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Die Wohnbau Starnberg am See GmbH will diesen  Neubau errichten, der im Bauausschuss bisher jedoch umstritten ist.
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Dieses Gebäude soll dem Neubau weichen.
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German Baier  will diesen Weg abflachen, unter dem Vogelanger durchführen und so eine nicht mehr so steile Verbindung Richtung Schlossberg schaffen.

Hauptstrasse

Moderner Neubau, alter Weg

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Kaum ein Projekt der vergangenen Jahre hat für so lebhafte Debatten gesorgt wie der Neubau an der Hauptstraße 12 neben der Stadtbücherei. Abgesehen von der Architektur und der Angst vor einem „goldenen Dachl“ gibt es noch eine Streitfrage - den Weg auf den Schlossberg.

Starnberg – German Baier (85) hat Berichte über den geplanten Neubau an der Hauptstraße 12 in Starnberg genau gelesen – und er fürchtet, der Stadt könnte eine Chance entgegen. Dem Vermessungsingenieur geht es nicht um die Architektur des Neubaues, sondern um den Weg daneben in Richtung Vogelanger und Schlossberg. Dazu hatte er bei der Ideenwerkstatt im vorigen Jahr einen Vorschlag eingereicht, der durch den Neubau womöglich unmöglich wird. Allerdings ist der Vorschlag an sich zwar reizvoll, aber aus Sicht der Stadt ambitioniert.

Seit Jahren klagen vor allem ältere Menschen über die fehlende Möglichkeit, barrierefrei von der Stadt – meint Hauptstraße – zu Rathaus und Schloss zu gelangen. Drei Wege sind es derzeit. Die recht steile Treppe zwischen Centrum und Stadtbücherei, die wie derzeit im Winter bis auf einen schmalen Streifen aus Sicherheitsgründen gesperrt ist. Den kleinen Steig am Buberl-Brunnen vorbei, der aber recht steil ist – und den Umweg über den Tutzinger-Hof-Platz. Die Stadt hatte schon vor längerem deswegen einen Vorschlag im Zuge des Programms „Barrierefrei 2023“ unterbreitet, der allerdings schnell wieder vom Tisch verschwand: einen Fahrstuhlturm zwischen Bücherei und Centrum. Das Vorhaben war am Stadtrat und am damaligen Eigentümer des Centrums zerschellt, unter anderem, weil Letzterer von den Plänen nichts wusste. Das Problem ist bisher ungelöst.

Optimierung für Fußweg

German Baier hingegen denkt an einen aufwendigen Weg, der aber einen gewissen Charme mitbringt. Sein Vorschlag: Der Weg zwischen Hauptstraße 12 und Bücherei soll so ausgebaut werden, dass er unter dem Vogelanger durchführt und dann in einer weiten Kurve bis zum Feodor-Lynen-Steig, dem Weg unter der Brücke am Schloss hindurch. Er ist überzeugt, dass man eine Steigung von elf oder zwölf Prozent einhalten kann, deutlich weniger als jetzt. „Eine Stadt, die gedeihen will, darf dieser Frage nicht ausweichen“, schrieb er an Bürgermeisterin Eva John. Denn: Der Neubau müsste wohl nach Süden verschoben werden, damit ausreichend Platz wäre. Das müsste vor der Entscheidung über den Bauantrag geregelt werden. Baier hat derzeit einen zweispurigen Weg im Sinne, ein einspuriger ginge aber auch, findet er. Wenn der Bauausschuss in drei Wochen Grundstück und Umgebung besichtigt, sollte er gleich auch diese Frage im Blick behalten.

Den Weg hatten auch schon einige Bauausschussmitglieder im Blick, als sie über den Neubauplan diskutierten. Ludwig Jägerhuber (CSU) hatte deswegen Nachverhandlungen mit dem Bauherren verlangt, um seitlich am Gebäude eine Treppe schaffen zu können. Gerd Weger (CSU) unterstützte diese Forderung. Stadtbaumeister Stephan Weinl und Bürgermeisterin Eva John zufolge ist der Weg zugleich die Zufahrt zum Gebäude in zweiter Reihe und ein Rettungsweg, der eine Mindestbreite von 3,5 Metern haben müsse.

Visualisierung wird vorbereitet

Mit dem Vorschlag von German Baier hat sich das Rathaus in den vergangenen Tagen etwas intensiver befasst. Stadtbaumeister Weinl hält ihn nach einem ersten Blick für „kühn“, will sich aber nach Angaben der Bürgermeisterin noch genauer einarbeiten und dann German Baier eine Einschätzung geben. Ein Punkt: Für eine Absenkung müsste man Teile des Hangs vermutlich aufwändig abstützen. Zu beachten wäre wohl auch, dass Teile des Schlossberges mit dem Schloss unter Denkmalschutz stehen.

Für den geplanten Neubau, der zahlreiche Bauausschussmitglieder entsetzt und einige begeistert hatte (wir berichteten), gibt es inzwischen einen genaueren Entwurf. Eine Visualisierung ist in Arbeit. Seitens der Stadt gab es dazu diese Würdigung: „Die Wohnbau Starnberg am See GmbH plant auf dem Grundstück an der Hauptstraße, direkt neben der Bücherei, das Bestandsgebäude abzubrechen und einen Neubau mit Ladenlokalen und Wohnungen zu errichten. Aufgrund der wichtigen Lage im Stadtgebiet haben sich die Planer intensiv mit der städtebaulichen Situation auseinandergesetzt und eine in Form und Maßstab angemessene Gebäudeplanung entwickelt. Der Bauausschuss hat das Thema in seiner Sitzung am 25.01.2018 kontrovers diskutiert und wird sich in seiner nächsten Sitzung im Rahmen einer Ortsbesichtigung erneut mit dem Thema, insbesondere der Materialwahl, befassen.“

Vor allem die Dachverkleidung mit Metallschindeln hatte wenig Anhänger im Ausschuss, auch wegen der Farbe – einem Goldbronze-Ton.

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