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Gefahrenstelle Überweg: Insbesondere seit einem Unfall im Herbst suchen viele nach einer Lösung, damit der Überweg an der Hauptstraße nicht von Autos blockiert ist. Beste Chancen derzeit hat eine Staukamera.

Tutzinger-Hof-Platz

Sympathien für eine kleine Kamera

Eine Staukamera soll den Verkehrsfluss am Tutzinger-Hof-Platz in Starnberg verbessern, vor allem aber die Verkehrssicherheit für Fußgänger auf dem Überweg über die Hauptstraße verbessern. Das Landratsamt will die Kamera 

Starnberg– Mehr als 25 000 Fahrzeuge rollen jeden Tag über den Fußgängerüberweg über die Hauptstraße direkt am Tutzinger-Hof-Platz. An zumeist 21 Stunden pro Tag ist das kein Problem und keine Gefahr für Fußgänger – in den Stoßzeiten vor allem am Nachmittag müssen Fußgänger nicht selten Slalom laufen, weil der Rückstau aus der Hauptstraße bis auf die Kreuzung reicht. Dagegen soll nun eine so genannte Staukamera helfen.

Nach einem Unfall mit einem Kind Ende September war die Debatte um die Sicherheit für Fußgänger hochgekocht. Bürger thematisierten die Frage in der Bürgerfragestunde des Stadtrates. Die Möglichkeiten allerdings sind begrenzt, denn ein gutes Stück Unvernunft der Autofahrer ist auch dabei. Blitzer forderten einige, andere eine Reduzierung der Spuren auf der Münchner Straße. Letzteres würde wohl zu einem Rückstau bis ans Autobahndreieck führen. Guter Rat war teuer, und die CSU um Stadtrat Stefan Frey machte einen neuen Vorschlag: eben eine so genannte Staukamera.

Dahinter verbirgt sich nichts anderes als eine kleine Kamera, vermutlich angebracht an einem der Ampelmasten an der Hauptstraße. Sie hat die Kreuzung im Blick, und zwar in Richtung Münchner Straße. Da die Staukamera mit dem Ampelnetz gekoppelt ist, kann das computergesteuerte System erkennen, welche Ampelphase gerade gilt und ob die Kreuzung voller Autos ist oder nicht. Ohne menschliches Zutun erkennt die Kamera einen Rückstau – und schaltet die Ampel an der Münchner in Richtung Hauptstraße früher auf Rot. So soll gewährleistet werden, dass die Kreuzung frei ist und der Überweg auch. Soweit die Theorie.

Ob das auch praktisch funktioniert, vermag das zuständige Staatliche Bauamt Weilheim nicht zu sagen. Abteilungsleiter Christian Probst: „Es gibt Pro und Kontra, wir sind da auch hin- und hergerissen.“ Ein solches System greife natürlich in die Grüne Welle ein, auch wenn nur die Ampel Richtung Hauptstraße früher auf Rot geschaltet werde. Die Phasen der übrigen Ampeln bleiben unverändert. Nicht ausgeschlossen sei, dass Abbieger von der Hanfelder Straße dann auf dem Fußgängerüberweg stehen – das wisse man nicht.

Das Landratsamt als zuständige Verkehrsbehörde will das herausfinden und wird die Staukamera zumindest als Testbetrieb genehmigen. Kreissprecher Stefan Diebl zufolge ist der Vorschlag mit Bauamt und Polizei bereits besprochen worden. Gestern informierte die Kreisbehörde die Stadt und den Initiator Stefan Frey über dieses Ergebnis. Der CSU-Stadtrat freute sich über die Nachricht und hofft, dass nun keine Unfälle mit Fußgängern mehr passieren. Probst zufolge dauert es um die zwei Monate, bis das System in Betrieb ist.

Mehr Kontra als Pro sieht Johannes Bauer, Verkehrssachbearbeiter der Starnberger Polizei: „Die Polizei hat das abgelehnt, weil es den Verkehrsdruck auf die Münchner Straße erhöht und den Stau Richtung Autobahn verlängert.“ Das gilt freilich nur in den Stoßzeiten am Nachmittag etwa zwischen 16 und 19 Uhr – zu anderen Zeiten besteht das Problem am Tutzinger-Hof-Platz kaum. Eine kürze Grünphase werde sich auch auf die Abbieger Richtung Hanfelder Straße/Gilching auswirken – sie müssen auch länger warten.

Probst erklärte, wenn das Landratsamt die Kamera anordne, werde man sie natürlich auch installieren.

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