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Die marode Mauer und das zukünftige Schmuckstück: Der Uferbereich vor dem Seebad (bisheriger Wasserpark) ist schwer sanierungsbedürftig. Im ersten Abschnitt sollen etwa 30 Meter neu gestaltet werden.

Aktualisierter Bericht

Viel Geld für neuen Uferbereich: Stadtrat stoppt Projekt!

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Starnberg - Ein Stück der Ufermauer am Wasserpark ist so marode, dass sie saniert werden muss. Weil das ganz schön ins Geld geht, gab es im Bauausschuss jüngst zwar eine denkbar knappe Mehrheit für die Pläne - der Stadtrat hat das Projekt am späten Montagabend aber gestoppt.

Es dauert noch Monate, bis die ersten Gäste das neue Seebad (den bisherigen Wasserpark) bevölkern werden. Wie schön es werden kann, lässt sich aber selbst an so trüben Tagen wie gestern schon erahnen. Von den Saunahütten geht der Blick durch riesige Fensterfronten über den See auf die schneebedeckten Alpen. Während die Bauarbeiter sowohl zeitlich als auch finanziell im Soll sind, ist ein paar Meter weiter ein Problem aufgetreten, das bis vor kurzem niemand auf der Rechnung hatte.

Die Ufermauer östlich des Saunastegs ist marode. Das wurde bei einem Ortstermin im November offenkundig, als ein Regenentwässerungsrohr in den See geleitet werden sollte. Stadtbaumeister Stephan Weinl: „Der Beton ist teilweise ausgespült, die Mauer selbst ist unterspült.“ Im weiteren Verlauf der Mauer Richtung Osten, an der Liegewiese des bisherigen Wasserparks, wurden weitere Schäden entdeckt. Die Restfundamente einer historischen Ufermauer, ebenfalls aus Beton, beginnen bereits zu zerbrechen, was ein erhöhtes Verletzungsrisiko zur Folge hat.

Die logische Konsequenz: Die Mauer muss saniert werden. Die Architekten schlagen nun ein Gesamtpaket vor: Abriss der bestehenden Mauer, eine Neuanlage mittels Steinschüttung und Steinmatratzen, dazu ein mit Schilf bepflanzter Flachuferbereich, der nicht breiter als zwölf Meter werden soll, wie Weinl erklärt. Unmittelbar östlich des Saunastegs sollen zudem Sitzstufen aus Granit in den See führen. 30 Meter lang ist das erste Teilstück vor den Saunahütten, das parallel zu den Bauarbeiten am Seebad saniert werden soll. Kalkulierte Kosten inklusive Entsorgung der alten Mauer, Abbruch der historischen Mauerfundamente und Nebenkosten wie Planung und Gutachten: knapp 200 000 Euro. Weitere rund 100 Meter Ufermauer in Richtung Würmzufluss sollen in den Folgejahren saniert werden.

Folgte der Bauausschuss am vergangenen Donnerstag mit 7:6 Stimmen von Grünen, SPD, WPS, FDP und BMS noch dem Vorschlag der Verwaltung, so lehnte der Stadtrat am späten Montagabend das Projekt ab. Vor allem die hohen Kosten und die Schilfbepflanzung stießen der Mehrheit des Gremiums sauer auf. „Die Kosten sind exorbitant hoch“, sagte etwa UWG-Fraktionschef Patrick Janik. „Muss es immer die teuerste und aufwändigste Lösung sein?“, fragte Gerd Weger (CSU). Am Ende lehnten CSU, UWG, BLS, Parteifreie und Grünen-Stadtrat Dr. Franz Sengl das Projekt ab.

Bürgermeisterin Eva John war enttäuscht: „Damit ist wieder ein Projekt gekippt“, sagte sie. Nur mit einer raschen Entscheidung für den Vorschlag hätte der Uferbereich nämlich so realisiert werden können, dass er zeitgleich mit der Eröffnung des neuen Seebads im Spätherbst fertig gewesen wäre. Nun befürchtet John, dass es mit der Neugestaltung heuer nichts mehr wird - und 2018 die Bagger erneut anrollen müssen.

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