Serie in Starnberg hält an

Viele Fehlalarme: Kommandant reicht‘s

Kein Tag ohne Fehlalarm: Die Feuerwehren in und um Starnberg müssen derzeit häufig ausrücken - wegen Fehlalarmen. Am Freitag waren es allein drei. Kommandant Markus Grasl wird es zu bunt.

Starnberg – Die Serie von Fehlalarmen in Starnberg geht weiter. Am Donnerstag gegen 22.30 Uhr rückten mehrere Wehren aus, weil die Meldeanlage der Brunnangerhalle Alarm geschlagen hat – es gab kein Feuer. Am Freitagvormittag wurden die Wehren Starnberg, Söcking, Leutstetten und Pöcking zum Seebad alarmiert – ein Melder im Saunabereich hatte aus unbekanntem Grund ein Feuer gemeldet. Die rund 30 Einsatzkräfte mussten nichts löschen. Am Freitagnachmittag wiederholte sich das beim dritten Einsatz. Nummer 4 war ein Fehlalarm am Freitagabend in einem Wohnhaus nahe dem Klinikum.

Starnbergs Kommandant Markus Grasl und Kreisbrandrat Peter Bauch wollen solchen unnötigen, weil vermeidbaren Einsätzen, die die Ehrenamtlichen von ihren Familien oder Arbeitsplätzen wegholen, nicht länger tatenlos zuschauen – das Problem betrifft nicht nur die Stadt.

„Das ist deutlich über der Schmerzgrenze“, sagt Grasl. Dass die Wehren häufig letztlich umsonst alarmiert werden, wirke sich bereits auf die Zahl der Einsatzkräfte aus. Für Grasl und alle Ehrenamtlichen ist unstrittig, dass sie zu jedem Alarm in der festgelegten Stärke eines Löschzuges ausrücken – Brandmeldeanlagen produzieren zwar häufig, aber nicht immer Fehler. Da der Starnberger Wehr jedoch, wie Grasl bereits mehrfach erklärt hatte, Atemschutzträger fehlen, sind wegen der Mindesteinsatzstärke immer andere Wehren aus dem Stadtgebiet – wie Söcking – mit von der Partie. Und bisweilen benachbarte Wehren, etwa aus Pöcking. Die unnötigen Einsätze nagen an der Moral.

Wegen Stärkevorgabe rücken mehrere Feuerwehren aus

Grasl ärgert sich, wenn die Wehren mehrfach zu einem Objekt fahren müssen, weil dort ein Rauchmelder an der ungünstigen Stelle angebracht ist. Oder weil bei Bauarbeiten nicht darauf geachtet wird, dass Staub einen Feueralarm auslösen kann. Der Kommandant fürchtet jedoch, dass sich solche Einsätze häufen. Viele Rauchmelder in Privathäusern kommen langsam in ein Alter, in dem Fehlauslösungen vorkommen. Die Wehr rückt auch dann mit einem Löschzug an und muss unter Umständen Fenster und Tür gewaltsam öffnen. „Wir wollen keinen großen Sachschaden anrichten“, betont der Kommandant. Auch solche Einsätze lassen sich vermeiden, wenn die Rauchmelder regelmäßig geprüft werden.

Kreisbrandrat Peter Bauch kennt das Problem, es tritt flächendeckend auf. Bei den großen Brandmeldeanlagen werde die Bauaufsicht tätig, wenn sich Fehlalarme häufen. „Wir gehen dem nach“, sagt Bauch, und dann kommt ein Baukontrolleur vorbei. Das wirke. Manche Fehlalarme ließen sich nicht vermeiden, weil Menschen auch mal Fehler machen – etwa, wenn Dampf aus einer Sauna im Seebad einen Alarm auslöst. „Da kann man aber nachbessern“, erklärt Bauch – durch technisch andere Melder, die nicht nur auf Rauch, sondern auch Hitze ansprechen.

Bauch will prüfen, ob die Alarmstärke in allen Fällen so vorgeschrieben bleiben muss. Was oft hilft, ist, dass Verursacher unnötiger Alarmierungen eine Rechnung für den Einsatz bekommen.

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