+
„Da Himme wart ned“: Die Theatergruppe des TSV Perchting begeistert bei der Premiere

Theatergruppe des TSV begeistert zur Pre

Theater in Perchting: Vergnügliche Trennlinie zwischen Leben und Tod

Feldafing - Theaterstücke mit Himmel-und-Hölle-Thematik gibt es viele, denn hier lässt sich die Läuterung des Menschen besonders schön beschreiben. Nach längerer Suche hat sich die Theatergruppe des TSV Perchting für „Da Himme wart ned“ von Markus Schelle und Sebastian Kolb entschieden, ein relativ junges Stück, das recht locker das Irdische gegen das Jenseitige ausspielt. Um von hüben nach drüben zu gelangen, muss der vom Herzkasperl dahingeraffte Polizist Stelzl (ideal besetzt mit Christian Dreyer) noch eine „Engelsanwärterprüfungsaufgabe“ bewältigen.

Er soll den ebenfalls frisch verstorbenen Schreiner Bömmerl (Peter Küchler als mit dem eigenen Tod so gar nicht einverstandener Querkopf) abholen und binnen 24 Stunden durch die Himmelspforte geleiten. Bömmerls Tochter Anna (Pauline Mittermayer) muss derweil samt dem grundanständigen Gesellen Emmeran (Sepp Silberg) den wirtschaftlich angeschlagenen Tischler-Betrieb weiterführen, während bereits die geiernde Verwandtschaft (Katharina Ott und Luis Sepperl als „Froschmeiers“) ins Haus einfällt. Als plötzlich ein verschwundener Lottoschein Millionen-Gewinn verspricht, versuchen die beiden Himmelsanwärter Stelzl und Bömmerl mit allen Mitteln, die Dinge in die rechten Bahnen zu lenken. Hilfreich dabei: der Spiritismus-Glaube von Fini (Waltraud Beigel) und die „akustische Halluzinose“ des Himbeergeist-Trinkers Toni Schellnberger (Rudi Happach bemerkenswert überzeugend).

Der auf drei Akte verteilte Plot sorgte dafür, dass die Perchtinger Theaterfreunde unter der Spielleitung von Bernd Habich zu gewohnter Hochform aufliefen – und auch die „Maske“ (Helga Erhard) leistete Großartiges: Stelzl und Bömmerl in ihren Schlafanzügen (beide hatte der Tod ja beim Ankleiden beziehungsweise im Schlaf ereilt) kommentieren leichenblass grantelnd und doch ohnmächtig, was da auf Erden ohne sie so alles durcheinander läuft. An der Trennlinie zwischen Lebenden und Toten hat das Stück seine stärksten Szenen, denn der Zuschauer darf aufs Vergnüglichste beiden Seiten bei ihrem Treiben zuschauen.

Als Fini, Emmeran und der „Himbeer-Toni“ mit seinen „mediterranen Fähigkeiten“ auch noch ihre Antennen ausfahren, um Bömmerl Geist zu rufen, feiert die Gestaltungskunst mit den Helmen der Möchtegern-Spiritisten Triumphe. Die Mutter der Kompanie, Marianne Gröger (diesmal Souffleuse), war erfreut, dass sich in Bernd Habich mal wieder ein Regisseur aus den eigenen Reihen gefunden hatte, und auch die Stimme aus dem „Off“ (Lisi Pfauser) lobte ihn am Ende als „Dompteur“. Und Stelzl und Bömmerl haben sich ihre Engelsflügel wacker verdient – das Wartezimmer der Himmelspforte wäre mit der dort aufliegenden Lektüren nämlich eher „die Hölle“ gewesen.

„Da Himme wart ned“: Weitere Aufführungen am 5., 7., 8., 13., 16., 21., 22., 28. und 29. April ( 20 Uhr) sowie am 9.,17. und 23. April (18 Uhr) im Sportheim des TSV Perchting.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Rauschers Denkmal bröckelt
Ein Denkmal, das an einen jungen Mann erinnert, der mit jungen Jahren im Ersten Weltkrieg fiel, droht zu verfallen. 
Rauschers Denkmal bröckelt
Hubschrauber sorgt für Verkehrsbehinderungen
Ein medizinischer Notfall hat am Dienstagmorgen auf der Autobahn A95 zwischen dem Starnberger Kreuz und der Ausfahrt Fürstenried für Verkehrsbehinderungen gesorgt.
Hubschrauber sorgt für Verkehrsbehinderungen
Unbekannte beschmieren Schlosspark und Polizeistelle
Erst am Starnberger Schlosspark, dann an der Polizeidienststelle: Unbekannte hinterließen in der Nacht von Montag auf Dienstag Schmierereien.
Unbekannte beschmieren Schlosspark und Polizeistelle
Spaß unter Freunden endet im Krankenhaus
Am Anfang war es Spaß, dann wurde daraus Ernst. Ein Tutzinger fuhr mit seinem Pkw los - sein Freund lag auf der Motorhaube. 
Spaß unter Freunden endet im Krankenhaus

Kommentare