Frau stundenlang gefesselt, geschlagen und gewürgt: SEK-Einsatz in Kirchheim

Frau stundenlang gefesselt, geschlagen und gewürgt: SEK-Einsatz in Kirchheim
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Die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei Starnberg – Eva-Maria Herz, Alfons Koch, Albert Thurl, Carina Gehn, Christoph Kirchmann, Ludwig Müller, Philipp Helten und Christian Marterer (v.l.) – zeigen die eingelagerten Blumen.

Winter im Frühling

Blumen eingelagert, Vögel suchen Nahrung

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  • Hanna von Prittwitz
    Hanna von Prittwitz
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Der derzeitige Wintereinbruch mit Dauerfrost macht Vögeln und Insekten zu schaffen. Und während die Fußballvereine unter unbespielbaren Plätzen leiden, nehmen es zumindest die Starnberger Stadtgärtner mit Humor.

Landkreis – Den lieben Gott, den FC Bayern und das aktuelle Winterwetter unter einen Hut bringen? Für Albert Thurl, den Leiter der Starnberger Stadtgärtnerei, ist das kein Problem. „Wenn der Müller die Vorlage gibt, kann der Lewandowski den Ball reinmachen. Wenn Petrus uns die Vorlage gibt, können wir die Blumen reinmachen“, sagt er. „Aber momentan gibt uns Petrus keine Vorlage.“

Das heißt: Die 15 Mitarbeiter starke Truppe ist derzeit im Winterdienst eingesetzt, so wie andere Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs auch. Die Lieferung bereits bestellter Pflanzen wie Stiefmütterchen oder Primeln ist „zu 98 Prozent“ (Thurn) zurückgestellt. Und die Blumen für die rund 30 Pflanztröge am Kirchplatz stehen bis auf Weiteres leicht temperiert im Gewächshaus. Bei dem Frost würde der Austrieb gleich kaputtgehen, erklärt Thurl.

Bis die Stadtgärtner auf den Beeten und Pflanzinseln im Stadtgebiet richtig loslegen können, dürfte es noch eine Zeit lang dauern. Damit nämlich der Boden bis in 30 Zentimeter Tiefe nicht mehr gefroren sei, dürfe es auch keinen Nachtfrost mehr haben, sagt Thurl. „Wir brauchen Sonne, Regen und Wind“, sagt der 49-Jährige, der die Stadtgärtnerei im neunten Jahr leitet. „So wie es ausschaut, wird das auch nächste Woche noch nichts werden.“

Immerhin: Die Schönwetterperiode im Februar haben die Gärtner genutzt, um auf den Staudenbeeten altes Laub zu entfernen und Kompost aufzubringen. „Von daher sind wir nicht groß in Verzug“, sagt Thurl. Und die Vorbereitungen größerer Pflanzmaßnahmen, etwa an der Andechser Straße, mit Stauden, Wildblumen und Nistmöglichkeiten für Vögel laufen auf Hochtouren.

Mit Sorge schauen derweil die Natur- und Vogelschützer auf das Wetter. „Für die Vögel ist das ein großes Problem: Sie finden nur schwer Nahrung“, sagt Günter Schorn, Vorsitzender der Kreisgruppe Starnberg im Bund Naturschutz. Er selbst beobachte, wie die Vögel in seinem Garten die Sträucher nach Nahrung absuchen. „Jetzt bewährt es sich, wenn Gartenbesitzer Stauden und Sträucher über den Winter stehen lassen“, sagt er. Die Vögel suchten dort nicht nur Nahrung, sondern auch Schutz.

Betroffen von der Kälte und der zum Teil geschlossenen Schneedecke sind auch die Zugvögel. Stare beispielsweise wurden schon im Februar im Landkreis gesichtet. „Für die ist es hart – ich habe auch noch keinen am Starenkasten gesehen“, sagt Schorn. Kiebitze waren ebenfalls früh zur Stelle, „Sie sind auf freie Flächen angewiesen, auch hier verschiebt sich nun das Brutgeschäft.“ Grundsätzlich ginge die Vogelwelt nach so langen Wintern geschwächt in die Brutphase. Daher empfiehlt Schorn die Fütterung. „Wichtig ist jetzt ein qualitativ hochwertiges Futter – am besten lässt man sich da im Fachhandel beraten.“ Günstige Produkte seien oftmals ungeeignet und auch nicht frisch. „Sie werden von den Vögeln daher oft gemieden“.

Auch den Insekten behagt die Kälte gar nicht. „Da können sich viele nicht über die Zeit retten und fallen wiederum als Nahrung für Vögel und Amphibien aus“, weiß Schorn. Bei Letzteren verschiebt sich durch die Kälte die Laichzeit, denn bei Kälte ziehen sich die Tiere in Mulden und Wälder zurück und warten ab. „Was für Auswirkungen eine spätere Laichzeit auf Dauer hat, ist allerdings noch wenig erforscht. Aber die Insekten fehlen den Fröschen und Kröten auf jeden Fall – da gibt es keine Vegetarier.“ Nur für die oft schneckengeplagten Gartenbesitzer hat Schorn eine gute Nachricht: „Die Schneckengelege überstehen die Kälte nicht – von ihnen wird es zumindest anfangs, wenn der Frühling dann endlich kommt, weniger geben.“

Probleme ganz anderer Art haben viele Fußballvereine im Landkreis – nämlich diejenigen, die über keinen Kunstrasenplatz verfügen. Das trifft beispielsweise den TSV Herrsching, der neben zwei Herren-, einer Damen- und einer Seniorenmannschaft auch 13 Jugendteams unterhält. Insgesamt drei Rasenplätze stehen zur Verfügung, aber: „Die Vorbereitung auf den Rest der Saison ist äußerst schwierig“, sagt Abteilungsleiter Willi Welte. Ein vernünftiges Training mit Ball sei auf dem gefrorenen Boden nicht möglich. „Man bewegt sich, um konditionell auf der Höhe zu sein.“ Fünf Trainingsspiele haben die Herrschinger dennoch absolviert – auf dem Kunstrasenplatz in Oberalting. Pro Spiel würden da 150 Euro zuzüglich Mehrwehrsteuer fällig, sagt Welte.

Wenn es taut, steht für die Platzwarte im Landkreis die nächste Arbeit an: Die Sportplätze müssen abgeschleppt und – wenn es trocken ist – gewalzt werden.

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