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Schwierige Zukunft für Feuerwehr Percha

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Von: Michael Stürzer

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So geht Brandbekämpfung, wie die Feuerwehr Percha bei einem Aktionstag vor einigen Jahren demonstrierte. Solche Tage sind wichtig für die Mitgliederwerbung - doch die erweist sich als immer schwieriger.
So geht Brandbekämpfung, wie die Feuerwehr Percha bei einem Aktionstag vor einigen Jahren demonstrierte. Solche Tage sind wichtig für die Mitgliederwerbung - doch die erweist sich als immer schwieriger. © Feuerwehr Percha

Die Feuerwehr Percha bekommt einen neuen Kommandanten. Der neue Chef muss sich mit schwierigen Fragen befassen, denn der Wehr fehlt es an Personal – der Bestand ist gefährdet.

Percha – Thomas Fersch, Vorsitzender des Perchaer Feuerwehrvereins, bringt es so auf den Punkt: „Die Leute wollen am Starnberger See wohnen, aber mit dem Ort nichts zu tun haben.“ Die Freiwillige Feuerwehr Percha bekommt das zu spüren, denn ihr gehen die Aktiven aus. 21 und ein Jugendlicher waren es 2021, auf dem Papier. Inzwischen sind es weniger. Deswegen droht der Wehr das Schicksal der Kollegen in Hanfeld, die aus identischen Gründen ihre Wehr aufgelöst haben und eine Löschgruppe der Feuerwehr Söcking sind. Diese Aussicht liegt Fersch „schwer im Magen“, damit befassen muss sich der neue Kommandant.

Thomas Lang hatte nach sechs Jahren als Vize und zehn als Kommandant Ende 2021 den Posten abgegeben (wir berichteten). Für ihn war immer klar, dass die Frage „Löschgruppe oder nicht“ auf die Wehr zukommt. Kandidat für die Nachfolge ist Florian Brabetz (37), seit 23 Jahren bei der Feuerwehr und früher Kreisbrandmeister, bis er aus familiären Gründen eine Pause einlegte. Die Wahl erfolgt schriftlich in dieser Woche. Der zweite Kommandant Patrick Lang legte den Bericht über die Einsätze vor, 53 waren es plus fünf mit dem inzwischen nach Oberpfaffenhofen abgegeben Einsatzleitwagen des Landkreises. Allein 23-mal wurde die Wehr wegen Brandmeldealarmen gerufen, 22-mal war es ein Fehlalarm. 233 Einsatzstunden kamen zusammen. Geübt wurde coronabedingt weniger, aber bei Gerätepflege und anderen Ausbildungen war die Wehr rege dabei. Im Schnitt 4,8 Mann beim Alarm seien „viel zu wenig“, sagte Patrick Lang, im Schnitt fünf bei den Übungen auch. Die Bevölkerung scheine aber weniger Interesse an der Wehr zu haben, sagte er mit Blick auf geringe Neugewinnungen – es gab einen Interessenten, der dann aber nicht kommen konnte, weil wegen Corona nichts stattfand.

Bürgermeister Patrick Janik will die Zukunft der Wehr mit dem neuen Kommandanten besprechen. Inzwischen liege der fertige Feuerwehrbedarfsplan vor, der dazu Aussagen trifft. Er habe ihn aber noch nicht durchgelesen, sagte Janik bei der Online-Jahresversammlung der Wehr. Aber: „Wir haben ein Problem, nicht nur, aber auch in Percha.“ Die Feuerwehr Hanfeld sei auch umstrukturiert worden, weil dort ein neues Fahrzeug stationiert wird – ohne entsprechende Technik sei es schwierig, neue Mitglieder zu gewinnen. Ziel sei, bei erstarkter Wehr diese wieder eigenständig zu machen. Es sei aber sinnvoll, „wenn es die Feuerwehr Percha gibt“. So sahen es auch anwesende Stadträte, etwa Eva Pfister oder Matthias Frühauf.

Thomas Ferschs Bericht fiel kurz aus – es fand wegen der Pandemie fast nichts statt. Zweimal war der Verein mit einer Abordnung unterwegs, startete eine Werbeaktion um Mitglieder. Der Verein investierte in einen neuen LED-Schriftzug am Gerätehaus, der auch „kopflose Autofahrer“ abhalten soll, die Garagen der Wehr zuzuparken. Fersch dankte Mitgliedern und Bevölkerung für die Unterstützung. Richtung Stadtverwaltung merkte er an, der Verein warte noch immer auf die Erstattung der Kosten für Scheiben in den Toren, die er vorgestreckt hatte.

Eine Nachwahl gab es für den Vorstand: Andreas Böck legte aus beruflichen Gründen den Schriftführer-Posten nieder, Nachfolger ist Sebastian Preiß. Ehrungen hätte es auch gegeben, was online etwas schwierig war. So sollte Ulrich Brabetz für 50 Jahre ausgezeichnet werden, Leonhard und Johannes Fersch für zehn Jahre im Dienst. Auch wollte der Vorstand Thomas Lang ordentlich verabschieden, was nicht ging. Der bisherige Kommandant wollte sowieso keine Geschenke, stattdessen bat er um Spenden an die Kinderkrebshilfe.

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