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Drei Männer für die Bretagne-Optik: Jonathan Karlstett, Dennis Schulztech und Christian Hipp (v.l.) sprühen auf das Trafohäuschen Meer, Strand, Häusesr, Segelschiff, Strandzelte, blauen Himmel und eine Postkarte. 

Kunstaktion in Starnberg

Gruß aus der Bretagne am Trafohäuschen

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Das Trafohäuschen an der Ecke Weilheimer Straße/Dinardstraße in Starnberg erinnert jetzt mit einem großformatigen Bild an 40 Jahre Städtepartnerschaft.

Starnberg – Der Lack ist schon von der anderen Straßenseite aus zu riechen. Christian Hipp (37) steht mit seiner Spraydose am Trafohäuschen an der Dinardstraße. Seine Aktivkohlefilter-Maske hat er schon auf. Ein kurzer Blick auf die Vorlage, dann sprüht Hipp weiter.

In einer Tagesarbeit möchte der Potsdamer Künstler mit seinen Kollegen von Art-Efx das Trafohäuschen mit einem Bild zum 40-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Starnberg und Dinard besprühen. Zwei Motive der bretonischen Küste, das Partnerschaftslogo und eine Postkarte sind dort dann zu sehen. „Eine schöne Stelle“, sagt Hipp und zeigt auf die Straße, „hier passt es gut hin.“ Während ihrer Wartezeit an der Ampel können Autofahrer an der Ecke Weilheimer Straße/Dinardstraße künftig einen Blick in die Bretagne werfen.

Über 240 Farbtöne hat Hipp mitgebracht. Der Autolack ist auf Acrylbasis. „Damit gibt es nicht diese Risse wie früher mit den Nitro-Lacken.“ Schließlich soll das Kunstwerk ja lange zu sehen sein. „An manchen Objekten sieht es nach 20 Jahren noch wie neu aus.“ Über 90 Prozent seiner Arbeit mache er mit der Sprühdose, im Winter arbeite er auch mit der Airbrush-Methode. Manchmal kommt der Pinsel zum Einsatz. Eine Bezeichnung will Hipp über sich nicht hören: Graffiti-Künstler. „Die machen Schriftzüge. Wir gestalten Fassaden, sind Illusionsmaler.“

Vor dem Sprayen mussten die Potsdamer erst einmal das Trafohäuschen säubern. Ein paar Tage in weißer Farbe hatten gereicht, dass jemand das Häuschen mit einem schwarzen Schriftzug versah. Das soll künftig nicht mehr passieren. Sei ein Kunstwerk erst mal zu sehen, würden nur zwei bis drei Prozent der Objekte verschandelt, sagt Hipp.

Das Projekt in Starnberg sei für ihn mittelschwierig. Das Meer, das Wasser und die Steine – das meiste sprühen die Künstler frei Hand auf. Für den Schriftzug auf der Postkarte gibt es eine Schablone. „Auf jeden Fall ein schönes Motiv“, sagt Hipp.

Ein Projekt für eine Städtepartnerschaft ist Neuland für die Potsdamer – verwunderlich bei über 7000 Objekten weltweit. 70 000 Kilometer legen die Künstler pro Jahr zurück. „Umso größer, umso schöner“, lautet das Motto für die Objekte. Bisherige Spitzenleistung: ein 33 Meter hoher und 100 Meter langer Wohnblock in Berlin, den Hipp und seine Kollegen mit Heißluftballons bemalt haben. Den Motiven sind kaum Grenzen gesetzt – von Fachwerkhausbalken auf der Hausfassade bis zum Porsche auf der Garage. „Wir haben schon alles gemalt, was man malen kann“, glaubt der Potsdamer. Nun auch einen Gruß aus der Bretagne auf ein Trafohäuschen.

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