Corona in Deutschland: Spahn verkündet Testpflicht für Reiserückkehrer ab Samstag - doch nicht für alle

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Sie kümmert sich auch in Krisenzeiten um die Tiere: die Tierpflegerin Stefanie Reindl.

Schließung wegen Corona

Tieradoptionen erst ab Mai wieder

Das Tierheim Starnberg arbeitet in Sparbesetzung. Schließlich herrscht auch unter den Pflegern die Angst, sich mit Corona anzustecken. Und dann müssten alle in Quarantäne.

Starnberg – Für Levi, einen Schäferhund-Labrador-Mix aus dem Starnberger Tierheim, ändert sich durch das neuartige Coronavirus auf den ersten Blick wenig – für seine Pfleger allerdings umso mehr. Für sie gilt, eine mögliche Infektion unter allen Umständen zu vermeiden, denn: Infiziert sich ein Mitarbeiter mit Covid-19, müsste die gesamte Belegschaft in Quarantäne. Und die Versorgung von Levi und den weiteren 100 Tierheimbewohnern könnte dann nicht weiter gewährleistet werden.

Seit zwei Wochen ist die Belegschaft des Tierheims deshalb nur noch mit halber Besetzung im Einsatz. Zwei Gruppen à sechs Personen wechseln sich alle fünf Tage ab, der neue Schichtplan gilt vorerst bis Ende April, erklärt Tierheimleiterin Christine Hermann. Durch die Aufteilung des Personals soll immer eine Gruppe im Notfall die Versorgung der Tiere alleine übernehmen können. Bis Ende nächsten Monats bleibt auch Besuchern und Ehrenamtlern der Zutritt ins Heim verwehrt. Auch Adoptionen werden bis Anfang Mai ausgesetzt.

Fundtiere nimmt das Heim weiterhin auf

Das Tierheim leistet aber noch weit mehr als die Betreuung der Tiere in Starnberg. Zwei Außendienstler sind zusätzlich unterwegs, um Wildkatzen einzufangen. Damit die Population kontrolliert werden kann, müssen die Kater kastriert werden. Eine Aufgabe, die zwar innerhalb weniger Tage erledigt ist, bei begrenzten Kapazitäten aber auch für das Personal eine Zusatzbelastung darstellt. Tierärztliche Besuche und medizinische Eingriffe laufen dabei weiter wie bisher. Auch Fundtiere nimmt das Heim weiter auf. Gerade Eichhörnchen müssen zu dieser Jahreszeit häufig aufgepäppelt werden. Noch sieht Christine Hermann Kapazitäten. Diese müssten aber für dringende Fälle offen gehalten werden.

So stellte sich vor kurzem die Frage, was mit einem Hund passieren sollte, dessen Besitzer wegen Verdachts auf Covid-19 in ein Krankenhaus musste. Das Heim nahm ihn auf: „Entgegen mancher kursierender Mythen können Tiere Menschen nicht mit dem Virus anstecken“, sagt Hermann. Ideal sei der Umzug für den Hund aber nicht gewesen: „Tiere haben am wenigsten Stress, wenn sie Zuhause versorgt werden können“, sagt die Leiterin.

Tierhaltern rät sie dazu, Ansprechpartner zu suchen, die im Notfall die Versorgung des Tieres übernehmen könnten. Braucht das Tier bestimmte Medikamente oder Futter, sollten die Halter diese besser auf Vorrat kaufen. Auch jüngere Menschen könnten helfen, indem sie Älteren bei Gassi-Spaziergängen oder Futterkäufen unterstützen.

Nachbarschaft als erste Anlaufstelle

Für Beratungen und Fragen steht das Tierheim telefonisch weiter unter Telefon (0 81 51) 87 82 zur Verfügung. „Bei den Beratungen haben wir auch gemerkt, dass die Tiere meist doch noch vor Ort versorgt werden können“, sagt Hermann. Viel lasse sich lokal über nachbarschaftliche Solidarität regeln.

In voraussichtlich anderthalb Monaten sollen Besucher und Ehrenamtler die Tiere wieder kennenlernen und spazieren führen dürfen. Vielleicht lernt dann ja auch Levi ein neues Herrchen kennen.

von Alice Beckmann-Petey

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