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Eine Tour zu E-Ladestellen im Landkreis fand im vorigen Jahr statt. Dabei war auch das rote E-Mobil des Landratsamtes.

E-Mobilität

Alles super ohne Super?

2017 könnte das Jahr des automobilen Umbruchs sein. Nachdem immer neue Tricksereien der Autohersteller bekannt werden, wird es eng für Dieselfahrer. Doch ist die Region gerüstet für den Umstieg auf das Elektroauto? Und ist das überhaupt sinnvoll?

Landkreis – Einer muss den Anfang machen. Und wenn nicht die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangeht, wer dann? So hat Landrat Karl Roth (CSU) heuer seinen Dienst-Diesel in den Ruhestand geschickt und stromert neuerdings mit einem Hybridmodell aus München durch die Gegend. Will meinen, dass er zwar in den Stadtgebieten von Starnberg und München rein elektrisch fährt, auf der Autobahn aber immer noch reichlich vom guten Super verheizt.

Da sind etliche Bürgermeister und Gemeindeverwaltungen im Landkreis schon weiter. In Gilching rollen der Hausmeister und der Amtsbote bereits rein elektrisch durch die Gegend, die Pöckinger haben ebenfalls vor einigen Monaten ihr neues elektrisches Dienstfahrzeug in Betrieb genommen. In Gauting fährt ein strombetriebener VW, die Herrschinger, die Feldafinger, die Seefelder und die Kraillinger haben eines, die Gemeinde Berg demnächst bald zwei E-Autos. Wobei die meisten Verwaltungen bereits auf Carsharing setzen. Das Auto steht sich also nicht die Reifen platt, während es darauf wartet, dass der Bürgermeister irgendwo hin will, sondern wird von den Mitarbeitern genutzt, die es gerade brauchen.

Die Deutsche Post probiert in Starnberg gerade acht der selbstentwickelten Lieferwagen aus, und auch die technologieverliebten Mitarbeiter des DLR in Oberpfaffenhofen nutzen derzeit zwei Elektroautos: Eines wird vom Werkschutz, das andere vom Catering der Kantine genutzt, berichtet Sprecherin Bernadette Jung. Die Fahrbereitschaft sei „noch“ mit herkömmlichen Antrieben unterwegs. Für die Mitarbeiter hält das Zentrum auf dem Gelände überdies zwei Stromtankstellen vor, die auch genutzt werden. „Und natürlich fährt unser Robomobil elektrisch“, sagt Jung zu dem autonom fahrenden DLR-Auto, das mit 18 Kameras ausgestattet ist und so seine Umgebung im 360-Grad-Rundumblick dreidimensional erfassen kann.

Also alles super ohne Super im Tank? Die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, Josefine Anderer-Hirt, sieht den Trend zur E-Mobilität mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Angesichts der Debatte um Dieselgate und Fahrverbote führt an Elektroantrieben kein Weg vorbei“, sagt sie. Und meint: „Ich freue mich natürlich, wenn ich wieder einen dieser schnittigen Teslas mit Elektroantrieb auf den Straßen mehr sehe.“ Sie vermisst allerdings genauso intensive Anstrengungen, den für das Fahren nötigen Strom in Größenordnungen lokal aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. „Wir müssen auch beim Ausbau der Solar- und Windenergie Vollgas geben“, sagt sie. Das Mindeste wäre, dass E-Autofahrer einen Ökostrom-Tarif bei ihrem Versorger abschließen. „Und immer daran denken: Auch das Fahren im E-Auto erzeugt Emissionen.“  fas/era/set/jvr

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