FDP Starnberg nominiert Britta Hundesrügge für Bundestagswahl
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Sie tritt wieder an: Britta Hundesrügge (M.) kandidiert zum zweiten Mal für den Bundestag. Gratulationen zur Nominierung gab es von Martin Koch, Willi Boneberger mit Sohn Leopold, Dr. Oswald Gasser, Dr. Ajay P. Singh, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Axel Schmidt, Dr. Peter Klotz und Ulla Schäfer (v.l.).

Bundestagswahl 2021

Erste Kandidatinnen der FDP und SPD stehen fest

  • Stephan Müller-Wendlandt
    vonStephan Müller-Wendlandt
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Rund ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl beginnen die Parteien im Wahlkreis mit den konkreten Vorbereitungen. Die FDP hat am Samstag ihre Kandidatin aufgestellt, die SPD hat sich bereits festgelegt. Bei den anderen dürfte es noch etwas dauern.

Gauting/Landkreis – Mehr als ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl hat die FDP im Wahlkreis 224 (Starnberg, Landsberg am Lech, Stadt Germering) den Wahlkampf eingeläutet. Zum zweiten Mal nach 2017 haben die Liberalen die Gautinger Gemeinde- und Kreisrätin sowie Kreisvorsitzende Britta Hundesrügge zur Kandidatin gewählt. Die 53-jährige verheiratete Mutter von drei erwachsenen Kindern erhielt bei der Wahlkreisversammlung am Samstag im Bürger- und Kulturhaus Bosco in Gauting 35 von 38 abgegebenen Stimmen (92,1 Prozent). Zwei Stimmzettel waren mit Nein ausgefüllt, ein Zettel wurde als Enthaltung gewertet.

Trotz aller Widrigkeiten der Corona-Pandemie wird sich Britta Hundesrügge über das Jahr 2020 persönlich nicht beklagen können. Politisch schwimmt die Gautingerin auf einer Erfolgswelle: Gemeinderats- und Kreistagsmandat, Stellvertreterin des Landrats. Zudem darf Hundesrügge stolz sein, einem Kreisverband vorzustehen, der als Hochburg und Stütze der oberbayerischen Liberalen gilt. Das bestätigte der Bezirksvorsitzende Axel Schmidt. Britta Hundesrügge trat bei der Nominierung als einzige Kandidatin an. Sie war von der früheren Kreisvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Sabine Leutheusser-Schnarrenberger vorgeschlagen worden. Bei ihrer Vorstellung skizzierte die Gautingerin ihre Gedanken und Ideen für den Wahlkampf. Nachdem vor vier Jahren das Ziel war, die FDP wieder in den Bundestag zu bringen, sollen bei der anstehenden Wahl die liberalen Werte in den Fokus gestellt werden. Liberale Werte sollten ihrer Meinung nach auch in der Außenpolitik eine zentrale Rolle spielen und in die Welt getragen werden. Aktuell würden 70 Millionen Menschen weltweit verfolgt, weil sie sich für den Liberalismus einsetzten. Ein weiteres Ziel der Gautingerin heißt Regierungsbeteiligung: „Wir müssen in Berlin wieder mit aufs Spielfeld, denn von der Reservebank aus kann man keine Tore schießen.“ Mit Verve streitet Hundesrügge seit Jahren für Verbesserungen im Bildungsbereich. Die Corona-Krise habe die Schwächen in diesem Bereich aufgedeckt. Während das Gesundheitswesen der Pandemie die Stirn habe bieten können, seien die Bildungseinrichtungen mangels funktionierender Digitalisierung in die Knie gegangen.

Markus Deschler, dritter Bürgermeister von Gauting, hatte als „Hausherr“ die Teilnehmer der Wahlkreisversammlung begrüßt. Er richtete wegen der Corona-Krise seinen Appell an die Bundespolitiker: „Vergesst die Kommunen nicht.“ Der ohnehin finanzschwachen Gemeinde hätten die Folgen von Corona nochmals ordentlich zugesetzt. Gauting sei wegen ihrer landschaftlichen Reize bei Zuwanderern beliebt, aber finanziell nage die Kommune am Hungertuch. „Wir sind arm, aber sexy“, meinte Deschler. Der FDP-Politiker beklagte, dass von den zugesagten Hilfen wegen Gewerbesteuerausfällen nicht mehr zu hören sei. „Und die Kreisumlage droht zu explodieren“, malte er das nächste Schreckensszenario für die Landkreisgemeinden an die Wand, versicherte aber, das solle keine Kritik am Bau des neuen Gymnasiums in Herrsching sein.

Damit steht offiziell die erste Bewerberin um das Direktmandat im Wahlkreis 224 fest. Eine zweite Bewerberin gilt als sicher: Carmen Wegge (30) von der SPD. Sie ist nach dem Rückzug des potenziellen Bewerbers aus Landsberg, Marcus Noack (29), voraussichtlich die einzige Kandidatin bei der Aufstellungsversammlung am 5. November in Germering. Noack erklärte laut Mitteilung der SPD: „Ich bin davon überzeugt, dass wir als SPD verstärkt junge und progressive Frauen an die Spitze stellen sollten. Ich habe mich deshalb entschieden, meine Bewerbung zurückzuziehen.“ Er wird aber zum Wahlkampfteam gehören. Carmen Wegge, die demnächst Mutter wird und als Juristin im Inklusionsamt der Regierung von Oberbayern arbeitet, wurde bisher vom Kreisverband Starnberg unterstützt. Sie wisse, wie wichtig es sei, „auch in Landkreisen wie Starnberg mit zum großen Teil sehr wohlhabender Bevölkerung zu zeigen, dass wir als SPD eine nachhaltige und am Gemeinwohl orientierte Gesellschaft wollen.“

So weit wie FDP und SPD sind andere noch nicht, großteils sind noch keine Termine oder Kandidaten bekannt. Die Grünen sind noch in der Findungsphase, wie Kreissprecherin Kerstin Täubner-Benicke auf Anfrage erklärte. Ende Oktober soll sich eine Kreisversammlung mit einem Bundestagskandidaten befassen, im November oder Dezember soll die Aufstellungsversammlung sein.

Michael Kießling (CSU), derzeit Wahlkreisabgeordneter im Bundestag, gilt in der CSU als gesetzt. Eigentlich wollten ihn die Christsozialen schon im Juli aufstellen, doch verhinderte die Corona-Krise das. Sie erweist sich weiter als Hindernis: Jeder CSU-Ortsverband muss erst Delegierte wählen, bevor es eine Aufstellungsversammlung mit eben diesen 150 Delegierten geben kann. Eine Versammlung dieser Größe sei allerdings coronabedingt nicht möglich, sagt Harald Schwab, Fraktionschef im Kreistag. Man warte auf eine Aussage der Parteispitze, wie das geregelt werden kann – eventuell online.

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