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Schulbus

Verkehr

Her mit den Schulbussen!

Elternbeiräte der drei Starnberger Grundschulen wollen per Bürgerentscheid erreichen, dass der Schulbusbetrieb in der Kreisstadt reaktiviert wird.

Starnberg – Starnberg bekommt ein weiteres Bürgerbegehren – und in dem geht es nicht darum, etwas zu verhindern, sondern darum, etwas einzuführen. Es geht um die Wiedereinführung des Schulbusses.

„Die Probleme im ÖPNV sind unübersehbar“, erklärte der Vorsitzende des Elternbeirats der Grundschule Söcking, Dr. Marcus Fohrmann, am Samstag. „Darum soll der bewährte Schulbusbetrieb die Kinder wieder sicher und zeitnah zur Schule und zurück befördern.“

Mit einer knappen Stadtratsmehrheit war das Schulbussystem für die Grund- und Mittelschüler in Starnberg zum Jahreswechsel 2015/16 beendet worden. Stattdessen bekommen die Schüler seitdem eine MVV-Jahreskarte, mit der sie das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs nutzen dürfen. Die Stadträte und auch Bürgermeisterin Eva John erhofften sich durch die Vielzahl der Linien und Abfahrtszeiten unter anderem, dass Kinder nach Schulschluss schneller und flexibler nach Hause kommen.

Diese und weitere Hoffnungen haben sich nach Einschätzung der Elternbeiräte aber zerschlagen. Fohrmann verweist auf eine von der Stadt in Auftrag gegebene Umfrage unter Grundschuleltern. „Sie ergab, dass seit der Umstellung auf den ÖPNV erhebliche Sicherheitsbedenken gesehen werden und eine hohe Unzufriedenheit besteht.“

Gleich mehrere Kritikpunkte zählt Fohrmann auf: So fielen Busse wiederholt komplett aus. Bei manchen Touren würden die Busse trotz Aufforderung durch die Schulwegbegleiter nicht anhalten, da Verspätungen im Fahrplan aufgeholt werden müssten. Kinder würden in falsche Busse einsteigen. Regelmäßig müssten die Schulwegebegleiter zudem Kinder alleine an der Straße lassen, um die nächste Gruppe zu holen. „Außerdem werden im Schülerverkehr der Grundschüler Busse ohne Anschnallmöglichkeit eingesetzt, was ebenfalls eine Verschlechterung der Sicherheit darstellt.“ Aufgrund der ungünstigen Fahrzeiten seien die Kinder teilweise noch vor Beginn der Frühaufsicht in der Schule, nach Schulschluss gebe es dagegen Wartezeiten von bis zu einer Stunde.

Fohrmann: „Insgesamt konstatieren die Eltern, dass der ÖPNV offenbar nicht auf die Beförderung von Grundschulkindern eingestellt und in dieser Form auch nicht dafür geeignet ist.“

Nun also wollen die Eltern selbst entscheiden. „Sind Sie dafür, dass der Schulbusbetrieb für die Grundschüler (1. bis 4. Klasse) wieder eingeführt wird?“, lautet die Fragestellung. Unterzeichnet ist sie von Fohrmann und seiner Stellvertreterin Anke Harst für den Elternbeirat der Grundschule Söcking, von Anke Henniger und Stefan Seebauer für den Elternbeirat der Grundschule Starnberg sowie von Matthias Frühauf und Hubert Wilhelm. „Es ist ein deutliches Zeichen, wenn die drei betroffenen Grundschulen die Situation einheitlich sehen und gemeinsam dafür Unterschriften sammeln“, sagte Fohrmann.

Etwa 1500 Unterschriften von Starnberger Bürgern sind nötig, damit sich der Stadtrat mit dem Bürgerbegehren befassen muss. Er kann sich – sollte er das Begehren für rechtlich zulässig erachten – ebenfalls für die Wiedereinführung der Schulbusse entscheiden oder aber die Frage allen Starnbergern in einem Bürgerentscheid zur Abstimmung stellen.

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