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Undichte Nähte: Das Dach des Wasserparks – im Bild während der Bauzeit im Sommer – erwies sich als stellenweise undicht. Deutlich gravierender für den Zeitplan sind Schäden an den beiden Becken im Inneren.

Umbau

Eröffnung des Wasserparks verzögert sich

Der Starnberger Wasserpark wird mehrere Wochen später fertig als geplant. Vor März kommenden Jahres ist nicht mit einer Eröffnung zu rechnen. Grund sind das Dach und die beiden Schwimmbecken. Wie viel teurer das Projekt dadurch wird, steht noch nicht fest.

Starnberg – Die Projektplaner und die Stadtverwaltung hatten schon vor Monaten davor gewarnt, nun ist es eingetreten: Beim Umbau des Wasserparks treten Verzögerungen auf und wohl Mehrkosten in Höhe mehrerer Hunderttausend Euro. Mit einer offiziellen Eröffnung dürfte nun nicht mehr vor März kommenden Jahres zu rechnen sein.

Undichte Nähte am Dach: „War nicht zu erwarten“

Der Umbau des Bades, das ab der Neueröffnung unter Seebad firmieren wird, hatte einen wichtigen Teil ausgespart: die beiden Schwimmbecken. Die waren nämlich eigentlich in gutem Zustand, mussten wegen der Bauarbeiten im Inneren des Wasserparks aber für rund zwei Jahre abgedeckt werden. Als die Abdeckungen nun entfernt wurden, kam der befürchtete Schreck: Das große Becken braucht einen neuen Boden samt Unterbau, das kleinere Becken einen neuen Rand und eine neue Treppe. Die Wände der Becken müssten nur in geringerem Umfang saniert werden, erklärte Bürgermeisterin Eva John gestern auf Anfrage des Starnberger Merkur. Derzeit werden die zusätzlichen Arbeiten geplant, die grob geschätzt acht Wochen in Anspruch nehmen sollen. Zu den Kosten konnte die Bürgermeisterin noch keine genauen Angaben machen.

Unvorhergesehen erwischte ein anderes Problem die Planer und Baufirmen: Wasser. Vor einigen Wochen drang es in die Schwimmhalle ein, ohne dass zunächst ein Grund ersichtlich gewesen wäre. Bei Prüfungen stellte sich heraus, dass Nähte am Dach undicht waren, ihnen das aber nicht anzusehen war. „Das war nicht zu erwarten“, erklärt Eva John, denn in den vergangenen Jahren sei das Dach repariert worden. Auch an dieser Stelle mussten zusätzliche Arbeiten vorgenommen werden, die bereits laufen. Kosten: rund 140 000 Euro.

Heuer sollen Bauarbeiten fast komplett fertig sein

Das alles wirft den bisherigen Zeitplan über den Haufen. Ursprünglich war angedacht gewesen, dass die Umbauarbeiten – sie bringen Badbesuchern neue Umkleiden, einen weit größeren Saunabereich und unter anderem einen umgestalteten Kinderbereich – im Herbst abgeschlossen werden. Danach, so die Planung, sollten acht bis zehn Wochen vergehen, um die neuen Systeme wie Lüftung und Heizung hochzufahren und in einem Probebetrieb zu testen. 

Vor wenigen Monaten hatte die Stadt noch eine Eröffnung Anfang 2018 in Aussicht gestellt, war aber wegen der Becken-Frage vorsichtig geblieben. Angesichts der aktuellen Lage möchte Eva John noch keinen Eröffnungstermin nennen. Nur soviel: Noch heuer sollen die Bauarbeiten fast komplett abgeschlossen werden. Daraus ergibt sich rechnerisch durch den Probebetrieb, dass vor März oder April kein Starnberger im neuen Seebad schwimmen dürfte.

Umbau wurde stets auf 20 Millionen Euro beziffert

Der Umbau, der unter anderem einen neuen Eingangsbereich beinhaltet, war stets auf rund 20 Millionen Euro beziffert worden. Einige Mehrkosten gab es schon, etwa durch Bodenbelastungen oder die marode Ufermauer. Wie sich die Becken-Probleme auswirken, ist offen.

Demnächst werden die Starnberger auch etwas über die künftigen Öffnungszeiten und Eintrittspreise erfahren. Der Stadtrat hat vor der Sommerpause ein Betreiberkonzept inklusive Stellenplan in nichtöffentlicher Sitzung gebilligt, das jedoch noch nicht veröffentlicht wurde. Das soll noch in diesem Monat soweit sein. Details sind nicht bekannt.

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