H5N8

Vogelgrippe: Weitere Vögel verenden

Landkreis – Während in München mittlerweile auch die ersten Fälle von Vogelgrippe nachgewiesen wurden, ist im Fünfseenland die Gefahr vor dem Virus längst nicht gebannt.

Die Gefahr vor dem Virus ist im Landkreis Starnberg noch nicht gebannt, im Gegenteil: Landratsamtssprecher Stefan Diebl meldete auf Anfrage weitere Wildtiere, die an den Seen dem H5N8-Virus erlegen sind.

Größtmögliche Schutznahme ist mit Stallpflicht getroffen

Demnach sind es nun schon fünf Fälle, die das renommierten Friedrich-Loeffler-Instituts bestätigt hat. Bei weiteren elf toten Wildvögeln wurde laut Diebl per Schnelltest das H5-Virus nachgewiesen. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch sie an der hochansteckenden Untergruppe der Geflügelpest (N8) gestorben sind, ist also sehr wahrscheinlich. 

Ihre Kadaver wurden dem Sprecher zufolge gar nicht mehr zur Bestätigung an die Experten des Instituts weitergeleitet, was Diebl nachvollziehen kann. Schließlich sei mit der bayernweiten Stallpflicht für das Nutzgeflügel derzeit die größtmögliche Schutzmaßnahme getroffen. Wie berichtet, muss das gesamte Hausgeflügel im Freistaat seit gut einer Woche in den Stall.

Verstöße werden mit bis zu 30 000 Euro Bußgeld geahndet

Im Landkreis Starnberg sind davon 495 Geflügelhalter mit 29 712 Tieren betroffen. Laut Kreisbehörde folgen dem Gebot nahezu alle Landwirte und Privatpersonen: „Bis dato gab es nur zwei Anrufer, die gemeldet haben, dass es bei zwei Haltern nicht so ist, wie es sein sollte“, erklärt Diebl, ohne ins Detail zu gehen. Man habe sich mit den Betroffenen in Verbindung gesetzt, sie hätten versichert, die Maßnahme umzusetzen. „Die Geflügelhalter halten sich aus eigenem Interesse daran“, weiß Diebl.

Dennoch haben die Mitarbeiter des Veterinäramts ein Auge auf die Freigehege und Ställe im Fünfseenland und statten den Landwirten regelmäßig Besuche ab. Verstöße haben sie noch keine verzeichnet. Diese würden laut Behörde mit einem Bußgeld von bis zu 30 000 Euro geahndet.

„Hoffen, dass es nach Weihnachten mit Vogelgruppe vorbei ist“

Der Kreisobmann des Bauernverbandes, Georg Zankl, versichert ebenfalls, dass sich alle Landwirte im Kreis an das Stallgebot halten. Und um die Weihnachtsgänse muss sich ihm zufolge auch niemand Sorgen machen. Nur in einigen Ställen außerhalb des Landkreises wird es eng, und Zankl geht davon aus, dass einige Landwirte schon jetzt mit dem Schlachten beginnen. Die Gans komme dann zum Fest halt aus der Gefriertruhe.

„Grundsätzlich hoffen wir, dass es nach Weihnachten mit der Vogelgrippe vorbei ist“, sagt der Bauernobmann. Doch danach sieht es derzeit leider nicht aus: Laut Kreissprecher Diebl gilt die Stallpflicht zunächst für 15 Wochen. Dass sie verlängert wird, ist nicht ausgeschlossen.

Jörg von Rohland

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

79-Jähriger will wenden: 9000 Euro Schaden
Beim Wenden nicht aufgepasst: Das ist die Ursache für einen Unfall, den ein 79-jähriger Autofahrer aus Hessen am Donnerstag in Feldafing verursachte. Schaden: rund 9000 …
79-Jähriger will wenden: 9000 Euro Schaden
Randale im Hotel
Sturzbetrunken hat ein 56-Jähriger in der Nacht zum Freitag im Frühstücksraum und im Foyer eines Hotels in Wieling randaliert.
Randale im Hotel
Quad-Fahrer rutscht in Weidezaun: schwer verletzt
Eine Fahrt mit dem Quad endete für einen 31-jährigen Starnberger am Donnerstagabend im Krankenhaus. Er stürzte in Maising und rutschte in einen Weidezaun. Dabei …
Quad-Fahrer rutscht in Weidezaun: schwer verletzt
Happy End für die Anwohner
Dass Recht und Gerechtigkeit nicht unbedingt dasselbe sein müssen, haben die Anwohner der Alten Traubinger Straße in den vergangenen Monaten erlebt. Doch nun zeichnet …
Happy End für die Anwohner

Kommentare