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Im Tennispark scheinen die Lichter jetzt doch früher auszugehen.

Wie geht‘s jetzt weiter?

Tennispark: Stadt kündigt Erbbauvertrag auf

Die Stadt Starnberg hat kein Interesse mehr, auf ihrem Gelände an der Gautinger Straße weiterhin Sport treiben zu lassen. Sie wird das Recht auf Heimfall des Erbaurechtsvertrages mit der Tennispark Starnberg GmbH ziehen. Das kommt einer Kündigung gleich.

Starnberg– So einig war sich der Starnberger Stadtrat schon lange nicht mehr. Hinter verschlossenen Türen hat er am Montagabend über das Schicksal des Tennisbetriebs an der Gautinger Straße beraten – und sich für den Heimfall des Erbbaurechtsvertrages mit dem Tennispark entschieden. Das bedeutet: Das Erbaurecht für das Areal (etwa 8000 m²) fällt an die Stadt zurück, und damit auch das Eigentum an der dort von der Tennispark GmbH errichteten Halle.

Den Heimfall eines Erbbaurechts kann der Rechtegeber dann in Anspruch nehmen, wenn der Rechtenehmer insolvent ist und/oder wenn, wie beim Fall des Tennisparks, ein Zwangsverwalter vom zuständigen Gericht eingesetzt wurde. Wie Zwangsverwalter Dr. Christian Schmitt (München) mitteilt, zieht ein Heimfall Entschädigungszahlungen nach sich. Das können die Abgeltung des Gebäudewertes und die Übernahme der Verbindlichkeiten der GmbH sein (1,5 Millionen bei der VR Bank, wie berichtet). Darüber müsse verhandelt werden.

Die Stadträte hatten auch die Alternative, sich für eine Aufrechterhaltung des Tennisbetriebs auszusprechen. Wenn man auch dem Vernehmen nach die Tennisspieler nicht im Regen stehen lassen wolle und nach Ersatz Ausschau halte, hat man von dieser Alternative Abstand genommen. Obwohl der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Christian Gerloff und der Zwangsverwalter in einem gemeinsamen Schreiben an alle Stadträte positive Signale für einen Weiterbetrieb geschildert hatten. Die Tennishalle sei gut ausgelastet. Ihre Umsatzerwartungen seien übertroffen worden, schreiben sie. Auch sei man in Gespräch mit mehreren Investoren. Zu denen gehört der Tutzinger Unternehmer Richard von Rheinbaben.

Verwundert und „negativ überrascht“ hat sich dieser zu der Ratsentscheidung geäußert. Dies sei die komplexeste Lösung, sagte von Rheinbaben unter Berufung auf entsprechende Äußerungen des Zwangsverwalters. Dennoch will er sein Vorhaben, den Tennisbetrieb fortzuführen, noch nicht aufgeben: „Wir bleiben interessiert, die Halle weiter zu betreiben.“ Er wisse aber nicht, ob dies unter den neuen Bedingungen funktioniert.

Ob und bis wann an der Gautinger Straße Tennis noch möglich sei, konnte auch Zwangsverwalter Schmitt gestern nicht beantworten. „Wir müssen den Ratsbeschluss erst bewerten und beurteilen“, sagte er, der erst durch unsere Zeitung von der Entscheidung erfahren hatte.  mül/nz

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