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Im Starnberger Tierheim leben derzeit 50 Igel. Für Mitarbeiter wie Johannes Strödel ist das nicht ungewöhnlich. Die Tiere werden zum Teil noch in diesem Herbst, spätestens aber im Frühling wieder ausgewildert.

Tierheim gibt Tipps

Wichtige Tage für den Igel

  • Hanna von Prittwitz
    vonHanna von Prittwitz
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Sie rascheln im Laub, wuseln über den Rasen und schmatzen oft ziemlich laut: Im Herbst sind verstärkt die Igel unterwegs, um sich für den Winterschlaf Gewicht anzufressen. Tierfreunde können den kleinen stacheligen Gesellen in diesen Zeiten helfen, sollten es aber nicht übertreiben.

Starnberg – Im Starnberger Tierheim leben derzeit 50 Igel. Einige kamen schon als Igelbabys – weil ihre Mütter totgefahren wurden und Spaziergänger die jammernden Tierchen fanden. „Die haben dann oft so 20 bis 30 Gramm“, erklärt Tierpfleger Johannes Strödel (32). Zwei, drei Monate lang päppeln die Tierschützer sie auf. Aber auch zu leichte und schwache Tiere landen im Starnberger Tierheim. Dabei gilt grundsätzlich die Faustregel: Für Igel, die bis zum 1. November nicht das Gewicht von 600 Gramm erreicht haben, kann der Winter kritisch werden. Tiere, die derzeit um die 300 Gramm haben, brauchen Unterstützung durch Experten vom Tierschutzverein. Sind sie nicht nur leicht, sondern auch noch krank, muss der Tierarzt helfen.

Bei Tieren, die aktuell um die 400 Gramm wiegen, können Gartenbesitzer zufüttern. „Am besten ist Katzenfutter oder auch Barf-Fleisch für Hunde“, erklärt Strödel. Igel vertragen keine Laktose, Milch ist also ungeeignet. Das gilt auch für Katzen-Trockenfutter: „Das sind einfach viele Bestandteile drin, die ein Igel überhaupt nicht braucht und die ihm auch schaden, Zucker zum Beispiel.“ Am besten richten die Igelfreunde geschützte Futterstellen ein, die Katzen, Hunde und Füchse nicht erreichen können. Dafür geeignet sind umgedrehte Wäschekörbe oder kleine Kisten. Das Futter riechen die Igel auf große Entfernung – „sie haben einen sehr guten Geruchsinn“, erklärt Strödel. Über die Dauer der Fütterung entscheidet der Igel selbst: „Er kommt dann einfach nicht mehr.“ Strödel weiß, dass viele Tierfreunde kranke und zu kleine Igel auf eigene Faust aufpäppeln. Empfehlen kann er dies nicht. „In diesem Fall sollten sich die Bürger immer mit dem Veterinäramt absprechen. Das überprüft dann die Sachkundigkeit.“

Viele der im Tierheim lebenden Igel werden noch in diesem Herbst, spätestens aber im Frühjahr wieder ausgewildert. Beim Umgang mit den Tieren achten auch die Mitarbeiter im Tierheim auf strenge Hygiene. „Igel sind für Parasiten prädestiniert“, warnt Strödel. Auch wenn Würmer, Zecken, Flöhe und Milben dem Igel wenig zu schaffen machen. Für Menschen gilt: „Anfassen am besten nur mit Gartenhandschuhen, die hat ja eigentlich jeder daheim.“ Und hinterher Hände waschen und desinfizieren. Das Tierheim Starnberg ist unter z (0 81 51) 87 82 erreichbar. Informationen gibt es auch unter twww.tierschutzbund.de.

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