Verband Wohnen

Das ist der optimale Grundriss

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Der Verband Wohnen will bei seinen Planungen künftig Zeit und Geld sparen. Deswegen setzt er bei seinen Gebäuden auf einen standardisierten und gleichzeitig flexiblen Grundriss.

Landkreis – Das Prozedere ist immer dasselbe: Möchte der Verband Wohnen im Landkreis Starnberg ein neues Mehrfamilienhaus bauen, muss er bereits die Objektplanung ausschreiben – europaweit. Das kostet Zeit und damit auch Geld. Das Ergebnis dieses Prozesses ist jedoch überschaubar. Wenn nach durchschnittlich sechs Monaten die Arbeiten der Architekten vorliegen, unterscheiden sich diese oft nämlich nur in Einzelheiten. „Die Erfahrung zeigt, dass die individuell erarbeiteten Grundrisstypen sich aus Gründen der Wirtschaftlichkeit am Ende des Entwurfsprozesses stark annähern“, erklärt der Technische Leiter des Verbandes, Wolfgang Robl.

Haken: Grundrisse dürfen nicht kopiert werden

Deswegen will der Verband künftig – wenn möglich – mit einem Standardgrundriss arbeiten: zwölf Wohnungen verteilt auf drei Stockwerke, pro Etage eine Vierzimmer-, eine Dreizimmer- und zwei Zweizimmerwohnungen. Wohnfläche insgesamt: rund 850 Quadratmeter. Aus Sicht des Verbandes der optimale Grundriss. „Das entspricht genau unseren Anforderungen“, sagt Geschäftsführer Michael Vossen im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Wesentliches Element sei dabei die sogenannte Ladengangerschließung, über die die Wohnungen zu erreichen sind. Sie ermöglicht es auch, bei größeren Grundflächen einfach eine oder mehrere weitere Wohnungen anzubinden – so ähnlich wie im Baukastenprinzip.

Im Narzissenweg in Weßling und im Jahnweg in Oberalting entstehen solche Häuser mit den idealen Grundrissen bereits, jeweils optimiert für das Grundstück. Die voraussichtlichen Herstellungskosten liegen bei 2274 (Weßling) und 2246 Euro pro Quadratmeter (Oberalting) ohne Baunebenkosten, dafür jedoch inklusive Keller, Aufzug und im Narzissenweg sogar Tiefgarage. Technik-Chef Robl: „Beide Projekte sind aus gestalterischer Sicht hinsichtlich Bauvolumen und Höhenentwicklung an vielen Standorten im Landkreis aus Sicht des Verbands Wohnen denkbar.“ Aber natürlich nicht überall – stark geneigte Grundstücke etwa müssten extra überplant werden, ergänzt Geschäftsführer Vossen.

Einziger Haken an der Sache: Einfach kopieren darf der Verband die Grundrisse nicht – noch nicht. Das hätte in der jeweiligen Ausschreibung drinstehen müssen, erklärt Vossen. Bei der nächsten Möglichkeit soll das nachgeholt werden. Wann sich diese Chance bietet, steht aber noch nicht fest. Die Planung der derzeit zehn Neubauvorhaben sei schon zu weit fortgeschritten, um den Passus noch einfügen zu können, sagt Vossen.

Verband bewirtschaftet etwa 2300 Mietwohnungen

Mit den Typengebäuden, wie Robl sie nennt, will der Verband nicht nur Zeit, sondern auch Geld sparen. 30 bis 40 Prozent der Kosten im Rahmen der Planungsleistungen könnten eingespart werden, glaubt Robl. Darüber hinaus bedeutet ein früherer Baubeginn natürlich auch noch günstigere Preise. Die Auftragsbücher der Baufirmen sind bekanntlich voll, je später ein Auftrag kommt, desto teurer kann es werden. „Die Preise kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben“, sagt Vossen.

Die Verbandsversammlung hat den Vorschlag gestern wohlwollend zur Kenntnis genommen. Aktuell bewirtschaftet der Verband etwa 2300 eigene Mietwohnungen. Ihm gehören 13 Gemeinden (ohne die Stadt Starnberg) und der Landkreis an.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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