+
Das Volksbegehren gegen das Bienensterben haben im Landkreis Starnberg mittlerweile knapp 20.000 Menschen unterschrieben

Volksbegehren Artenvielfalt

Mehr als 20 Prozent haben schon unterschrieben - Zahlen für alle Gemeinden

  • schließen

Das Volksbegehren Artenvielfalt hat das Zehn-Prozent-Quorum im Landkreis Starnberg deutlich übertroffen. Für alle 14 Gemeinden liegen aktuelle Zahlen vor. 

Landkreis – Das Volksbegehren Artenvielfalt hat das Zehn-Prozent-Quorum im Landkreis Starnberg deutlich übertroffen. Nach den am Montag dem Starnberger Merkur übermittelten Zahlen hatten sich bis dato 19 665 Menschen in die Unterschriftenlisten in den Rathäusern eingetragen. Das waren 20,5 Prozent der insgesamt 96 160 stimmberechtigten Einwohner. „Das ist großartig“, lautete die erste Reaktion von Kerstin Täubner-Benicke, der Sprecherin des Aktionsbündnisses im Landkreis, dem mehrere Parteien, Gruppen und Verbände angehören. „Fantastisch“, sagte auch die Kreisvorsitzende der SPD, Julia Ney.

Den prozentual höchsten Anteil an Unterstützern konnte das Volksbegehren demnach in den Gemeinden Weßling (29,9 Prozent der Stimmberechtigten trugen sich ein), Wörthsee (27,2 Prozent) und Inning (25,8 Prozent) vorweisen. Bei der Landtagswahl im vergangenen Herbst hatten auch die Grünen im westlichen Landkreis ihre besten Ergebnisse erzielt. Die geringste Zustimmung zum Volksbegehren gab es bislang in Starnberg (14,4 Prozent), Andechs (16,4 Prozent) und Berg (16,9 Prozent).

„Die Zahlen zeigen, wie interessiert die Menschen an dem Thema sind“, sagte Täubner-Benicke, die auch Kreissprecherin der Grünen ist. Vielen sei gerade während des heißen Sommers im vergangenen Jahr deutlich geworden, dass „etwas am Kippen“ sei. Diese Emotionalität habe auch zu einer hohen Bereitschaft geführt, sich zu engagieren. Mehr als 150 freiwillige Helfer hätten im Landkreis für das Volksbegehren geworben, sagte Täubner-Benicke, darunter Schüler genauso wie Rentner. In jeder Gemeinde habe es mindestens zwei Infostände gegeben, dazu seien weitere Veranstaltungen gekommen.

Zurückhaltend ist die Bündnissprecherin, was das Angebot von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) anbelangt, alle Beteiligten zum Thema Artenvielfalt und Insektensterben nun an einen Tisch holen zu wollen. Dahinter könne natürlich Taktik stecken und der Versuch, den Grünen ein Thema wegnehmen zu wollen – „was aber nicht gelingen wird“. Auf der anderen Seite sei es natürlich sinnvoll, miteinander zu reden. „Auch die CSU hat gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann“, sagte Täubner-Benicke. Es sei schon auffallend gewesen, wie ruhig sich die Regierungspartei bei diesem Thema in den vergangenen Wochen verhalten habe – übrigens auch im Landkreis Starnberg.

Noch bis Mittwoch, 13. Februar, können sich Bürger in den Rathäusern ihrer Gemeinden in die Unterschriftenlisten eintragen. Und das waren die Zahlen von Montagnachmittag:

Andechs: 411 Unterzeichner (16,4 Prozent der Stimmberechtigten)

Berg: 984 Unterzeichner (16,9 Prozent)

Feldafing: 720 Unterzeichner (22,9 Prozent)

Gauting: 3029 Unterzeichner (21,3 Prozent)

Gilching: 2521 Unterzeichner (19,2 Prozent)

Herrsching: 1569 Unterzeichner (20,8 Prozent)

Inning: 860 Unterzeichner (25,8 Prozent)

Krailling: 1249 Unterzeichner (23,1 Prozent)

Pöcking: 932 Unterzeichner (22,6 Prozent)

Seefeld: 1118 Unterzeichner (21,1 Prozent)

Starnberg: 2390 Unterzeichner (14,4 Prozent)

Tutzing: 1680 Unterzeichner (23,3 Prozent)

Weßling: 1184 Unterzeichner (29,9 Prozent)

Wörthsee: 1018 Unterzeichner (27,2 Prozent)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Amokfahrt am Starnberger See: Neue Details über den Täter bekannt - Gemeinde verstört 
In Pöcking am Starnberger See ist am Dienstag (26. Mai) ein Autofahrer in eine Menschenmenge gerast. Die Polizei vermutet, dass die Tat absichtlich geschah.
Amokfahrt am Starnberger See: Neue Details über den Täter bekannt - Gemeinde verstört 
Fischer fängt am Ammersee Riesenfisch - Eigentlich leben diese Tiere woanders
Der drittgrößte Fang in seinem Berufsleben als Ammersee-Fischer ist Simon Rauch (75) kurz vor dem Vatertag ins Netz gegangen. Das Tier kann sich sehen lassen.
Fischer fängt am Ammersee Riesenfisch - Eigentlich leben diese Tiere woanders
Stress an den bayerischen Seen: Die Angst vor dem Ansturm nach der Corona-Pause
Corona-Krise: An Pfingsten wird es die Menschen an die Seen und in die Berge ziehen – die Einheimischen in den Ausflugsorten befürchten Blechlawinen und Parkplatznot.
Stress an den bayerischen Seen: Die Angst vor dem Ansturm nach der Corona-Pause
Mit Hunden durch die Laichgewässer
Die Menschen drängt es nach draußen in die Natur. Dabei richten manche unwissentlich Schaden an, wie beispielsweise in Weßling. 
Mit Hunden durch die Laichgewässer

Kommentare