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Die neue Führungsmannschaft besteht nun aus Manfred Fleischmann, Wilfried Dressel, Hans Otto junior, Franziska Obereisenbuchner und Peter Armbrüster (Foto links, v.l.).

Vorstandschaft ausgetauscht

Zuchtanlage entzweit Fischer

Starnberg – Die Jahresversammlung des Kreisfischereivereins lief turbulent. So kam es zum Austausch der Vorstandschaft.

Ein mögliches Ende der Fischzuchtanlage des Kreisfischereivereins war schon zu Beginn der Jahresversammlung allgegenwärtig. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir einen bewegten und überraschungsreichen Abend haben werden“, sagte der bisherige Vorsitzende Horst Prießnitz. Er sollte Recht behalten. 

Die Fischzuchtanlage im Mühltal besteht aus 17 Außenbecken, einem Vereinslokal, einem Wohnhaus für den Fischzuchtverwalter sowie einem Geräte- und Räucherhaus. Etwa zehn Vereinsmitglieder züchten dort seit 1996 Bach- und Regenbogenforellen, um sie in den Gewässern zum Angeln auszusetzen. 

Verein gibt 21 000 Euro für Fischzucht aus - beim Händler wäre es günstiger 

Mitglieder nennen die Anlage „Kleinod“ und „Herzstück des Vereins“. Sie steht aber im Verdacht, unwirtschaftlich zu sein. „Ich habe bei der letzten Jahresversammlung einen Antrag zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit eingereicht, weil ich der Ansicht bin, dass die Kosten, die wir für einen Zentner selbstgezüchteter Fische haben, den Marktpreis weit überschreiten“, sagte Mitglied Stefan Kammann. 

Der Antrag war in der Versammlung unter Punkt 9, erst nach den Vorstandswahlen, eingeplant. Schriftführer und Kassierer Hans Otto schlug aber vor, das Thema vor die Wahlen zu ziehen. Der unabhängige Wirtschaftsprüfer Anton Schickl präsentierte seine Zahlen. Laut diesen gibt der Verein durchschnittlich 21 000 Euro pro Jahr für die Fischaufzucht aus. Die gleiche Menge an Jungfisch könne er aber für 18 850 Euro beim Händler kaufen. 

Ausufernde Debatte: Wie rentabel ist die Fischzucht?

Eine Diskussion entbrannte – über ideellen und tatsächlichen Wert der Anlage, über ihre Bedeutung für den Verein und die Tatsache, dass er laut Satzung ein Fischereiverein und kein Fischzuchtverein sei. Die Diskussion verschärfte sich, als Schriftführer und Kassierer Hans Otto seine Zahlen präsentierte. 

Er kalkulierte mit einen Zuschussbedarf von ungefähr 15 000 Euro für die Anlage. Was bedeutet, das sie doch noch rentabel wäre. Vor der Bühne bildete sich daraufhin eine Schlange – viele fühlten sich missverstanden oder persönlich beleidigt. Nach einer ausufernden Debatte wurde am Ende beschlossen, heuer nichts zu beschließen. 

Horst Prießnitz zog Konsequenz: Keine erneute Kandidatur

Das hatte Folgen: Prießnitz entschloss sich, nicht mehr für den Vorsitz zu kandidieren: „Die Basis für weitere Zusammenarbeit ist nicht mehr gegeben.“ Auch der zweite Vorsitzende Markus Weikenstorfer und Jugendwart Robert Wagner kandidierten nicht wieder und zeigten sich erschüttert über die „Kindergartenanfeindungen.“ 

Im neuen Vorstand sind nun Hans Otto als erster und Winfried Dressel als zweiter Vorsitzender, Franziska Obereisenbruchner als Schriftführerin, Manfred Fleischmann als Jugendleiter und Peter Armbrüster als oberster Gewässerwart. Ein Kassierer wird noch gesucht.

Von Lara Gohr

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