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Wieder Blumen am Gartentor: Traudl Hölch (89) hat einen gestohlenen Topf wiederbekommen, zwei weitere schenkte ihr Starnbergs Bürgermeisterin Eva John.

Skurriler Anblick

Unfassbar: Die Geschichte hinter diesem Bild - und das Happyend

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  • Michael Stürzer
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In Zeiten von Corona wollte ihre Tochter ihr eine Freude machen. Zwischenzeitlich zierten zwei Pappschilder und ein Hinweisschild den Eingang zu Traudl Hölchs Garten. Doch der Fall hatte ein rührendes Ende.

  • In Zeiten von Corona tut Aufmunterung gut.
  • Traudl Hölch jedoch ist traurig - sie wurde beklaut.
  • Ein Bild ihres Vorgartens ist derzeit der Hingucker in Starnberg.

Update Samstag, 28. März:

Erst die Traurigkeit, dann die große Freude: Traudl Hölch aus Starnberg hat einen ihrer verschwundenen Blumentöpfe zurückbekommen – und zwei weitere bekam sie von Bürgermeisterin Eva John geschenkt. „Ich hatte Tränen in den Augen“, sagt die 89-Jährige. Hölchs Tochter Ursula hatte ihr vorigen Donnerstag zwei Blumentöpfe geschenkt, unter anderem bepflanzt mit Primeln, Hyazinthen und Hornveilchen. Die beiden 25-Zentimeter-Töpfe standen links und rechts des Gartentors an der Von-der-Tann-Straße, allerdings nicht lange: Bereits am Freitag waren sie verschwunden, gestohlen oder aus Spaß an der Zerstörung entfernt. „Wer macht denn sowas?“, fragt sich Traudl Hölch.

Diese Frage bleibt unbeantwortet, aber die originelle Idee der Tochter, mit Pappschildern auf die Untat hinzuweisen, hat etwas gebracht. „Einen habe ich zurückbekommen“, berichtete Traudl Hölch gestern hoch erfreut dem Starnberger Merkur. Eine Nachbarin entdeckte einen der verschwundenen Töpfe in der Nähe und brachte ihn zurück. Die größte Überraschung war aber der Besuch eines Gärtners, der plötzlich bei der 89-Jährigen vor der Tür stand. „Ich war sehr überrascht“, sagt sie, denn der Gärtner hatte zwei bepflanzte Blumentöpfe und einen Brief dabei. Erst etwas skeptisch, ließ sich die Starnbergerin den Brief zeigen – er war von Bürgermeisterin Eva John. Sie bedauere, schrieb die Rathauschefin, dass die Blumen verschwunden seien, und sie wolle Traudl Hölch wieder zur Freude verhelfen – und schenkte ihr zwei Blumentöpfe. Das findet die Seniorin richtig klasse: „Eine wunderbare Frau. So etwas ist mir mit der Stadt noch nie passiert.“ Sie dankte allen ausdrücklich, die ihr geholfen hatten.

Originalmeldung:

Starnberg – Dieses Bild ist derzeit der Hingucker in Starnberg: zwei wunderschöne Blumentöpfe mit saftigem Grün darin – aus Pappe mit der Aufschrift „Leider geklaut“. Wie es dazu gekommen ist? „Meine Tochter wollte mir eine Freude machen und hat am vergangenen Donnerstag zwei Blumentöpfe aufgestellt“, berichtet Traudl Hölch, die in dem Haus lebt. Die Terrakotta-Töpfe standen auf den Säulen links und rechts vom Gartentor, hatten einen Durchmesser von 25 Zentimeter und waren unter anderem mit Primeln, Hyazinthen und Hornveilchen bepflanzt, erzählt die 89-Jährige im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Starnberg: 89-Jährige beklaut - unfassbares Bild

Als sie am Freitag wieder raus ging, traute sie ihren Augen nicht: Die Töpfe waren verschwunden. Irgendjemand muss sie in der Nacht zuvor gestohlen haben. „Wer macht denn so was?“, fragt sich Traudl Hölch und überlegt: „Vielleicht wollte jemand seiner Mama oder seiner Oma eine Freude machen, hatte aber kein Geld.“ Aber selbst wenn: Sich dann einfach bei anderen Leuten bedienen – „das macht man nicht“, sagt die Seniorin. „Und wie kann man denn an etwas Freude haben, wenn man es gestohlen hat?“

Diebstahl in Starnberg: Bild sorgt für Aufmerksamkeit

„Ich bin sehr, sehr traurig“, sagt Traudl Hölch enttäuscht. Seit sie denken kann, hätten an der Stelle bunte Blumen gestanden. Erst habe sie sich selbst darum gekümmert, seit einiger Zeit pflanze ihre Tochter Ursula (60) den Frühlingsgruß. Sie war es auch, die ihren Ärger in eine Bastelei umgewandelt hat. Und wer weiß: Vielleicht bringt der Dieb die Sachen reumütig ja wieder zurück. „Ich wünsche ihm ja nichts Schlechtes“, sagt die Seniorin. Wobei: „Ein tagelanger Durchfall – dann ist er gestraft genug.“ Wer etwas von dem Diebstahl weiß: Die Redaktion des Starnberger Merkur, Telefon (0 81 51) 26 93 37, leitet Hinweise gern weiter. 

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