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Der neue Vorstand der Wasserwacht: Reinhard Bucher (Kassier), Arzt Dr. Richard Aulehner, Technischer Leiter Harald Schwämmlein, Jugendleiterin Julia Volks, Vorsitzender Markus Bucher, Stellvertreter Tobias Schaller und der zweite technische Leiter Tobias Bucher (v.l.).

Wasserwacht Starnberg

Dank ihnen kann eine Frau noch feiern

Dank der Starnberger Wasserwacht kann eine Ruderin einen zweiten Geburtstag feiern – ohne die Ehrenamtlichen wäre sie nicht mehr am Leben. Ein Einsatz von vielen im Jahr 2016.

Starnberg – Wie immer gut besucht war die Jahreshauptversammlung der Starnberger Ortsgruppe der Wasserwacht. Nicht nur der Rechenschaftsbericht von Vorstand Markus Bucher zeigte einmal mehr, wie wichtig die Arbeit der ehrenamtlichen Wasserretter am See ist, wie gut und verlässlich die Zusammenarbeit untereinander und mit den Partnern rund um den See funktioniert sowie welche Wertschätzung der Ortsgruppe entgegengebracht wird. So ist es auch kein Wunder, dass die Mitglieder ihren Vorstand Freitagabend im Gasthaus „Zur Schießstätte“ in offener Abstimmung und jeweils einstimmig für weitere vier Jahre im Amt bestätigten.

Stellvertreter von Markus Bucher bleibt Tobias Schaller, Technischer Leiter Harald Schwämmlein, dessen Stellvertreter Tobias Bucher, Kassier Reinhard Bucher und Wasserwachtarzt Dr. Richard Aulehner. In vorangegangenen Wahlen hatte die Jugend gewählt. Jugendleiterin bleibt Julia Volks. Neu ist ihre Stellvertreterin Daniela Pilgram.

5050 Stunden im Jahr 2016

Im vergangenen Jahr leisteten die Ehrenamtlichen 5050 Wachdienst- und Ausbildungsstunden. Die Einsätze: 32 Erste-Hilfe-Leistungen, eine Wiederbelebung, sechs Vermisstensuchen, eine Totenbergung und fünf Rettungen von Personen aus akuter Gefahr. Schon der erste Einsatz am 6.März 2016 hatte es in sich. Die Leitstelle meldete ein gekentertes Ruderboot. In nur acht Minuten waren die Wasserwachtler vor Ort, konnten drei junge Männer und eine Frau aus dem Wasser retten. Für die Ruderin war es Hilfe in letzter Minute. Wie sich später herausstellte, hatte ihre Körperkerntemperatur nur noch 26 Grad betragen. „Das war kurz vor dem Tod“, formulierte es Markus Bucher und berichtete, dass man mit der Frau heute guten Kontakt pflege: „Sie sagt, das sei ihr zweiter Geburtstag gewesen. Ohne uns hätte sie sterben können.“ Im gleichen Monat kenterte ein weiteres Ruderboot. „Seitdem haben beide Ruderclubs am See neue Sicherheitsmaßnahmen entwickelt und halten mit uns regen Kontakt. Es ist eine super gute Zusammenarbeit“, so Bucher.

Zu spät kamen die Retter für einen Angler, der vor Tutzing vermutlich mit seinem Boot gekentert und im zehn Grad kalten Wasser ertrunken war. Kein Glück hatte auch ein 13-Jähriger, der in einem kleinen See nahe Krailling unter die Wasseroberfläche geraten war. Weiter erzählen die Einträge im Wachbuch noch von ganz gewöhnlichen Diensttagen in der Wasserwachtstation in Percha, an denen die Mannschaft an Wochenenden und Feiertagen per Fernglas ein Auge darauf hat, wo Hilfe gebraucht werden könnte. Oder wo sie für Unfälle im Badegelände Percha/Kempfenhausen – eventuell auch auf den Radwegen der Gegend- zur Erste Hilfe Leistung eilen muss. Genauso erfährt man von den vielen Übungen und Ausbildungseinheiten, Absicherungen für Filmaufnahmen – unter anderem mit Veronika Ferres - , für Feuerwerke, Drachenbootrennen, Roseninselachter und mehr.

Unverständnis für Rowdys

Gar kein Verständnis haben die Ehrenamtlichen für Mitbürger, die offenbar den Zaun an der Station unbefugt überstiegen, das auf dem Steg gelagerte Segelboot ins Wasser warfen, vorher noch den Stöpsel zogen oder auf dem Steg vor der Station Brandflecken hinterließen. Die 97 aktiven Wasserwachtler freuten sich zwar über den rund 9500 Euro betragenden Überschuss des Kassiers, wissen aber, dass das Geld eigentlich schon wieder weg ist.

Da muss der im November gestohlene Außenbordmotor für eines der Rettungsboote ersetzt werden, die Wachstation soll für den Außenbereich per Video überwacht werden, und der Steg muss erneuert werden. Bürgermeisterin Eva John versprach: „Bei dem Steg helfen wir ein bisschen mit.“ Außerdem zeigte sie sich zuversichtlich, dass die Wasserwacht mit Eröffnung des Seebads (ehemals Wasserpark) dort wieder ihr Montagstraining während des nächsten Winters durchführen kann. „Für die Stadt ist die Wasserwacht unerlässlicher Partner und absolut verlässlich“, so John. Markus Schmolz von der Kreiswasserwacht machte nicht viel Worte: „Man muss vor Euch einfach den Hut ziehen.“ (irl)

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