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Netze, Markierungen, Sitzbänke: Alles weg an fünf von ehemals neun Tennisplätzen am Riedener Weg.

Starnberg

Tennisabteilung des TSV Starnberg: Die Angst vor der Zukunft

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Nach dem Wegfall von fünf der ehemals neun Tennisplätze am Riedener Weg blickt die Tennisabteilung des TSV Starnberg in eine ungewisse Zukunft. Immerhin sagt die Stadt Unterstützung zu.

Starnberg – Es ist ein trauriges Bild, das Teile der Tennisanlage am Riedener Weg mittlerweile abgeben. Ein Bauzaun riegelt die Parkplätze vor dem Clubhaus des TSV Starnberg ab, an fünf Tennisplätzen sind bereits Netze, Bänke, Zäune und Markierungen entfernt – alles deutliche Zeichen der neuen Besitzverhältnisse. Zum 31. August war der Pachtvertrag ausgelaufen, die Fläche gehört nun der RE-sponsibity GmbH von Michael Ullmann, die dort nach wie vor Wohnungen errichten will – auch wenn der Bauausschuss des Stadtrats das bislang einstimmig ablehnt.

Wie es für die 250 Mitglieder starke Tennisabteilung weitergeht, steht damit völlig in den Sternen. Etwa 60 Mitglieder suchten bei einer außerordentlichen Abteilungsversammlung am Freitagabend gemeinsam nach Lösungen. „Unser wichtigstes Ziel ist es, den Spiel- und Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten“, sagte Präsidiumsmitglied Hans Michael Jungwirth. Die vier bestehenden Sandplätze sind dafür zu wenig, zusätzliche Kapazitäten mietet sich der TSV für den Rest des Jahres in Percha an. Auch für 2017 und 2018 scheint das eine realistische Variante zu sein. Aber danach? „Einen Verein auf zwei Anlagen zusammenzuhalten, kann auf Dauer nicht funktionieren“, malte Abteilungsleiter Matthias Wörsching ein düsteres Bild.

Auch UWG-Stadtrat Dr. Jochen Busse sprach von einer „bedrückenden Situation“. Ihn treibe die Sorge um, dass Starnberg seine vitale Tennis-Landschaft verliere, sagte Busse. Nachdenklich zeigte sich auch Bürgermeisterin Eva John. Sie sicherte dem TSV aber die volle Unterstützung der Stadt zu.

So traurig das Bild, so verzwickt ist die Lage. Denn Investor Ullmann hat seinen Plan von einer Bebauung am Riedener Weg längst nicht aufgegeben. „Wir glauben an das Gute im Menschen und sind weiter in Verhandlungen“, hatte er vor kurzem dem Starnberger Merkur gesagt. Auch John geht davon aus, dass Ullmann einen langen Atem habe. Er sei mit dem Kauf des Areals vor einiger Zeit ein wirtschaftliches Wagnis eingegangen und könne sicherlich „Generationen von Stadträten“ abwarten, um doch noch zum Zug zu kommen. Zumal der Siedlungsdruck in den kommenden Jahren auch im Landkreis Starnberg noch zunehmen dürfte.

Die Hoffnung, bis dahin mit Ullmann einen neuen Pachtvertrag abzuschließen, ist beim TSV relativ klein. Die aktuelle Forderung betrage 100 000 Euro pro Jahr, erklärte Abteilungsleiter Wörsching. „Das ist für uns nicht bezahlbar und außerdem ja auch kein Zukunftsmodell.“ Gleichwohl gebe es demnächst ein weiteres Gespräch zwischen Ullmann und dem TSV, erklärte Präsidiumsmitglied Jungwirth. Und auch John will im Dialog bleiben. „Zu fairen Bedingungen können wir jederzeit wieder Verhandlungen aufnehmen“, sagte die Bürgermeisterin.

Manche TSV-Mitglieder schielen bereits auf die Plätze des Tennisparks auf der gegenüberliegenden Seite der Bahnlinie. Wie realistisch das ist? Zwar stehe die Tennishalle auf städtischem Grund und Boden, die Fläche mit den acht Sandplätzen gehöre aber zum Schörghuber-Imperium, erklärte John. Und dort herrsche offenbar die Erwartungshaltung, das Areal zwischen Lidl und Hagebaumarkt einmal mit Gewerbe zu bebauen. Aber sie sagte auch: „Vielleicht kann man über diese Fläche nachdenken, und vielleicht macht Schörghuber mit.“ In Gesprächen sei man jedenfalls.

Die Hoffnung stirbt also auch beim Tennis zuletzt.

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