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Bilanz

VR Bank setzt auf eigene Immobilien

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Keine Negativzinsen, Unterstützung für regionale Projekte und Mitarbeiterförderung: So sieht die Bilanz der VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg für 2016 aus. Ihr Jahresergebnis hat sich wieder gesteigert. 2017 steigt die Bank ins eigene Immobiliengeschäft ein.

Starnberg – Der Vater von VR-Bank-Vorstand Thomas Vogl ist Opfer der neuen Regulatorien am Kreditmarkt geworden. Der Witwer hat von seinem verstorbenen Schwager die Wohnung geerbt, in der er seit Jahrzehnten lebt. Jetzt muss er 30 Prozent Erbschaftssteuer zahlen. Nur: „Mit 95 Jahren kriegt er keinen Kredit mehr“, sagt Vogl bei der Vorstellung der Bilanz der VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg. So sind die neuen Regeln am Kreditmarkt. Wie Vogls Vater geht es zahlreichen Immobilienbesitzern in der Region: Sie besitzen zwar eine wertvolle Immobilie, erhalten aber keinen Kredit, wenn sie zum Beispiel renovieren wollen.

Diese Fälle versucht die VR Bank zu lösen. Und schafft es oft – das Kundenkreditvolumen hat sich in 2016 erhöht. Gottseidank, sagt VR-Bank-Vorstandsvorsitzender Peter Geuß. Denn weitere Einlagen von Kunden machen den Banken in der aktuellen Negativzinsphase keine Freude.

Die VR Bank hat nach eigenen Angaben auch dieses Problem gemeistert. „Zum Jahresende haben wir bei weniger als zehn Kunden Negativzinsen berechnet“, sagt Vorstand Vogl. Allerdings: Wenn institutionelle Anleger ihr Geld bei der VR Bank kostenlos parken wollten, hätten sie auch dort Zinsen zahlen müssen. „Die meisten hatten Verständnis“, sagt Vogl. Das sicherste sei das Sparbuch: „Da darf die Bank keine Strafzinsen nehmen.“

Neue Regeln seitens des Gesetzgebers wie die zur Kreditvergabe und der niedrige Zins waren die Herausforderungen, denen sich die VR Bank 2016 ausgesetzt sah. Gleichzeitig arbeitet die Bank permanent daran, fit zu bleiben für den Markt. Die Fusion mit der Raiffeisenbank Südöstlicher Starnberger See und der Raiffeisenbank Lech-Ammersee 2015 war auch ein Schritt in diese Richtung. Die Kunden danken es: Ihre Zahl stieg im vergangenen Jahr um 3500 auf 93 500. Das betreute Kundenvolumen hat erstmals die Fünf-Milliarden-Grenze überschritten (siehe Kasten). Wieder gab es 250 000 Euro Spenden für Projekte aus der Region.

2017 rechnet die VR Bank mit einer stabilen Entwicklung. Die Niedrigzins-Phase wird laut Geuß noch andauern und deshalb den Zinsertrag der Bank weiter schmälern. Er sieht aber Anzeichen, dass sie sich in ein, zwei Jahren dem Ende zuneigt. „Wer Geld aufnehmen will, sollte sich jetzt dranmachen“, empfiehlt er.

Die Investition in Immobilien ist in Zeiten niedriger Zinsen ein Rat, den die Bänker ihren Kunden geben. Dem folgt die VR Bank selbst. „Mit bankeigenen Grundstücken soll ein Immobilien-Portfolio aufgebaut werden“, kündigt Geuß an. Die meisten Filialen seien bereits im Bankeigentum. Jetzt plant die VR Bank etwa fünf bis zehn eigene Wohnhäuser zu errichten. „Damit wollen wir stabile Miet- und Pachterträge gegen schwindende Zinserträge setzen.“ Ein erstes Projekt soll heuer in Perchting fertig werden, kündigt VR-Bank-Sprecher Johann Oberhofer an. Hinter der dortigen Filiale, wo früher das Lagerhaus der VR Bank war, entsteht ein Mehrfamilienhaus. Dort sollen Bankmitarbeiter unterkommen.

Wichtig bleibe die Nähe zum Kunden, sagt Vorstand Vogl. Filialschließungen seien 2017 nicht geplant. Doch werde alles ständig auf seine Wirtschaftlichkeit überprüft.

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