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Thomas Schimck war es zu verdanken, dass der Schwan am Bahnhof See gestern die Fahrbahn am Bahnhofplatz verlassen und wieder Richtung Bahnhof See gewatschelt war. Dennoch gab es für das Tier kein Happy-End. 

Verirrtes Tier am Bahnhof See

Schwanen-Drama ohne Happy-End

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Ein in Starnberg herumirrender Schwan ist am Dienstag von seinen Leiden erlöst worden. Zuvor hatte er Passanten, Autofahrer und die Feuerwehr auf Trab gehalten.

Starnberg – Thomas Schimck war zufällig auf dem Weg in die Innenstadt, als er den Schwan entdeckte. Am Bahnhofplatz, unweit des Hotels Bayerischer Hof, watschelte das graue Tier gestern zur Mittagszeit über die Fahrbahn. Autofahrer mussten abbremsen, um eine Kollision zu vermeiden. Der 49-jährige Schimck handelte schließlich. „Ich habe meine Jacke ausgezogen und den Schwan auf den Gehsteig gescheucht“, erzählt der gelernte Bäcker und Maler und Lackierer im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Es wäre doch schade, wenn er überfahren wird.“

Das passierte am Dienstag zwar nicht, dennoch hat das Tier seinen Ausflug in die Stadt nicht überlebt. Ein von der Feuerwehr hinzugezogener Jäger hat das offenbar verletzten und orientierungslose Tier von seinen Leiden erlöst. Dem vorangegangen war ein Telefonmarathon, wie Starnbergs stellvertretender Kommandant Helmut Schweickart schildert.

Die Retter waren telefonisch über den Schwan informiert worden und mit zwei Mann im Einsatz. Zunächst versuchte Schweickart, über das Veterinäramt am Landratsamt Hilfe zu bekommen. Der Amtstierarzt fühlte sich allerdings nicht zuständig, da es sich bei einem Schwan um ein Wildtier handelt, und verwies an die Jagdabteilung. Auch die Tierklinik Starnberg war keine Option. Vögel werden dort nicht behandelt, sondern sofort an die Klinik für Vögel, Kleinsäuger, Amphibien und Zierfische der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in Oberschleißheim verwiesen. „Die haben schon den letzten Wildvogel von uns nicht genommen“, sagt Schweickart.

Das Tierheim Starnberg hatte nach Schweickarts Angaben zwar keine Mitarbeiter, um den Schwan selbst abzuholen, hätte das Tier aber unterbringen können. Parallel dazu kontaktierte die Feuerwehr nach Rücksprache mit dem Landratsamt einen für das Seegebiet zuständigen Jäger. Schweickart: „Wir haben alle Fachstellen abgeklappert und probieren immer, parallele Lösungen zu finden.“ Sein Dilemma: Es gebe keine klare Vorgaben, wer in einem solchen Fall zuständig sei. „Es wäre einfacher, wenn es da einen Leitfaden gibt.“

Der Jäger kam schließlich an den Bahnhof See, wo sich der Schwan auf dem Grünstreifen in Richtung Park-and-ride-Platz gesetzt hatte – quasi unter Beobachtung der Feuerwehr, die rund anderthalb Stunden lang darauf achtete, dass der Vogel nicht wieder in Richtung Straße oder sogar zu den Gleisen marschierte.

An Ort und Stelle habe sich das Tier problemlos einfangen und mitnehmen lassen, berichtet der Jäger dem Starnberger Merkur. Der Vogel habe geblutet und sei verletzt gewesen. Auch den Feuerwehrleuten und Thomas Schimck war bereits aufgefallen, dass der Schwan gehinkt und den linken Flügel komisch bewegt habe. Der Jäger erlöste das Tier schließlich von seinen Leiden. Woher die Verletzungen stammten, darüber lässt sich nur spekulieren. „Möglicherweise wurde er von einem Auto angefahren“, sagt der Jäger.

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