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Ein Schild weist auf den Tunnel-Bau hin.

Tunnel-Planänderung: Unterlagen online

Die Auslegung der Unterlagen für die Planänderungen beim B 2-Tunnel hat vor wenigen Tagen begonnen. Die gesamte geänderte Planung ist online abrufbar, nur in Ausnahmefällen ist eine persönliche Einsichtnahme möglich.

Starnberg – Der Unterschied hat wenige Buchstaben: Das Staatliche Bauamt Weilheim hat auf seiner Internetseite die kompletten Unterlagen des Planänderungsverfahrens für den B 2-Tunnel veröffentlicht und die alten Papiere gleich dazu – der Unterschied ist durch „tektiert“ gekennzeichnet, die alten Unterlagen tragen einen Vermerk „überholt“. Die offizielle Auslegung dauert noch bis einschließlich 10. August. Vor allem Grundstücksbesitzer im Bereich der Tunneltrasse sollten sich die Unterlagen anschauen. Zwar bleibt das Info-Center für den Tunnelbau wegen der Corona-Beschränkungen geschlossen – der Raum ist recht klein –, doch steht das Staatliche Bauamt für Fragen sowohl telefonisch unter Telefon (0881) 99 00 als auch per E-Mail etwa an die Adresse teamtunnelstarnberg@stbawm.bayern.de zur Verfügung. Einige Anfragen habe man bereits gehabt, sagte der zuständige Abteilungsleiter Raphael Zuber gestern.

Das Planänderungsverfahren ist, vereinfacht ausgedrückt, ein kleineres Planfeststellungsverfahren, das sich nur auf bestimmte Teilbereiche der Tunnelplanung bezieht, nicht auf das Projekt als Ganzes. Das Verfahren war wegen geänderten Vorgaben, weiteren Dükern zur Grundwasserumleitung, der Veränderung der Pannenbuchten (sie sind nun länger und liegen in beiden Fällen gegenüber und nicht mehr versetzt zueinander), dem Einbau von Rettungsaufzügen in die sechs Notausstiege und wegen des Einbaus einer Löschanlage nötig geworden. Auch beim Bauablauf haben sich einige Änderungen ergeben; so wird etwa die Lagerfläche am Südportal Weilheimer Straße deutlich größer als bisher geplant und reicht fast bis zum Sportplatz der FT. Durch einige Maßnahmen will das Bauamt die Belastung für Anwohner während des Baus reduzieren.

Einwendungen gegen Planteile möglich, nicht aber gegen das gesamte Projekt

Durch diese so genannte optimierte Planung ergeben sich auch Änderungen bei der Inanspruchnahme von Grundstücken – mehr als 40 werden zusätzlich ganz oder während der Bauzeit benötigt, etwa ebensoviele aus der alten Planung dafür gar nicht mehr. In den Unterlagen findet sich eine mehrseitige Auflistung der betroffenen Flächen inklusive Flurnummern, sodass jeder nachschauen kann, ob sein Grundstück betroffen ist.

Gegen die Planänderung können bis zum 24. August Einwendungen vorgebracht werden. Das geht elektronisch, allerdings nicht mit einer einfachen E-Mail, oder persönlich unter Einhaltung der Corona-Vorgaben – und natürlich schriftlich per Post. Einwendungen können bei der Stadt eingereicht werden oder bei der Regierung von Oberbayern, die Herrin des Verfahrens ist. Bei Fragen hilft die Regierung unter Telefon (089) 21 76 28 33 weiter. Einwendungen dürfen sich nur auf die geänderten Planteile beziehen, nicht etwa gegen das Projekt an sich.

Klagen könnten Tunnel-Bau verzögern

Am Ende des Änderungsverfahrens – Termin offen – ergeht ein neuer Bescheid, gegen den Rechtsmittel möglich sind. Denkbar wäre, dass Klagen den Tunnel-Bau danach verzögern könnten. Deswegen gibt es derzeit auch keinen aktualisierten Zeitplan, weil der erst nach Ende der Planänderung verlässlich aufstellbar ist.

Die Bekanntmachung findet sich auf lk-starnberg.de („Bürgerservice“, „Presse und Veröffentlichungen“, Amtsblatt vom 8. Juli). Die Unterlagen gibt es auf www.stbawm.bayern.de im Bereich „Straßenbau“, „Planfeststellungen“ und „Aktuelle Planfeststellungsverfahren“. Auf starnberg.de sollen sie ab heute verfügbar sein.

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