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Was isst Starnberg? Forscher befragen für Ernährungsstudie Bürger in der Kreisstadt

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Römersalat
Römersalat oder doch eher ein Steak? Wissenschaftler wollen herausfinden, was in Starnberg auf dem Essenstisch landet. © Imago

„Was isst Bayern?“ - unter diesem Titel möchte ein Forschungsteam der Münchner Universitäten sowie des Kompetenzzentrums für Ernährung (Kern) aus Freising herausfinden, was auf dem Teller landet – und wie sich diese Erkenntnisse in der zukünftigen Politik widerspiegeln können.

Starnberg - Bei dem einen oder anderen Starnberger dürfte es demnächst an der Türe klingeln, zählen doch die Stadt und ihre Einwohner zu den potenziellen Probanden der dritten Bayerischen Ernährungsstudie. Unter dem Titel „Was isst Bayern?“ möchte ein Forschungsteam der Münchner Universitäten sowie des Kompetenzzentrums für Ernährung (Kern) aus Freising herausfinden, was auf dem Teller landet – und wie sich diese Erkenntnisse in der zukünftigen Politik widerspiegeln können.

Rund 1500 Personen aus Bayern befragen die Wissenschaftler zwischen dem heutigen Montag und 6. Februar, nach deren Essgewohnheiten. Was wird eingekauft? Was davon wird auch verzehrt, beziehungsweise was weggeworfen? Wie sieht es mit Lieferangeboten aus? Wie hoch ist der Fleischanteil? „Ein großes Ziel der Studie ist es, aus den Erhebungen neue Methoden für einen nachhaltigeren Umgang mit Lebensmitteln zu gewinnen“, sagt Dr. Malte Rubach, Ernährungsreferent im Landwirtschaftsministerium. „Auch im Hinblick auf den Klimawandel ist das ein nicht zu vernachlässigender Faktor.“ Dass auch Starnberger zu den Testpersonen zählen, hat keinen tieferen Hintergrund. „Reiner Zufall“, betont Rubach. Ein Programm habe die Gemeinden ausgewählt, aus denen Personen im Alter zwischen 18 und 75 Jahren kontaktiert werden – angerufen wird aus Datenschutzgründen nicht, die Betreffenden werden aufgesucht.

Lehnen die Bewohner die Teilnahme ab, ist das Thema erledigt. Stimmen sie jedoch zu, startet das Forschungsteam den großen Körpercheck. Alter, Größe, Gewicht, Taillenumfang, Blutzuckerspiegel, Cholesterinwerte – alles wird erfragt und ermessen. „Es ist wichtig, das Ernährungsverhalten auch in Relation zur entsprechenden Person einzuordnen“, unterstreicht Rubach. In der Folge meldet sich das Institut an drei zufälligen Tagen telefonisch, um anhand eines Erinnerungsprotokolls möglichst genau festzuhalten, was in den vergangenen 24 Stunden verzehrt worden ist.

Wichtig ist die Studie, die in diesem Umfang zuletzt vor 20 Jahren in Bayern erhoben wurde, vor allem deshalb, weil sie deutlich näher an der Lebensrealität der Menschen ist als etwa Konsumstudien. Diese beziehen sich zumeist rein auf das Einkaufsverhalten, nicht aber auf den reellen Verzehr. „Es heißt beispielsweise, dass die Deutschen im Schnitt jährlich 57 Kilogramm Fleisch pro Kopf kaufen“, gibt Rubach zu bedenken. „Tatsächlich gegessen werden aber nur etwa 43 Kilogramm.“ Auch der Unterschied zwischen Männern und Frauen sei zum Teil erheblich, Männer essen deutlich mehr Fleisch (52 zu 30 Kilogramm pro Jahr). „Da gilt es anzusetzen“, betont Rubach. „Es geht uns insgesamt auch darum, mögliche Ineffizienzen beim Einkauf und dem anschließenden Ernährungsverhalten zu verringern.“

Damit dies gelingt, ist die Bereitschaft möglichst vieler Probanden unerlässlich. „Wir brauchen die aktive Teilnahme“, stellt auch Jakob Leinseisen, wissenschaftlicher Studienleiter und Epidemiologie-Professor an der LMU München und der Uni Augsburg, klar. Mit Ergebnissen ist so schnell nicht zu rechnen. Rubach: „Bis alles ausgewertet und aufbereitet ist, wird es sicher bis ins Frühjahr 2023 dauern.“

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