Am westlichen Rand von Starnberg unweit des Schmalzhofs soll Starnbergs größtes Neubaugebiet entstehen.

Einheimischenmodell

120 Wohneinheiten am Wiesengrund

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Starnberg - Für das neue Baugebiet am Wiesengrund gibt es erste Einzelheiten. Bürgermeisterin Eva John hofft, dass 2018 die Bagger anrücken

Die Liste mit Interessierten umfasst 132 Namen. Frauen und Männer aus Starnberg mit unterschiedlichem Alter und unterschiedlichen Berufen, die aber doch eines eint: die Suche nach günstigem Bauland, um sich den Traum von den eigenen vier Wänden in ihrer Heimatstadt erfüllen zu können. Für sie plant die Stadt das Einheimischenmodell am Wiesengrund, das womöglich noch diesen Monat im Haupt- und Finanzausschuss und im Stadtrat behandelt wird.

3,5 Hektar ist das Areal südöstlich des Waldspielplatzes groß. Das entspricht etwa der Fläche von sieben Fußballfeldern. Dort plant die Stadt rund 120 Wohneinheiten, wie Bürgermeisterin Eva John im Gespräch mit dem Starnberger Merkur erklärt: Reihenhäuser, Doppelhäuser und Mehrfamilienhäuser. Für das freistehende Einfamilienhaus wird es am Wiesengrund vermutlich keine Flächen geben. Das Verhältnis zwischen Häusern nach dem Einheimischenmodell und gefördertem Wohnraum soll etwa halbe-halbe betragen.

Vor einigen Wochen haben sich einige Stadträte gemeinsam mit der Verwaltung in einem nichtöffentlichen Workshop mit dem Wiesengrund beschäftigt. John spricht in dem Zusammenhang von einem „total konstruktiven Miteinander“. Sollten die Stadtratsgremien demnächst die Richtlinien und Kriterien für das neue Wohngebiet festlegen, will die Bürgermeisterin einen städtebaulichen Wettbewerb starten. Planungsbüros erhielten dann die Möglichkeit, ihre Ideen und Vorstellungen für den Wiesengrund einzureichen. „Vielleicht liegen Mitte 2017 dann die Ergebnisse vor“, blickt John in die Zukunft. Im Idealfall könnte im Jahr darauf, also 2018, Baubeginn sein. „Das ist das Ziel“, erklärt John.

Vor allem einheimische Familien mit geringerem Einkommen sollen am Wiesengrund ein neues Zuhause finden. Darüber hinaus hat die Europäische Union Vorgaben für Einheimischenmodelle gemacht, wonach unter anderem auch das ehrenamtliche Engagement der Bewerber vor Ort Berücksichtigung finden muss. „Wir wollen aber auch Rückkehrern eine Chance geben“, sagt John – also zum Beispiel Starnbergern, die nach einem Studium oder einer Ausbildung wieder in ihre Heimatstadt ziehen wollen.

Was die Wohnungen betrifft, so spricht John von Arbeitern und Angestellten, deren tarifliches Einkommen einen Mietpreis von neun Euro kalt pro Quadratmeter zulässt. Das treffe auf lediglich acht Prozent der derzeit angebotenen Wohnungen zu.

Ein Kindergarten oder andere soziale Einrichtungen sind am Wiesengrund nach derzeitigem Stand nicht geplant. Ob allerdings Flächen für Gemeinschaftseinrichtungen vorgehalten werden sollen, müsse der Stadtrat entscheiden. Die Erschließung ist bislang über die an die B 2 angebundene Waldspielplatzstraße vorgesehen.

Wohngebiete wie der Wiesengrund seien für die Gesellschaft essenziell, sagt John. „Es war noch nie günstig bei uns, aber wir müssen alle Kapazitäten in die Hand nehmen, um dieses Angebot zu schaffen.“

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