Der grimmige Smiley ist offenbar seltener zu sehen: An den meisten Standorten in Starnberg sind die Durchschnittsgeschwindigkeiten Ende 2020 geringer ausgefallen als ein Jahr zuvor.
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Der grimmige Smiley ist offenbar seltener zu sehen: An den meisten Standorten in Starnberg sind die Durchschnittsgeschwindigkeiten Ende 2020 geringer ausgefallen als ein Jahr zuvor.

Smiley-Bilanz für Starnberg

Tempo-Messungen: Grund zum Lächeln

Die sogenannten Smileys im Stadtgebiet zeigen auch längerfristig Wirkung. Das belegt ein Vergleich der Geschwindigkeiten zwischen dem vierten Quartal 2019 und 2020. Allerdings wirken die Geräte nicht immer wie gewünscht.

Starnberg – Immer für ein Quartal veröffentlicht die Stadt Starnberg die Ergebnisse der sogenannten Smileys, der Geschwindigkeitsmesser, die an vielen Stellen in der Stadt und den Ortsteilen Autofahrer mahnen, wenn sie zu schnell fahren. Wirken sie? Nach gängiger Meinung ja. Wir haben einmal die Daten vom vierten Quartal 2019 mit denen vom vierten Quartal 2020 verglichen. Das zeigt: Die Durchschnittsgeschwindigkeiten sinken, wenn auch nur leicht. Einzelne Raser tauchen in diesen Daten allerdings nicht auf.

Direkt vergleichen lassen sich die Angaben nicht immer, auch nicht für einzelne Standorte, die noch dazu wechseln. Ein Grund dafür sind beispielsweise die Messzeiten, die nicht immer identisch sind. Deswegen lassen sich nach Angaben der Stadt auch keine Rückschlüsse auf das Mobilitätsverhalten in Corona-Zeiten aus den Zahlen ziehen. Was vergleichbar ist, sind die gemessenen Durchschnittsgeschwindigkeiten – und die ändern sich durchaus, vielfach sinken sie.

Für Oliver Jauch, Verkehrssachbearbeiter der Starnberger Polizei, prinzipiell ein gutes Zeichen. Eine allgemeine Reduzierung der Geschwindigkeiten kann die Polizei bei eigenen Kontrollen nämlich nicht feststellen. Der Lockdown dürfte auch keine große Rolle gespielt haben, auch wenn er zu weniger Verkehr führt, der vielfach aber schneller fließt.

Starnberg

Ferdinand-Maria-Straße Höhe Josef-Sigl-Straße, Richtung B 2: 30 km/h sind dort erlaubt, eingefahren wurde 2020 mit durchschnittlich 31 km/h und ausgefahren auch. Diese Werte sind niedriger als 2019 (33 und 34 km/h). Heißt: Es ist besser geworden.

Gautinger Straße Höhe Nummer 70, ortsauswärts: Dort wurde 2019 zu schnell gefahren und 2020 auch. Mit 59 km/h beim Ein- und 57 km/h beim Ausfahren sind es mehr als zehn Prozent höhere Geschwindigkeiten als erlaubt. Die Stadt prüft weitere Geschwindigkeitskontrollen.

Gautinger Straße Höhe Am Schlosshölzl, ortseinwärts: Fahrzeuge aus Richtung Mühltal kommen dort ziemlich schnell in den Ort, die Eingangsgeschwindigkeit lag 2020 bei 67 km/h, die Ausfahrtsgeschwindigkeit bei 54 km/h. Beide Werte liegen um drei km/h unter denen des Jahres 2019, also zeigt sich eine Verbesserung. Problem dort ist auch, dass die Messung vor dem Ortsschild beginnt, die Einfahrtgeschwindigkeit also nicht per se zu hoch ist.

Gautinger Straße Höhe Nummer 26, ortsauswärts: Bei erlaubten 50 km/h sind 54 km/h beim Ein- und 52 km/h beim Ausfahren akzeptable Werte. 2019 waren sie etwas höher.

Gautinger Straße Höhe Einkaufsmarkt, ortseinwärts: Unproblematisch, weil dort beim Ein- und Ausfahren 52 und 51 km/h gefahren werden bei erlaubten 50 km/h. Auch dort liegt das Tempo unter den Werten von 2019.

Hanfelder Straße Höhe Königsberger Straße, ortseinwärts: Das Messfeld beginnt kurz vor dem Ortsschild, weswegen die Einfahrgeschwindigkeit von 57 km/h nicht ungewöhnlich ist. Wichtiger ist das Tempo, mit dem Fahrzeuge danach Richtung Stadt weiterfahren – es waren im vierten Quartal 2020 51 km/h. Auch diese Werte liegen unter denen von 2019.

Hanfelder Straße Höhe Angerweidestraße, ortsauswärts: Einer der wenigen Standorte, an denen langsamer gefahren wird als erlaubt (50 km/h).

Jahnstraße Höhe Nummer 35, Richtung Weilheimer Straße: Unkritisch, weil bei erlaubten 30 km/h bei Ein- und Ausfahrt 29 bzw. 30 km/h gefahren werden. Ende 2019 war das noch grundsätzlich anders, allerdings gab es dort zeitweise eine Baustelle.

Kaiser-Wilhelm-Straße Höhe BRK, Richtung B 2: Völlig unkritisch, 30 km/h sind erlaubt und werden gefahren. Im vierten Quartal 2019 war das auch schon so, damals mit im Schnitt einem Kilometer pro Stunde mehr.

Kaiser-Wilhelm-Straße Höhe Friedenskirche, Richtung Bahnhof: Mit 31 km/h fuhren Fahrzeuge 2020 ins Messfeld, mit 34 hinaus. Das entspricht fast den Werten von 2019.

Leutstettener Straße Höhe Edeka Richtung Bahnhof Nord: 30 km/h sind erlaubt, im Schnitt wird mit 28 hinein- und mit 32 hinausgefahren. Beides ist weniger als 2019.

Leutstettener Straße Höhe Gradstraße, Richtung Bahnhof Nord: 35 km/h rein, 32 km/h raus bei erlaubten 30 km/h sind in Ordnung und wie häufig weniger als Ende 2019. Dennoch will die Stadt dort eventuell mehr kontrollieren lassen.

Leutstettener Straße Höhe Riedener Weg Richtung B 2: Mit 38 km/h rein und mit 36 km/h raus ist an dieser Stelle zu viel, findet die Stadtverwaltung und will verstärkt kontrollieren lassen. Das war auch schon Ende 2019 so, die Geschwindigkeiten haben sich leicht erhöht.

Otto-Gaßner-Straße Höhe Amtsgericht, Richtung Hanfelder Straße: Mit 36 km/h fahren Fahrzeuge in den Messbereich, mit 35 hinaus – beides zu viel bei erlaubten 30 km/h und Anlass für die Verwaltung, weitere Maßnahmen zu prüfen. Die Geschwindigkeiten sind im Vergleich zu 2019 angestiegen.

Otto-Gaßner-Straße Höhe Friedhof, Richtung Ferdinand-Maria-Straße: 30 km/h sind dort erlaubt, und genau so schnell sind die Autos auch.

Söckinger Straße Höhe Maisinger-Schlucht-Straße, Richtung B 2: Einer der wenigen Standorte, an denen deutlich langsamer gefahren wird als erlaubt. Möglich wären 50 km/h, gefahren werden 42 bzw. 40 km/h; das könnte auch an der Verkehrsinsel dort liegen.

Von-der-Tann-Straße Höhe Nummer 20, Richtung Hanfelder Straße: 30 km/h sind dort erlaubt, Fahrzeuge fahren mit 31 ins Messfeld und mit 30 hinaus. Alles in Ordnung also.

Weilheimer Straße Höhe Grubenstraße, ortseinwärts: Bei erlaubten 50 km/h wird dort mit 68 (Einfahrt) und 63 km/h (Ausfahrt) deutlich zu schnell gefahren. Die Verwaltung sieht Handlungsbedarf in Form von mehr Kontrollen.

Wilhelmshöhenstraße Höhe Nummer 8, Richtung Oberer Seeweg: Alles in Ordnung dort bei erlaubten 30 und gefahrenen 31 km/h.

Wittelsbacherstraße Höhe Kirchplatz, Richtung Bahnhof: Unkritisch, 30 km/h sind erlaubt und werden auch gefahren.

Wittelsbacherstraße Höhe Nummer 18, Richtung Hauptstraße: 30 km/h sind erlaubt und werden auch gefahren.

Söcking

Andechser Straße Höhe Bründlwiese, Richtung Ortsmitte: Diesen Standort gab es 2019 nicht, und die Daten aus dem vierten Quartal 2020 zeigen auch, dass er wohl nicht nötig wäre. Bei erlaubten 50 Sachen fahren Autos mit 52 ins Messfeld und mit 51 raus.

Andechser Straße Höhe Prinz-Karl-Straße: Dieser Smiley verdient besondere Aufmerksamkeit, weil er kurz vor der Hol-und-Bring-Zone der Grundschule in Richtung Starnberg misst und deswegen auf 30 km/h als Grenze eingestellt ist, obwohl am Standort noch Tempo 50 gilt – rund 50 Meter weiter beginnt der 30er-Bereich. Das Tempolimit dort gilt werktags von 7 bis 17 Uhr – und wird wahrgenommen. Fahrzeuge fahren mit 39 km/h in den Messbereich, mit 38 heraus.

Prinz-Karl-Straße Höhe 30c, Richtung Andechser Straße: Unkritisch, bei erlaubten 30 km/h liegen die Ein- und Ausfahrgeschwindigkeiten bei 32 und 33 km/h, wie auch 2019.

Riedeselstraße Höhe Waxensteinstraße, Richtung Hanfelder Straße: 40 km/h sind dort erlaubt, gefahren werden 46 (Einfahrt) und 45 km/h (Ausfahrt). Ein leichter Rückgang gegenüber 2019.

Percha

Berger Straße Höhe Grundschule: Die Ergebnisse für diesen Standort sind kaum einzuschätzen, weil dort werktags von 7 bis 17 Uhr 30 km/h gilt, die übrige Zeit 50. Eingestellt ist der Smiley auf 30 km/h, was wegen der Schule auch sinnvoll ist. Im Durchschnitt fuhren Fahrzeuge dort mit 37 km/h ins und mit 38 km/h aus dem Messfeld Richtung Autobahn. Beide Werte liegen unter denen von 2019 (41 und 40 km/h), es ist also eine gewisse Verbesserung festzustellen. In der Gegenrichtung (Höhe Paul-Thiem-Weg) haben sich die Durchschnittsgeschwindigkeiten nicht verändert.

Buchhofstraße Ortseingang aus Richtung Wangen: 50 km/h sind erlaubt, gemessen wurden in den letzten drei Monaten 2020 im Schnitt 57 km/h beim Ein- und 51 km/h beim Ausfahren; der Smiley reduziert das Tempo effektiver als 2019, als es im Schnitt zwei km/h mehr waren.

Hadorf

Dorfstraße, aus Richtung Perchting: Auch dort ist eine leichte Verbesserung im Jahresvergleich feststellbar, denn 2019 fuhren Fahrzeuge mit 81 km/h ins Messfeld, ein Jahr später nur noch mit 77 km/h. Beides ist zu viel, aber nicht verwunderlich, da die Messung vor dem Ortsschild beginnt. Ein Punkt, den die Polizei stets bemängelt hatte. Dieser Smiley wirkt jedoch mit am stärksten von allen: Fahrer bremsen bis auf 59 km/h ab (Vorjahr: 62 km/h).

Landstetten

Andechser Straße Höhe Hausnummer 121: Erlaubt sind dort 50 km/h, die aber kaum jemand fährt. 2019 lag die Einfahrtsgeschwindigkeit ins Messfeld in Richtung Perchting bei 66 km/h, nach der Liste 2020 bei 60 km/h. Problem: Im vierten Quartal 2020 gab es an dem Smiley einen Defekt, die Daten stammen aus dem Herbst. Nach den Angaben ist die Geschwindigkeit beim Ausfahren von 59 auf 56 km/h gesunken. Das heißt: Die Situation ist etwas besser geworden. Ähnliches gilt für die Gegenrichtung.

Leutstetten

Altostraße Höhe Hausnummer 34, ortseinwärts: Im Jahresvergleich gab es keine Änderung, bei erlaubten 30 km/h lagen das Tempo bei der Einfahrt in den Messbereich und die Ausfahrtsgeschwindigkeit bei 34 km/h.

Wangener Straße Höhe Nummer 33, Richtung Altostraße: Die Abkürzung aus Wangen Richtung Mühltal hat kein gravierendes Geschwindigkeitsproblem. Erlaubt sind 30 km/h, gefahren werden 33.

Perchting

Andechser Straße Höhe Römerstraße: In Richtung Starnberg waren gemessene Fahrzeuge – ob Pkw oder Lkw, können die Geräte nicht unterscheiden – beim Einfahren 60 und beim Ausfahren 53 km/h schnell. Im Jahr zuvor waren es 58 und 56 km/h, also ist es zumindest beim Ausfahren eine Verbesserung. Richtung Andechs waren es bei erlaubten 50 km/h beim Einfahren 61 und beim Ausfahren 56 km/h; das ist jeweils ein Kilometer pro Stunde weniger als 2019. Für die Fahrtrichtung Andechs will die Stadt Geschwindigkeitskontrollen ins Auge fassen, um das Tempo zu senken.

Seefelder Straße Höhe Kreuzweg, Richtung Perchting: 50 km/h sind erlaubt und werden auch gefahren.

Wangen

Olympiastraße Höhe Nummer 27, ortseinwärts: Gemessen wird dort vor dem Ortsschild, was die Einfahrtsgeschwindigkeit von 67 km/h erklärt. Der Smiley wirkt aber, weil Fahrzeuge mit 55 km/h in den Ort weiterfahren. Beide Werte sind niedriger als 2019, der Stadt aber nicht niedrig genug – es soll mehr kontrolliert werden.

Olympiastraße Höhe Pfarrweg, ortseinwärts: Am Ortseingang aus Richtung Percha ist die Welt für den Smiley in Ordnung – 59 km/h rein, die erlaubten 50 km/h raus. Auch dort sind beide Werte etwas geringer als 2019.

Schorner Straße Höhe Nummer 10, Richtung Wangen: Die wenig befahrene Nebenstrecke nach Schorn ist keine Raserstrecke, allerdings wird dort nach Einschätzung der Stadtverwaltung zu schnell gefahren mit 42 km/h rein und 38 km/h raus bei erlaubten 30 km/h. Eventuell soll mehr kontrolliert werden.

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