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Symbolbild

Verwaltungsposse

Hohe Wogen auf der Ämtersee

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Starnberg - Ein Sonnenschirmständer im See sorgt dieser Tage dafür, dass zwischen den verschiedenen Ämtern die Wogen hochschlagen. Chronik einer kleinen Verwaltungsposse.

Der unbekannte Schwimmer, er meinte es sicher nur gut. Unweit des Rettungsstegs am Undosa stieß er unter Wasser auf ein langes, spitzes Rohr. Bevor sich jemand verletzt, dachte der aufmerksame Bürger, ruft er doch lieber mal die Polizei an. Die half gern weiter und meldete das Ganze der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung, die, wie der Name vermuten lässt, für den Starnberger See zuständig ist.

Nun war es wahrscheinlich so, dass im schicken Verwaltungssitz direkt am Werftgelände gerade alle Dienstbadehosen in der Reinigung waren. Doch die Rettung nahte in Form eines Geistesblitzes: Was auch immer da im Wasser lauert, es ist nicht mehr zu gebrauchen. Also Müll. Und für die Müllentsorgung ist der Landkreis zuständig.

Bei den Nachbarn in der Pagode am See biss die Seenverwaltung allerdings auf Granit. „Diese Diskussion braucht man nun wirklich nicht“, mühte sich gestern der Sprecher des Landratsamtes, Stefan Diebl, einen Rest Diplomatie zu wahren. Wenn so etwas gemeldet werde, dann „ist schon der Gedanke zu viel, wen man ersatzweise da hinschicken könne, um den Stab aus dem See zu ziehen.“

Eine Woche munteres Behörden-Hickhack

Mittlerweile ist die Stabzuständigkeit wie ein Bumerang wieder zur Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung zurückgekehrt, berichtete Diebl. Und deren Pressesprecherin Dr. Cordula Mauß konnte gestern Konkretes vermelden: „Die Mitarbeiter der Außenstelle Starnberg der Bayerischen Schlösserverwaltung bemühen sich, den noch nicht verlässlich identifizierten Gegenstand schnellstmöglich zu finden und zu entfernen. Unsere Mitarbeiter waren bereits gestern mit dem Schwimmer, der nach eigenen Angaben kürzlich beim Tauchen in drei bis vier Metern Tiefe auf einen spitzen Gegenstand gestoßen ist, vor Ort. Bisher konnte der Gegenstand nicht gefunden werden. Wir suchen weiter.“

Bei der Stadtverwaltung beobachtet man das Ganze offensichtlich mit einem gewissen Amüsement: „Die Stadt hat an dieser Stelle keine Verkehrssicherungspflicht. Ein Badeverbot für den Steg auszusprechen, macht in diesem Fall keinen Sinn, da der Gegenstand keine unmittelbare Gefahr darstellt und sich die Treppe für den Einstieg ins Wasser auf der anderen Seite des Stegs befindet“, so Stadt-Pressesprecherin Lena Choi. Und setzt hinzu: „Schade ist es, dass Landratsamt und Schlösserverwaltung eine Woche benötigt haben, um die Zuständigkeiten zu klären.“ Garniert mit einem ironischen Angebot: „Wenn es der Schlösser- und Seenverwaltung nicht gelingen sollte, bis Anfang nächster Woche den Gegenstand zu finden und zu entfernen, wird sich die Stadt ohne Anerkennung einer Rechtspflicht dazu bereit erklären, den Sonnenschirmständer zu entfernen.“

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