1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Starnberg

Weihnachtsstimmung per Kopfhörer im Starnberger Museum: „Der Tannenbaum“ mit alternativem Ende

Erstellt:

Von: Laura Forster

Kommentare

Das erste Audioprojekt „Der Tannenbaum“ des Museums Starnberger See feiert am kommenden Sonntag Premiere. Mitgewirkt haben (v.l.) Autorin Dr. Claudia Wagner, Museumsleiter Benjamin Tillig, Produzent Michael Gottfried und Museumsmitarbeiterin Alicia Looß.
Das erste Audioprojekt „Der Tannenbaum“ des Museums Starnberger See feiert am kommenden Sonntag Premiere. Mitgewirkt haben (v.l.) Autorin Dr. Claudia Wagner, Museumsleiter Benjamin Tillig, Produzent Michael Gottfried und Museumsmitarbeiterin Alicia Looß. © Dagmar rutt

Ab Sonntag können Märchen- und Weihnachtsliebhaber im Museum Starnberger See der Erzählung „Der Tannenbaum“ von Hans Christian Andersen als Hörbuch lauschen. Das traurige Ende hat Autorin Dr. Claudia Wagner jedoch etwas umgeschrieben.

Starnberg – „Ich heiße Hans Christian Andersen. Vielleicht kennst du mich ja schon aus dem einen oder anderen Märchenbuch ...“, ertönt die weiche und zugleich tiefe Stimme von Schauspieler und Radiomoderator Stefan Wilkening aus den Kopfhörern des Audioguides. Das Headset auf dem Kopf, der Geschichte lauschend blickt Autorin Dr. Claudia Wagner auf das alte Prunkschiff „Delphin“ im ersten Stock des Museums Starnberger See. Ab kommenden Sonntag zieht sich für sechs Wochen das Buch „Der Tannenbaum“ des Märchendichters Hans Christian Andersen als Hörfassung durch die verschiedenen Räume des Museums.

„Wir haben die Idee eines Audioprojekts schon seit rund zwei Jahren“, sagt Museumsleiter Benjamin Tillig bei einem Pressegespräch. „Das Museum ist ein Raum, der Geschichten erzählt. Wir haben uns überlegt, wie es wäre, wenn wir das mal ganz wörtlich nehmen. So würde eine Art Parallelmuseum entstehen.“ Wer die Geschichte für das Hörbuch schreiben soll, war Tillig schnell klar: die Starnberger Autorin, Lektorin, Stadtführerin und promovierte Kunsthistorikerin Claudia Wagner.

„Die Erzählung beginnt beim ,Delphin‘, weil König Max II. Hans Christian Andersen im Sommer 1852 in das Schloss Berg eingeladen hat. Sie sind zusammen mit dem Schiff über den See gefahren und der Dichter hat dem König Märchen wie ,Die kleine Meerjungfrau‘ oder ,Das hässliche Entlein‘ vorgelesen.“ In Claudia Wagners Version hat Andersen eine bestimmte Geschichte jedoch vergessen: „Der Tannenbaum.“ Deshalb erzählt der Däne den Besuchern des Museums von dem weihnachtlichen Märchen.

Extrafigur eingeführt, „eine positive Lichtgestalt“

„,Der Tannenbaum’ ist eigentlich eine recht traurige Geschichte“, sagt Claudia Wagner. Als kleiner, junger Baum wünscht er sich nichts sehnlicher, als zu wachsen und ein prunkvoll geschmückter Weihnachtsbaum zu werden. Eines Tages wird er schließlich gefällt, um für ein paar Stunden seinen Wunsch erleben zu dürfen – bis er in die Besenkammer geworfen, zu Brennholz gehackt und verbrannt wird. „Ich selbst fand das Ende als Kind immer sehr verstörend“, erinnert sich Wagner. „Benjamin Tillig meinte sofort, dass wir das nicht so lassen können. Deshalb haben wir eine Extrafigur eingeführt, eine positive Lichtgestalt.“ Wie die geänderte Version zu Ende geht, verrät die Autorin aber nicht.

Rund eine Stunde dauert das Hörspiel. An zehn Stationen führen die Stimme von Stefan Wilkening und die Hintergrundgeräusche von Michael Gottfried die Zuhörer durch das Museum. Der Höhepunkt ist der geschmückte Weihnachtsbaum im Lochmannhaus. „Sobald visuelle Effekte dazukommen, ist der Zauber des Märchens noch stärker“, sagt Tillig. „Gerade jetzt, wo keine Christkindlmärkte möglich sind, versuchen wir, ein bisschen Weihnachtsstimmung zu schaffen.“

Die Premiere des Hörspiels findet kommenden Sonntag, 28. November, von 15 bis 17 Uhr statt. „Aufgrund der Pandemie gibt es keine große Veranstaltung“, sagt Tillig. Besucher sind im Anschluss zu Punsch und Gebäck jedoch herzlich eingeladen. Interessierte können „Der Tannenbaum“ zu den Öffnungszeiten des Museums (dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr) per Audioguide oder über das eigene Smartphone anhören. „Dafür gibt es an jeder Station einen QR-Code, der nur mit der Kamera eingescannt werden muss“, erklärt Tillig. Das Audioprojekt endet am 9. Januar 2022. Während des Besuchs im Museum gilt die 2G-plus-Regel. „Alle Starnberger sollten kommen, denn es ist ein Erlebnis, das verzaubert“, sagt der Museumsleiter.

Auch interessant

Kommentare