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Tierheim Starnberg zieht Bilanz: Eine Bleibe für rund 1000 Tiere

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Von: Laura Forster

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Sind noch auf der Suche nach einem neuen Herrchen oder Frauchen: Setter-Mix Edgar mit Stefanie Reindl (l.) und Mischling Quiko mit Tierheim-Leiterin Christine Hermann.
Sind noch auf der Suche nach einem neuen Herrchen oder Frauchen: Setter-Mix Edgar mit Stefanie Reindl (l.) und Mischling Quiko mit Tierheim-Leiterin Christine Hermann. © Dagmar Rutt

Fast 1000 Tieren hat das Tierheim Starnberg im vergangenen Jahr ein Zuhause gegeben. Ein Großteil davon konnte erfolgreich vermittelt oder freigelassen werden – trotz Pandemie. Für 2022 wünscht sich Tierheim-Leiterin Christine Hermann jedoch wieder etwas Normalität.

Starnberg – Die Corona-Pandemie hat auch 2021 den Alltag des Tierheims in Starnberg auf den Kopf gestellt. „Wir haben uns an alle Auflagen des Landratsamtes gehalten“, unterstreicht Leiterin Christine Hermann. „Das hat leider bedeutet, dass wir nur im Sommer für eine kurze Zeit öffnen durften.“ Auch Veranstaltungen, Kindergeburtstage, Tag der offenen Tür und Schulführungen mussten schon zum zweiten Mal ausfallen. „Wir sind froh, dass wir trotz allem so viele Tiere vermitteln konnten“, sagt Hermann, die seit zehn Jahren das Tierheim am Franziskusweg leitet. Fast 1000 Tiere versorgte sie zusammen mit ihrem 18-köpfigen Team im vergangenen Jahr, davon rund 200 Katzen, 300 Kleintiere und 80 Hunde.

Per Telefon oder E-Mail konnten sich Interessierte für einen Termin zum Kennenlernen anmelden. „Fast alle Tiere sind auf unserer Internetseite. Wir aktualisieren alles regelmäßig“, sagt Hermann. Vor allem für Katzen sei die Chance auf ein neues Zuhause sehr hoch. „Wir vermitteln so gut wie alle Katzen. Manche müssen ein bisschen länger bei uns bleiben, weil sie beispielsweise krank sind und noch Medikamente brauchen, aber sogar die älteren Tiere finden einen neuen Besitzer.“ Anders sieht es bei den Hunden aus. Die Vermittlung werde immer schwieriger, immer mehr Hunde bleiben jahrelang im Tierheim. In rund einem Drittel der 25 Hütten wohnen sogenannte Gnadenbrothunde. „Es werden immer mehr auffällige Hunde abgegeben, die beißen und unerzogen sind“, sagt Hermann. Durch die Pandemie sei der Internetmarkt explodiert. „Viele Leute saßen zuhause im Homeoffice und wollten einen Hund haben. In vielen Fällen war das Tier jedoch anders als erwartet – zurück an den Händler konnten die neuen Besitzer den Hund jedoch nicht geben.“ Wer ein Tier aus dem Tierheim adoptieren möchte, bekommt genug Zeit, es kennenzulernen und erhält hilfreiche Tipps der Pfleger.

Immer mehr Wildtiere im Tierheim - Lebensraum für Fuchs, Igel und Siebenschläfer wird kleiner

Neben den vielen Haustieren wurden im vergangenen Jahr auch rund 350 Wildtiere wie Igel, Vögel und Eichhörnchen am Franziskusweg abgegeben. „Das nimmt leider stark zu“, sagt Christine Hermann. „Der Lebensraum der Wildtiere wird immer kleiner. Wir päppeln die Tiere wieder auf und lassen sie zurück in die Freiheit.“ Vor allem für Aufgaben wie diese ist das Tierheim auf Spenden angewiesen. „Wir bekommen zwar einen Teil von der Stadt gezahlt und auch unsere 1400 Mitglieder helfen uns sehr, doch ein Tierheim hat immer zu kämpfen.“ Die Spendenbereitschaft hat 2021 im Vergleich zum Vorjahr deutlich nachgelassen. „Man merkt, dass die Leute ermüdet sind. Umso wichtiger ist es, dass im kommenden Jahr wieder Veranstaltungen stattfinden können“, sagt Hermann.

Ein großes Projekt für 2022 ist die Verbesserung des Katzenhauses. „Das Gebäude ist schon gute 60 Jahre alt. Da gibt es Sanierungsbedarf.“ Schon im vergangenen Jahr hatte sich das Tierheim berechtigte Hoffnungen gemacht – eine zu enge Einfahrt durchkreuzte jedoch die Pläne. Nun soll es mit dem neuen Katzenhaus im zweiten Anlauf klappen. lf

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