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VHS führt Hybrid-Kurse ein

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Von: Katja Brenner

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VHS-Programmheft
Die VHS Starnberger See geht mit einem geringeren Kursangebot ins neue Semester. Gleichzeitig steigt die Zahl der Online-Kurse. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Die Volkshochschule Starnberger See startet mit etwa 50 Kursen weniger als zuletzt ins neue Semester. Weitere Reaktionen auf die Corona-Pandemie sind eine Anhebung der Gebühren und die Einführung eines neuen Formats.

Starnberg – Wer das Gebäude der Volkshochschule Starnberger See (VHS) am Bahnhofplatz betritt, dem wird dieser Tage wieder mehr denn sonst vor Augen geführt: Er befindet sich in einer Schule. Wie in vielen allgemeinbildenden Schulen im Landkreis zieren auch in der ehemaligen Oberschule Klebebänder die Treppenstufen, um die Einbahnregelung deutlich zu machen, Schilder weisen auf die Pflicht hin, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Das mit dem Kultusministerium abgestimmte Hygienekonzept zieht sich bis in die Kurse. „Oberstes Gebot ist: kein Risiko für unsere Kursteilnehmer“, erklärt VHS-Leiterin Christine Loibl, als sie am Freitag das neue Programm der VHS vorstellt.

Die Tische werden nach dem Unterricht desinfiziert, sie stehen weit auseinander, sodass im größten Raum der VHS gerade mal 13 Personen Platz finden. Die meisten Räume bieten nur Platz für fünf bis sechs Teilnehmer. „Damit verteuern sich natürlich auch die Kursgebühren“, sagt Loibls für den Sprachbereich zuständige Kollegin Gundula Bieber-Reynartz. Die Corona-Krise habe wie durch ein Brennglas gezeigt, dass die Starnberger VHS mehr und größere Räume brauche, betont Loibl. Die Kochkurse sind größtenteils ausgesetzt oder finden nur online statt, für Einzelveranstaltungen müssen sich Teilnehmer vorab anmelden. „Einfach spontan kommen, geht im Moment nicht“, sagt sie.

Dennoch sind Loibl und Bieber-Reynartz froh, dass sie den Präsenzbetrieb nach Pfingsten mit Hygienekonzept wieder aufnehmen konnten, zumindest in Teilen. Dozenten wie Kursteilnehmer hätten sich während des Lockdowns äußerst flexibel gezeigt „gerade die, von denen man es nicht erwartet hätte“, sagt Bieber-Reynartz. Die älteren Semester seien gegenüber den digital weitergeführten Angeboten trotz mancher Unsicherheit sehr aufgeschlossen gewesen.

Spurlos vorbei ging die Corona-Krise an der Starnberger VHS jedoch nicht. Bei den Teilnehmerzahlen verzeichnete die Einrichtung einen Rückgang um gut zwei Drittel. Viele der Dozenten sind Solo-Selbstständige, die wegen geringer bis kaum Betriebskosten keine finanziellen Zuwendungen vom Staat bekommen konnten. „Da gab es Gott sei Dank den Rettungsschirm Erwachsenenbildung“, erklärt Loibl. Der sei zwar spät gekommen, habe die VHS und ihre Mitarbeitenden aber sehr entlastet.

Etwa 50 Kurse weniger als im Semester zuvor bietet die Starnberger VHS dieses Herbst- und Wintersemester an. Geplant haben die Verantwortlichen die 452 Veranstaltungen aus den Bereichen Gesellschaft und Leben, Beruf und EDV, Sprachen und Integration, Gesundheit und Fitness, Kultur und Kreativität sowie Grundbildung und Junge VHS „mit großer Flexibilität“, wie Bieber-Reynartz erklärt. Immer im Blick: Was muss als Präsenzunterricht stattfinden, was lässt sich im Falle eines Falles auf ein Online-Seminar umstellen? Daher gibt es auch ein neues Format: die Hybrid-Kurse. Sie finden abwechselnd einmal als Präsenzveranstaltung und in der Woche darauf als Livestream statt. Etwa ein Drittel des Angebots sind von Haus aus Online-Seminare.

Angebote wie Waldbaden, Naturkosmetik selbst herstellen oder Führungen lassen sich jedoch nicht so einfach im Digitalen umsetzen. Auch getanzt wird dieses Semester weniger. Die meisten Tanzkurse sind für Einzeltänzer konzipiert.

Neu ist auch der Newsletter der Starnberger VHS, der diese Woche das erste Mal verschickt werden soll. Schon vor Corona hatte sich die VHS entschieden, auf die Hausverteilung ihres Programmheftes künftig zu verzichten. Das gibt es nun in Aufstellern an exponierten Plätzen in Starnberg, Aufkirchen, Pöcking, Tutzing und Feldafing sowie weiterhin in Rathäusern, Bibliotheken und Sparkassen – und natürlich online unter www.vhs-starnberger-see.de. Wer Pate eines solchen stummen Verkäufers werden will – sprich, immer mal wieder nachsieht, ob er gut befüllt und unbeschädigt ist – bekommt dafür übrigens einen Kursgutschein.

Das Semester beginnt am 21. September, manche Kurse bereits ein paar Tage früher.

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