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Daumen hoch: Die neue Ausstellung zum Klimawandel und zum bewussten Umgang mit der Umwelt soll die Bewohner des Landkreises zum Nachdenken anregen. Landrat Karl Roth (li.) eröffnete sie gestern Nachmittag. 

Wanderausstellung im Landratsamt

Den inneren Schweinehund bekämpfen

Landkreis - Die neue Wanderausstellung im Landratsamt regt zum Schmunzeln und Nachdenken an. 

Der Kampf gegen die Erderwärmung beginnt am Frühstückstisch: Ein Brot mit Margarine, Marmelade, Bio-Ei und saisonalen Tomaten verursacht in der Herstellung der einzelnen Produkte etwa 200 Gramm Kohlendioxid (CO2). Bis zu 1,5 Kilo CO2 verursacht hingegen derjenige, der morgens ein Butter-Brot mit Käse, konventionellem Ei und Gewächshaustomaten verzehrt. Das erfahren Besucher im Landratsamt mit Hilfe eines Rechners, der Teil der neuen Wanderausstellung „Klima Fakor Mensch“ ist.

„Die Ausstellung zeigt Klimaschutzmöglichkeiten aus ungewöhnlichen Blickwinkeln“, sagte Landrat Karl Roth in seinen Eröffnungsworten. Die Ausstellung des bayerischen Landesamtes für Umwelt bricht das Thema Klimawandel auf den Einzelnen und die Region herunter. 

Viele Besucher probierten die Funktionen aus

So zeigt sie, ob sich unsere Heimat schon verändert und was uns in Zukunft erwartet. „Der jetzige Pro-Kopf-Ausstoß von uns Bayern an CO2 füllt alle zehn Sekunden einen Maßkrug. Prost!“, steht auf einem der hüfthohen Ausstellungstische geschrieben. „...In Zukunft müsste ein Wasserglas ausreichen“, heißt es weiter.

Viele Leute beugten sich über die Tische, klappten Holz-Täfelchen hoch, hinter denen Klimaphänomene beschrieben werden, kippten Bilder, auf denen erst üppiger Regenwald, dann eine triste Brachlandschaft zu sehen ist oder sahen in Fernrohre, durch die sie Folgen der Erderwärmung ganz nah vor Augen hatten. Etwa Palmen am Bodensee oder die Tigermücke in Bayern.

Motivation für Klimaschutz: "Liebe und Freude" statt Verbote

Das große Thema Engergieversorgung wird an einem kleinem Miniatur-Klimadorf erklärt. Selbstleuchtender Straßenbelag, der tagsüber das Sonnenlicht speichert, könnte Laternen in Zukunft unnötig machen. Auch Schnellstraßen für Fahrräder und Fahrradverleihstationen sind eingetragen.

Die beiden Referenten Daniel Überall vom Kartoffelkombinat und Alexander Rossner von Zukunftswerk erklärten, was zukünftige Generationen zum Klimaschutz motivieren soll. „Das funktioniert nicht über Verbote, wie den Veggie-Day, sondern durch Liebe und Freude“, sagte Rossner. Dabei müsse man vor allem auch Sinnhaftigkeit spüren.

Denkzettel am Ende: "Weiterschenken" oder "Bewusster Konsumieren"

Am Ende des Rundweges können Besucher sich Vorsätze auf Zettel pressen, die den inneren Schweinehund darstellen sollen. „Bewusster Konsumieren“, „Weiterschenken“ oder „Tauschen“ wird in das Papier geprägt, das als Denktzettel mit nach Hause kommt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 13. April im Foyer des Landratsamtes in Starnberg zu sehen.  

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