von „Grauzone“ aus. Dessen Text geht so: „Ich möchte ein Eisbär sein / Im kalten Polar / Dann müsste ich nicht mehr schrein / Alles wär so klar...“

Alles sehr gut – tanzbar!

Von Thomas Lochte

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