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Grandioser Auftritt, grandiose Optik: Die Schülerinnen und Schüler des Landschulheims Kempfenhausen beim Weihnachtskonzert in der Starnberger Schlossberghalle.

Weihnachtskonzerte

Motiviert im Jubiläumsjahr des Landschulheims

Die Weihnachtskonzerte des Landschulheims Kempfenhausen in der Starnberger Schlossberghalle boten heuer ein teils deutlich höheres Niveau, als es für Gymnasien üblich ist.

Starnberg – Vielleicht gab das Jubiläumsjahr Motivation: Das Landschulheim wurde 1967 gegründet. Von der Decke gehängte Pakete in Glanzpapier, Christbaumkugeln an den Notenständern, rote Mützen, ein Weihnachtsbaum, der sich zwischen Tubas und Schlagzeug drängte: Die Bigband machte schon rein optisch einen guten Eindruck.

„Rentier Rudolf“ stand die gut balancierte Mischung aus Schmissigkeit und Swing gut. Bandchef Steffen Lüdecke dirigierte auch das edel und anmutsvoll getroffene Mäandern durch „Jesu meine Freude“ von Johann Sebastian Bach. Komplett swinging wurde es mit dem „Java Jive“ und „64“ von den Beatles: Wie luftig da die verschiedenen Sektionen des Blechs klangen und wie prägnant die Akzente saßen, war wirklich groß. Vorderhand altmodisch schien „Dem Land Tirol die Treue“, doch als in den Strophen die unbeschäftigten Bläser einfach lässig mitsangen, war die Jungbrunnenkur für den Marsch geglückt – und die Überraschung genauso.

Bei den Umbaupausen sorgten Schüler für kleine Sketche vor dem geschlossenen Vorhang. Dann war der Platz für die kleinen Bläserklassen bereitet. „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ spielte die bereits glatt musizierende fünfte Bläserklasse. Die Fortgeschrittenen untermauerten das auf Englisch („Santa Claus is coming to town“) und differenzierten sauber die inhaltlich sowieso bravourös sitzende Motivik.

Das Orchester sorgte unter der Leitung von Bettina Kühner-Wehn für einen Punktegleichstand mit der Bigband. Herrlich treffend die dunklen Schimmer auf den Saiten in Dvoràks „Humoreske“, wunderbar stimmig anschließend der typische Klang im Vivaldi-Konzert, der auch die schwierigen Einzelstimmen der Geigen forderte.

Umso frenetischer war der Beifall für das Thema aus „Schindlers Liste“ mit Jung-Solistin Antonia Petznik – hervorragend, genauso auch wie der Chor, dessen separate „Nach-Stimmbruch-Fraktion“ perfekt ins transparent formulierte „I’m the Lord of the dance“ passte.

Viel gäbe es noch über das mehr als dreistündige Konzert zu sagen, etwa die Einlage „Sorgen der Q12“ von Ann-Kathrin Kraux oder die Bigband-Mischung aus Einkehrstimmung („Stille Nacht“) und Drive („Petersburger Schlittenfahrt“). Besonders erfreute, dass die Programmfolge mit Späßen ergänzt wurde – etwa beim Nachspielen von Weihnachtsliedern vom veritabelen Grammophon, das Moderatorin Rebecca Neuberth nicht genug aufzog, sodass Bläser immer wieder jaulend hängen blieben. Nicht nur ein Konzert war dieser Abend, sondern auch ein Erlebnis.

Von Andreas Bretting

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