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Trinkwasser

Abkochen noch bis mindestens nächste Woche

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Landkreis Starnberg - Nach wie vor gibt das Gesundheitsamt noch keine Entwarnung bei der Verunreinigung des Trinkwassers.

Erst hat man kein Glück, dann kommt noch Pech dazu: Die Mitarbeiter der Ammersee Wasser- und Abwasserbetriebe (AWA) schieben derzeit ohnehin Überstunden, dass es kracht. Schließlich waren in einer Wasserprobe Enterokokken nachgewiesen worden (wir berichteten). Seitdem gilt in etlichen Gemeinden des Landkreises ein Abkochgebot für Trinkwasser, zudem wird das Wasser vorsorglich gechlort.

 Für die Mitarbeiter bedeutet das laut AWA-Chef Hermann Doblinger Dauerstress. Sie müssen in allen betroffenen Orten immer wieder Proben nehmen. Um nachzuschauen, ob das Chlor im rund 330 Kilometer langen AWA-Trinkwassernetz auch überall angekommen ist. „Das ist in unserer ländlichen Region durchaus schwierig“, sagt Doblinger. Und kann noch eine Weile dauern, ergänzt der Leiter des Gesundheitsamtes beim Landkreis, Dr. Lorenz Schröfl. 

Er rechnet damit, dass das Trinkwasser noch bis Anfang/Mitte der kommenden Woche sicherheitshalber abgekocht werden muss. Die Chlorung, die seine Behörde angewiesen hat, soll bis mindestens 25. Oktober beibehalten werden. Derweil werden weitere Proben untersucht, denn auf die leichte Schulter nehme man den Enterokokkenbefall nicht, stellt Dr. Schröfl klar: „Es gibt viele verschiedene Arten dieses Bakteriums. Welche genau nachgewiesen wurde, ist unklar. Aber einige können bei immungeschwächten Personen durchaus zu Erkrankungen führen.“ Passiert sei noch nichts, er rechne auch nicht damit, aber „sicher ist sicher.“

Und so werden die Mitarbeiter der AWA auch weiter 10- bis 12-Stunden-Tage haben. Wenn nichts zusätzlich passiert wie am Dienstag, als um Mitternacht ein Stromausfall verzeichnet wurde, die Mitarbeiter aus den Betten sprangen und sich darum kümmerten. „Ich habe ein wunderbares, engagiertes Team“, sagte Doblinger gestern. Über die Ursache der Verunreinigung ist aber noch nichts bekannt.

Update: Hier lesen Sie die neuesten Erkenntnisse in einem weiteren Artikel.

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