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Die Schranke an der Seepromenade: Eine Videokamera soll in Zukunft Vandalen abhalten

Seepromenade: Verwaltung und Stadträten reicht es – Neue Lösung wird geprüft

Videokamera gegen Schranken-Vandalismus

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Stadtverwaltung und Stadträte in Starnberg haben die Nase voll: Eine Viodeokamera soll uin Zukunft Vandalismus an der Schranke der Seepromenade verhindern.

Starnberg – Bürgermeister Patrick Janik hat die E-Mails noch gut im Gedächtnis, die er vor rund fünf Wochen von Betriebshofchef Peter Mayer erhalten hat. „Um 6.35 Uhr hat er mir geschrieben, dass die Schranke schon wieder weg ist. Um 8.15 Uhr hat er sich erneut gemeldet: Die Schranke ist gefunden – im See“, erzählt Janik über den Schriftverkehr. Die Schranke, um die es geht, soll im Regelfall den Parkplatzverkehr auf der Seepromenade einschränken. In der Vergangenheit war sie unzählige Male das Ziel von Vandalen – weswegen es Stadtverwaltung und Stadträten nun reicht.

Der Haupt- und Finanzausschuss hat sich im nicht öffentlichen Teil seiner Sitzung am vergangenen Montag dafür ausgesprochen, den Einsatz einer Videokamera an der Stelle zu prüfen. Der Beschluss sei mit großer Mehrheit gefallen, sagt Janik auf Anfrage des Starnberger Merkur. Die Verwaltung habe nun den Auftrag, die rechtlichen Voraussetzungen zu prüfen.

Dabei spielen vor allem Fragen des Datenschutzes eine Rolle. Es gebe enge Grenzen, innerhalb denen sich die Stadt bewegen müsse, gibt Janik, der selbst Jurist ist, zu bedenken. Allerdings ist er zuversichtlich, diese rechtlichen Hürden zu überwinden.

Die Schranke beim Münchener Ruder- und Segelverein (MRSV) unweit des Undosa soll verhindern, dass Unbefugte mit ihren Fahrzeugen auf die Seepromenade fahren. Allerdings gibt es immer wieder Autofahrer, die genau das nicht akzeptieren wollen, und Rowdys, die Lust am Zerstören haben. Sie demontieren die Schranke oder brechen sie gleich ab. „Das passiert in schöner Regelmäßigkeit“, ärgert sich Janik. „Ich habe den Eindruck, dass das sicher einmal im Monat ist.“ Mal lassen die Täter die Schranke an der Promenade liegen, mal nehmen sie sie auch mit oder versenken sie in dem genannten Beispiel im See. Zugute kommt ihnen, dass die Schranke aus Sicherheitsgründen relativ einfach zu entfernen sein muss.

Für den städtischen Betriebshof bedeutet das jedes Mal, dass er die Anlage wieder reparieren muss. Derzeit lagere er sogar eine Ersatzschranke, sagt Janik. Weil der Stadt durch den Vandalismus auch finanzielle Schäden entstehen, hofft sie nun, mithilfe der Kamera die Täter überführen und in Regress nehmen zu können.

Für BLS-Stadtrat Michael Mignoli kann die Kamera aber nur ein Anfang sein. Er hatte das Thema bereits im Juni im Ausschuss zur Sprache gebracht. Gegenüber dem Starnberger Merkur sagt er jetzt: „Wir sollten auch die Parkplatzsituation viel schärfer im Auge behalten.“ Wenn nämlich die Schranke mal wieder fehle, komme es in dem Bereich der Seepromenade zu einem heillosen Chaos. Dann sollten Ordnungsdienst und Polizei stärker eingreifen, erhofft sich Mignoli. Was die Kamera an sich anbelangt, kann er sich sogar eine Alarmsicherung vorstellen, was eine noch bessere Abschreckung zur Folge habe.

Warum der Haupt- und Finanzausschuss das Thema nicht öffentlich behandelte, erklärt Janik mit dem Ausgangspunkt der Diskussion. Da sei nämlich auch noch der Aufbau einer Kamera-Attrappe eine Alternative gewesen. „Wenn wir das öffentlich beschlossen hätten, hätten wir es uns gleich sparen können“, erklärt der Bürgermeister. Nun aber will die Stadt sozusagen scharf schießen. Dabei ist das Augenmerk klar umrissen. Janik: „Es geht nicht um die Verkehrsüberwachung, sondern darum, die Funktionsfähigkeit der Schranke zu gewährleisten.“

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