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Restauratorin Pamela Kleinmann arbeitet mit viel Gespür an den Wandmalerein der Votivkapelle.

Votivkapelle Berg

Gedenken an den Kini: Saniert und trockengelegt

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Die aufwendige Generalsanierung der Votivkapelle in Berg ist in vollem Gange. Zum nächsten Gedenktag für König Ludwig II. sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bis dahin soll auch ein Problem mit Nacktbadern gelöst sein.

Berg – Die Feuchtigkeit hatte es längst bis ins Innere der Votivkapelle geschafft und dort die Wandmalerein beschädigt. Um weitere Schäden zu vermeiden, musste sofort gehandelt werden. Drei Jahre ist es her, dass die Feuchtigkeit aufgefallen ist – seitdem wird die Votivkapelle aufwendig saniert. Zuständig ist der Wittelsbacher Ausgleichfonds, dem die Berger Gedenkstätte für König Ludwig II. gehört. „Eine Generalsanierung war notwendig“, sagt Andreas von Majewski, Leiter der Inventarverwaltung. „Dafür haben wir Geld in die Hand genommen.“

Spätestens zum nächsten Gedenktag 2018 sollen alles fertig sein

Gar nicht so leicht, denn die Votivkapelle ist denkmalgeschützt. Jede Handlung musste eng mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt werden. Zunächst arbeiteten Experten an Fassade, Fenster und Verfugungen. Schließlich rührt das Problem mit der Feuchtigkeit vom See her. „Ganz natürlich“, sagt von Majewski. Die Fassade ist seit Ende 2016 für die Anforderungen präpariert. Im Inneren der Kapelle war eine Notkonservierung nötig, die Wandmalerein werden gerade restauriert. „Das ist der Schwerpunkt der Arbeiten in diesem Jahr“, sagt von Majewski. Darum kümmert sich Restaurator Thomas Hacklberger aus Utting. Die gesamten Arbeiten an der Kapelle hat der Münchner Architekt Martin Spaenle im Blick.

Bis Ende 2017 soll die Generalsanierung abgeschlossen sein, hofft von Majewski. „Wir sind voll im Plan.“ Geht dieser auf, könnten Besucher die Votivkapelle erstmals zur Saisoneröffnung am 1. April wieder von Außen besichtigen. Betreten werden darf sie nur zum Gedenktag von König Ludwig II., am 13. Juni. Spätestens bis zum nächsten Gedenktag 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, sagt von Majewski. „Wir arbeiten unter Hochdruck daran. Wir freuen uns darauf, die Kapelle wieder der Öffentlichkeit zeigen zu können.“ Bis 31. Oktober können Besucher dann kostenlos einen Blick ins Innere werfen.

Nacktbader und Ruhestörer, aber: „Eine Sperrung wollen wir verhindern“

Ein Gitter sichert zu, dass es bei einem Blick von außerhalb bleibt. Die Verantwortlichen diskutierten eine künftige Lösung mit einem Glaskasten am Eingang statt des Gitters, sagt von Majewski. „Aber das haben wir aus klimatischen Gründen verworfen.“ Die Kapelle wäre durch das Glas zu sehr abgeschlossen gewesen, die Malereien hätten gelitten.

Derweil treibt die Verantwortlichen auch ein anderes Thema um. Vermehrt gebe es Ärger und Klagen wegen Nacktbadern. „Eine Unsitte, die sich immer mehr verbreitet.“ Baden sei nun an der Stelle direkt unter der Kapelle verboten. „Aus Pietätsgründen“, sagt von Majeweski, „es ist ein Ort des Gedenkens.“ Schilder weisen auf das Verbot hin. Auch wegen Ruhestörung gebe es Ärger. „Wenn das um sich greift, muss man schauen“, sagt von Majewski. Eine Option sei dann, mehr Verbotsschilder aufzustellen. „Eine Sperrung wollen wir verhindern“, sagt er. Gerade dann, wenn die Votivkapelle wieder so schön hergerichtet ist.

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