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Ist der freie Tennissport in Starnberg noch zu retten?

Tennispark Starnberg

Die Hoffnung stirbt zuletzt

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Bei Spielern und Trainern keimt Hoffnung auf, dass der freie Tennissport in Starnberg nicht in einen Dornröschenschlaf mit ungewisser Dauer versinkt.

Starnberg– Es mehren sich die Anzeichen, der Betrieb im insolventen Tennispark an der Gautinger Straße könnte über das Ende der Wintersaison hinaus ab Mai weiterlaufen. Eines ist aber sicher: Der Tennissport hat dort langfristig keine Zukunft.

Sportgelände in Percha als Alternative?

Das mögliche Szenario bis zu einer endgültigen Liquidierung des Tennisparks: Ein Teil der acht Außenplätze des Tennisgeländes (im Eigentum der Bayerische Hausbau) und die Halle (sechs Spielfelder) stehen mittelfristig zur Verfügung – die Rede ist von fünf bis sechs Jahren. Denn es ist bekannt, dass die Hausbau ihre Flächen (12 000  von insgesamt 20 000m²) einer anderen Nutzung zuführen will. Bis eine Planung für diese neue Nutzung steht und das Bauleitverfahren durchlaufen hat, könnte dort weiter dem weißen Sport gefrönt werden. 

In dieser Übergangszeit soll ein Konzept entwickelt werden, wo den nicht vereinsangehörigen Tennisspielern Alternativen geschaffen werden können. Im Gespräch ist das Sportgelände in Percha, wo es bereits Tennisplätze gibt, die vom SC Percha nicht mehr genutzt werden. Auch das Gelände der Freien Turnerschaft an der Ottostraße in Starnberg bietet sich an. Dort sind ebenfalls Tennisplätze angelegt.

Im Raum stehen 1,7 Millionen Euro

Damit solche Überlegungen Realität werden, müssen neben der Bayerischen Hausbau weitere Partner einverstanden sein und sich einigen. Dazu zählt auch die Frage, was die Stadt Starnberg mit der Fläche vor hat (8000 m²), auf der jetzt die Tennishalle steht. Wie berichtet, hatte der Stadtrat im Herbst den Heimfall des an die Tennispark Starnberg GmbH vergebenen Erbbaurechts erklärt (was einer Kündigung des Vertrages entspricht).

Mit dem Heimfall gehen alle Rechte an dem Grundstück an die Stadt als Eigentümerin zurück. Sie muss aber auch die Pflichten des Erbbaunehmers erfüllen und gegebenenfalls eine Entschädigung an die Tennispark Starnberg GmbH wegen der vorzeitigen Beendigung des Vertragsverhältnisses zahlen. Im Raum stehen 1,7 Millionen Euro, wie Insolvenzverwalter Dr. Christian Gerloff bestätigt hatte. Dieser Betrag deckt sich im Wesentlichen mit den Verbindlichkeiten, die die GmbH bei der VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg hat. Wie der frühere Betreiber Peter Lang gegenüber unserer Zeitung kurz vor seinem Ausscheiden aus der GmbH erklärt hatte, geht es um 1,4 Millionen Euro, mit denen er bei der Bank in der Kreide steht.

Bürgermeisterin John: „Die Stadt ist bemüht“

Sein Interesse, den Tennisbetrieb in Starnberg fortzusetzen, hat auch der Tutzinger Investor Richard von Rheinbaben erneut bekräftigt. Er muss sich allerdings noch im Detail über den Investitionsbedarf für die Anlage, insbesondere für die sanierungsbedürftige Halle, ein Bild machen. Mit der VR Bank hat er sich nach verlässlicher Information unserer Zeitung schon im vergangenen Jahr geeinigt. Er soll maximal 500 000 Euro aufwenden, um die Verbindlichkeiten der GmbH auf einen Schlag abzulösen. Sollte die Stadt als Rechtsnachfolger der Tennispark Starnberg GmbH einen ähnlichen Schuldennachlass aushandeln können, dürfte einem Zustandekommen des beschriebenen Szenarios wohl nichts im Wege stehen.

Von den beteiligten Partnern war gestern nur Bürgermeisterin Eva John zu erreichen. Sie bestätigte, es gebe positive Verhandlungen und sagte: „Die Stadt ist bemüht, den Betrieb der Tennishalle so lange aufrecht zu erhalten, bis ein alternativer Standort in Starnberg gefunden ist.“

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