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Wechsel im Vorstand: Mit Christian Hauptmann (2.v.r.) hat die Freiwillige Feuerwehr Söcking um Vorstand Fritz Obermeier (3.v.r.) und Kommandant Hans Obermeier (l.) einen neuen zweiten Vorsitzenden. Maximilian Obermeier (2.v.l.) wurde im Beisein von Bürgermeisterin Eva John zum Feuerwehrmann befördert, Hans Herdegen sen. für 60 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Freiwillige Feuerwehr Söcking

Gerüstet für größere Waldbrände

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Söcking - Deutlich weniger Einsätze und ein neues Fahrzeug – 2016 war für die Freiwillige Feuerwehr Söcking ein gutes Jahr. „Es schadet nichts, wenn es mal ein bisschen ruhiger ist“, sagt Kommandant Hans Obermeier. Mit dem neuen Tanklöschfahrzeug könnte die Einsatzzahl heuer durchaus wieder nach oben gehen.

Der Bericht des Kommandanten ist immer auch ein Abbild dessen, was in einem Jahr in einem Ort passiert ist – Söcking ist 2016 zum Glück von schweren Unglücken verschont geblieben. 37 Einsätze und damit 25 weniger als 2015 listete Hans Obermeier bei der Jahresversammlung auf. Neun Brände waren darunter – der größte allerdings war in Starnberg (Wohnhausbrand an der Theresienstraße im Februar). Dreimal öffneten die Ehrenamtlichen Wohnungen, zweimal befreiten sie Menschen aus Aufzügen, sechsmal waren Keller auszupumpen, zweimal Gasleitungen abzudichten. Vier Verkehrsunfälle, zwei Ölspuren, ein Unwettereinsatz und sechs Einsätze wegen Brandmeldeanlagen stehen zudem auf der Liste. Bei Letzteren handelte es sich häufig um angebranntes Essen.

310 Mann waren 386 Stunden im Einsatz. Wenig Einsätze kamen den 38 aktiven Mitgliedern entgegen, mussten sie sich doch mit dem neuen Tanklöschfahrtzeug (TLF) befassen, dass Ende Juli geliefert worden war. Der Landkreis hat Fahrzeug angeschafft und in Söcking stationiert – für jene Einsätze, bei denen viel Wasser gebraucht wird, das TLF kann 5000 Liter bunkern. Waldbrände gehören dazu. Die Söckinger werden daher künftig mit von der Partie sein, wenn es irgendwo im Landkreis größer brennt. Mindestens einmal im Monat wird in Söcking für den Ernstfall geübt. Ein Teil des ehrenamtlichen Engagements, das von vielen nicht wahrgenommen werde, sagte CSU-Stadtrat Gerd Weger.

Die Söckinger Wehr ist schon immer etwas anders gewesen als andere Wehren. Die Jahresversammlungen sind extrem kurz. Sie hat bei 69 Mitgliedern 38 Aktive und kann die Reihen durch die eigene Jugend und Neuzugänge immer wieder gut auffüllen. Mit Dorothee Hauptmann und Pascal Tusche kamen zwei Jugendliche dazu, Maximilian Obermeier wurde zum Feuerwehrmann befördert, mit Stephan Drieschner und Paul Stichnoth kamen zwei Aktive hinzu – und Bastian Sandbichler, der für Kommandant Obermeier ein Glücksfall ist. Der erfahrene Sandbichler kommt von der Feuerwehr Berg, ist nach Söcking umgezogen und dort sofort eingetreten.

Wie sehr Ehrenamtliche mit ihrer Aufgabe verbunden sind, beweist auch Sarah Nebelung. Die bisherige zweite Vorsitzende kam einst aus dem Norden nach Söcking, und vor kurzem zog sie nach Zwiesel um – und ist dort schon Mitglied. In Söcking musste sie ihr Amt daher abgeben, bei der Neuwahl setzte sich Christian Hauptmann mit großer Mehrheit gegen Veronika Püschel durch. Vorstand Fritz Obermeier bedankte sich für vier Jahre Engagement im Vorstand mit einem Porzellan-Hydranten.

Mit Urkunden mussten sich die beiden Geehrten begnügen: Der zweite Kommandant Damja Plahuta ist seit 30 Jahren dabei, Hans Herdegen sen. seit 60 Jahren. Bürgermeisterin Eva John weiß, was sie an ihren Wehren hat. Sie überbrachte den „Dank für Hilfe in allen Lebenslagen“ und hob die Nachwuchsarbeit der Söckinger hervor. Von der profitiert auch die Stadt abseits von Bränden und Sturmschäden, wie John berichtete: Als Stadträte und Bürger jüngst die Baustelle der Westumfahrung besuchten, brauchte die Stadt Helfer für die Einweisung. Die Feuerwehr Söcking schickte ohne große Umstände zwei Mann. Ohne Alarmierung.

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